Neues Grünpflegekonzept
„Kümmerer“ bringt schnell Abhilfe

Ahlen -

Mit einem neuen Grünpflegekonzept will die Stadt Ahlen das Bild der öffentlichen Anlagen nachhaltig verbessern. Seit 2017 hatte ein Arbeitskreis an den Standards gefeilt und Vorschläge erarbeitet. Dazu gehört auch die Einführung eines „Kümmerers“.

Freitag, 22.03.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 23.03.2019, 19:18 Uhr
Die Pflege der städtischen Anlagen, aber auch der Wege und Verkehrsinseln ist seit Jahren immer wieder ein kritisches Thema in der Politik. Durch ein aufwendiges Grünflächenkonzept, das Jakob Breer jetzt vorstellte, soll sich vieles verbessern.
Die Pflege der städtischen Anlagen, aber auch der Wege und Verkehrsinseln ist seit Jahren immer wieder ein kritisches Thema in der Politik. Durch ein aufwendiges Grünflächenkonzept, das Jakob Breer jetzt vorstellte, soll sich vieles verbessern. Foto: Christian Wolff

Die vergangenen 25 Jahre Kommunalpolitik füllen im Keller von Hubertus Beier viele Aktenordner. Aber eines, sagt der CDU-Ratsherr, ziehe sich „wie ein roter Faden durch die Zeit“: das Thema Grünpflege. „Immer wieder haben wir uns mit mangelnder Pflege, gerade an exponierten Stellen beschäftigt.“ Ist nun eine dauerhafte Verbesserung in Sicht?

Mit einem neuen Konzept, das am Donnerstagnachmittag im Betriebsausschuss öffentlich vorstellt wurde, will die Stadt Ahlen mehr Struktur und Effizienz, aber auch mehr Bürgernähe in diesen Sektor bringen, damit städtische Parks und Grünflächen, Verkehrsinseln und Wege nicht zum wiederholten Ärgernis für Bürger und Gäste werden. Dafür hat seit 2017 ein Arbeitskreis unter Beteiligung von Politik, Umweltbetrieben sowie des Instituts für Abfall- und Abwasserwirtschaft („Infa“) den Ist-Zustand ermittelt, Standarts erarbeitet und konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht – zum Beispiel die Etablierung eines „Kümmerers“ (s. Infokasten).

Ziel sei jetzt, ein digitales Grünflächenkataster aufzubauen und zu pflegen, erläuterte „Infa“-Experte Jakob Breer . Dazu gehöre auch, die Schaffung von drei Facharbeiter-Planstellen für das Wirtschaftsjahr 2020 sicherzustellen, eine bestehende Saisonkraft in eine Vollzeitstelle (Facharbeiter) umzuwandeln, den Reinigungszyklus aller im Stadtgebiet befindlichen Verkehrsinseln zu intensivieren und hierfür eine zusätzliche Saisonkraft vorzusehen.

Stadtbaurat Andreas Mentz verwies auch auf das Bewusstsein für den Artenschutz: „Nicht alles, was glattgemäht ist, ist gut.“ So sei die Stadt auch verpflichtet, Rückzugs- und Lebensräume für Insekten zu schaffen. „Wenn ich mir ansehe, wie es in vielen Vorgärten aussieht, wo sich Steinwüsten und Kieslandschaften ausgebreitet haben, dann sehe ich auch die Konsequenzen – da blüht nichts mehr.“ Daher seien Blumenwiesen mehr denn je nötig.

Jakob Breer

Jakob Breer Foto: Christian Wolff

Ein weiteres Augenmerk wurde vom Arbeitskreis auf den Pflegezustand der Verkehrsinseln im Stadtgebiet gelegt. Die Zuständigkeiten liegen in verschiedenen Händen. „Nur etwa die Hälfte“, so Breer, „gehört der Stadt Ahlen.“ Hier seien auch der Landesbetrieb Straßenbau und der Kreis im Boot. „Unabhängig von der Zuständigkeit soll die Stadtreinigung der Ahlener Umweltbetriebe zukünftig die Pflege sämtlicher Verkehrsinseln übernehmen.“ Hierüber werde mit den Straßenbaulastträgern verhandelt, um eine Kostenbeteiligung zu erzielen.

Martin De Kunder (BMA) wies auf den hohen Krankenstand in der städtischen Grünflächenabteilung (8,7 Prozent) hin und forderte, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Ulf Rosenbaum und Erhard Richard (beide CDU ) und Bernhard Meiwes (SPD) lobten die umfangreiche Vorarbeit für das neue Konzept. Langfristig wünschen sich die Politiker aber eine digitale Karte, die alle Flächen und deren Eigenheiten abbildet.

Die Idee einer Ansprechperson für die Sauberkeit der öffentlichen Grün- und Straßenflächen – insbesondere in den Vororten – stieß im Betriebsausschuss auf ein positives Echo. Folgende Aufgaben wurden für die Planstelle festgelegt: Ansprechpartner für die Bürger, Erfassung von Verschmutzungen, Pflegemängeln und Schäden auf öffentlichen Flächen durch Begehung im 14-tägigen Rhythmus; inklusive Mitteilung an die zuständigen Fachbereiche. Als Beispiele gelten Schäden an Stadtmobiliar, überfüllte Straßeneinläufe, überwuchernde Hecken von Privatleuten, mangelnde Pflege von Wegen, Verkehrsinseln, Grünbeeten, Aufklärung von Zuständigkeiten sowie Verteilen von schriftlichen Ermahnungen. Durch ein auffälliges Kleinfahrzeug, das in der Anschaffung ist, soll der Mitarbeiter gut wahrgenommen werden. Die Verwaltung verspricht sich dadurch eine Verkürzung der Bearbeitungswege und eine Qualitätsverbesserung des Stadtbildes.

Nicht alles, was glattgemäht ist, ist gut.

Stadtbaurat Andreas Mentz
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