Menschenkette gegen Rassismus
Der Lückenschluss ist gelungen

Ahlen -

Über 1200 Jugendliche setzten zum „Tag gegen Rassismus“ am 21. März ein deutliches Zeichen. Die Initiatoren verbanden dabei das Städtische Gymnasium mit der Overberg-Hauptschule.

Donnerstag, 21.03.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 21.03.2019, 18:04 Uhr
Auf dem Lindensportplatz trafen sich alle Teilnehmer der Menschenkette zur Abschlussrede.
Auf dem Lindensportplatz trafen sich alle Teilnehmer der Menschenkette zur Abschlussrede. Foto: Peter Schniederjürgen

Das ist mehr als nur symbolisch, was am Donnerstag, dem „Tag gegen Rassismus“, zwischen zwei Ahlener Schulen geschieht: Schülervertreter des Städtischen Gymnasiums und der Overberg-Hauptschule reichen sich über die Friedrich-Ebert-Straße hinweg die Hände und protestieren zugleich gegen jede Form von Rassismus.

Die jungen Leute bilden mit Unterstützung der Schulsoziarbeit beider Schulen und der Vertrauenslehrer selbstständig eine Menschenkette zwischen beiden Schulen unter dem Motto „Respekt führt zusammen“. Insgesamt sind am Donnerstag über 1200 Schüler an der Aktion beteiligt.

„Wir sehen dies als Beitrag zur ‚Woche der Brüderlichkeit‘“, sagt Altan-Mihat Öztürk, Schülersprecher der Overbergschule. Zur Seite dabei steht ihm Orchina Khouri. „Das läuft gemeinsam mit dem Gymnasium als Beitrag zum Projekt ‚Schule mit Courage – Schule ohne Rassismus‘, was an beiden Schulen gelebt wird“, ergänzt die Schulsozialarbeiterin.

Bereits in der großen Pause, kurz vor 10 Uhr geht‘s los. Die Klassen sammeln sich auf den Schulhöfen und schon die Aufstellung ist exakt geplant. „Wir beginnen mit den Sechsern hier an der Schule, dann geht’s aufsteigend weiter bis zur Straße“, spricht Altan-Mihat Öztürk ins Funkgerät. Auf dem Schulhof ordnen die Lehrer ihre Klassen. Die erste, also die Zehnerklasse, rückt schon mal ab. Ein paar übereifrige Schüler werden rasch wieder von den dazugehörigen Pädagogen eingesammelt und eingereiht.

Menschenkette gegen Rassismus

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  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Menschenkette gegen Rassismus. Foto: Peter Schniederjürgen

Über den Bürgersteig entlang der Friedrich-Ebert-Straße und der Promenade entlang der Schule strömen die Gymnasiasten, eifrig umschwirrt von der Technik-AG des Gymnasiums. Hier entsteht sogar ein Film über die Menschenkette. Beide Schulleiter, Matthias Resch für die Overbergschule und Meinolf Thiemann für das Städtische, bahnen sich den Weg. Sie stehen mit den Schülervertretern am Verbindungspunkt mitten auf der Straße. Die ist sicherheitshalber von der Polizei für den kurzen Moment abgesperrt. Schließlich ist der Moment da: Altan-Mihat Öztürk von der Hauptschule reicht Simge Kütük vom Gymnasium die Hand. Die Kette ist geschlossen. Im Anschluss treffen sich alle auf dem Sportplatz zur Abschlusskundgebung. Abwechselnd tragen Simge Kütük und Altan-Mihat Öztürk ihre Forderungen gegen Rassismus und Ausgrenzung vor. Respekt, wie immer andere Menschen auch sein mögen, Toleranz gegenüber anderen Gedanken, das bringe den Zusammenhalt in der Gesellschaft, fordern die Jugendlichen.

Aber was ist mit unserem persönlichen Rassismus?

Matthias Resch

Schließlich bekommen die Schulleiter das Schlusswort. Matthias Resch macht den Anfang. Für ihn gehöre „so etwas wie diese Demonstration“ zum Bildungsauftrag der Schulen. „Aber was ist mit unserem persönlichen Rassismus?“, fragt er. Dabei meine er nicht das Getuschel hinter dem Rücken. „Ist es nicht auch Rassismus, wenn wir unseren Lebensstil auf der Not in den Entwicklungsländern betreiben?“, gibt er zu bedenken. „Oder die Erderwärmung vorantreiben, die Inselstaaten in aller Welt in ihrer physischen Existenz bedrohen?“ Dem stimmt sein Kollege Meinolf Thiemann unumwunden zu und ergänzt den Beitrag um eine Erinnerung an die Opfer der Attentate in Neuseeland: „Wir sollten in beiden Schulen morgen dazu eine Schweigeminute einlegen“, schlägt er vor. Das wird mit viel Applaus aufgenommen.

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