Ahlener Logistik-Zentrum
WLE reaktivierte altes Industriegleis

Ahlen -

Mit dem Ahlener Logistik-Zentrum (ALZ) auf der ehemaligen Blomberg-Brache eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, Verkehrslasten von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Samstag, 30.03.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 30.03.2019, 12:48 Uhr
Instandsetzung der „Weiche 1“: Die Sanierungsarbeiten im Auftrag der Westfälischen Landeseisenbahn sind abgeschlossen.
Instandsetzung der „Weiche 1“: Die Sanierungsarbeiten im Auftrag der Westfälischen Landeseisenbahn sind abgeschlossen. Foto: Johann Ubben / WLE

Der Weg für das neue Ahlener Logistik-Zentrum (ALZ) ist geebnet: Mit der Reaktivierung des alten Industriestammgleises hat die Westfälische Landeseisenbahn (WLE) ihren Verkehrsbereich inzwischen deutlich erweitert – und zugleich die Anbindung des ehemaligen Blomberg-Geländes sichergestellt.

Die Firma Haver & Sohn betreibt dort einen Lagerbetrieb für Stahlcoils und möchte diesen deutlich erweitern. „Ohne einen funktionierenden Gleisanschluss ist das aber nicht möglich“, erklärt WLE-Aufsichtsratsmitglied Franz-Josef Buschkamp , der in diesem Fall als Türöffner agierte. Die einstige Brache soll durch Haver zum Logistik-Zentrum erweitert werden, über das künftig regionale Verlader ohne eigenen Gleisanschluss Zugang zur Schiene erhalten. Die Maßnahmen umfassten neben dem Neubau einer ausgebauten, modernen Schieneninfrastruktur mit Hallengleis für witterungsempfindliche Massenstückgüter auch ein Freiladegleis für Ladeeinheiten und die Errichtung einer ca. 16 000 Quadratmeter großen Halle für den Umschlag und die Lagerung von Stahlcoils.

Monatelang liefen hinter den Kulissen die Vorbereitungen, bis die Bauarbeiten am Gleisbett (die „AZ“ berichtete) starteten. „Der vorhandene Gleisanschluss wurde seit etlichen Jahren nicht mehr genutzt. Um die nötigen Mittel für eine Sanierung aus der Landesförderung einsetzen zu können, war Eile geboten“, so Buschkamp. Da habe die WLE als Ansprechpartner für Güterverkehr in der Region alle ihre Kompetenzen zusammengebracht. „Es galt, die notwendigen Förderanträge zu formulieren, parallel die Ausschreibung vorzubereiten und die vertrieblichen Rahmenbedingungen zu klären.“ Und trotz des engen zeitlichen Korsett sei alles gelungen.

„210 000 Tonnen können durch die Umsetzung jährlich von der Straße auf die Schiene verlagert werden“, nennt Buschkamp einen zentralen Aspekt, der sich auf den Verkehrswegen der Umgebung bemerkbar machen werde. Durch die Erweiterung der Gleisanlagen sollen sukzessive neue Marktsegmente erschlossen werden, die ein Verlagerungspotenzial von weiteren 50 000 Tonnen pro Jahr haben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Standort Ahlen für eine Kapazität von bis zu 500 000 Tonnen auszubauen.

Die Umsetzung der Transportmengen für die erste Ausbaustufe erfordere nach WLE-Angaben eine wöchentliche Belieferung von mehr als 6000 Tonnen. Diese Mengen würden als Warengruppen in einer bestehenden Zugverbindung durch ein Partnerunternehmen von Salzgitter in Richtung Ruhrgebiet mitgeführt und dabei im Bahnhof Ahlen abgesetzt. Die WLE übernimmt dort die Wagengruppe und rangiert diese ins neue Logistik-Zen­trum. Die bestehende Infrastruktur der WLE in Ahlen ermögliche eine maximale Länge von ca. 150 Metern pro Rangierfahrt. „Hierzu wird die WLE-Lok 05 dauerhaft in Ahlen stationiert“, freut sich Franz-Josef Buschkamp. „Das Personal des Bahnhofs Beckum wird die Schichten übernehmen.“

210 000 Tonnen können jährlich von der Straße auf die Schiene verlagert werden.

Franz-Josef Buschkamp
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6505626?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker