Fastenpredigt mit Pfarrer Thomas Frings
Alle Wege führen in den Himmel

Ahlen -

„Wer nur eine Religion kennt, kennt keine Religion“, forderte Thomas Frings die Besucher der Fastenpredigt zur Offenheit auf. Denn am Ende führen alle Wege in den Himmel.

Samstag, 30.03.2019, 17:26 Uhr
Pfarrvikar Thomas Frings hinterfragte den Wahrheitsanspruch der Religionen.
Pfarrvikar Thomas Frings hinterfragte den Wahrheitsanspruch der Religionen. Foto: Ralf Steinhorst

In der Reihe der Fastenpredigten der Stadtpfarre St. Bartholomäus war am Donnerstagabend Pfarrer Thomas Frings in der St.-Marien-Kirche zu Gast. Der Großneffe des ehemaligen Kölner Erzbischofs Kardinal Joseph Frings griff das Thema „Nicht die Verschiedenheit trennt uns, sondern die Verschlossenheit“.

Thomas Frings erhielt im Bistum Münster im Jahr 2016 einen großen Bekanntheitsgrad, als er aus eigenem Willen sein Pfarramt in der Münsteraner Gemeinde Heilig Kreuz aufgab. Er beklagte damals, dass die Zukunft von Kirche in den Gemeinden immer noch nach dem Modell der Vergangenheit gestaltet wird. Sein Buch „Aus, Amen, Ende? So kann ich kein Pfarrer mehr sein“, entstand in dieser Zeit. Nach einer Neuorientierung in einem niederländischen Kloster ist er inzwischen als Pfarrvikar in Köln tätig.

Das Eingangslied zur Fastenpredigt, „Zeige uns den Weg“, war auch symptomatisch für die Fastenpredigt. Zur Grundlage nahm Thomas Frings das Markusevangelium 9,38-40.

Die verschiedenen Religionen trennen uns weniger als das der Glaube einer unsichtbaren Welt uns verbindet.

Pfarrer Frings

„Jede Religion hat seinen Wahrheitsanspruch“, erklärte der Pfarrvikar. Allerdings habe keine Religion im Glauben die alleinigen Argumente nach der Wahrheit für sich, so Frings. Es sei deshalb immer spannend, wenn sich Angehörige verschiedener Religionen unterhalten in der Auseinandersetzung mit den Konfessionen. Hier sah der Pfarrer einen entscheidenden Punkt: „Die verschiedenen Religionen trennen uns weniger als das der Glaube einer unsichtbaren Welt uns verbindet“.

Jeder Gläubige sucht in seiner Tradition und Kultur nach Gott. So wird an einen gnädigen Gott geglaubt, nach dessen Willen Gläubige ihr Leben gestalten. Die eigene Religion gibt die Sicherheit, dass man zum auserwählten Volk Gottes gehört. „Aber so ist das nicht!“, widersprach Thomas Frings umgehend. Denn es gebe keine Berechnung für den Zugang in das Reich Gottes. Wer andere Religionen wegbombe, um die eigene Religion zur einzig wahren zu machen, irre. Vielmehr gilt es im Dialog mit Angehörigen anderer Religionen Verständnis für den anderen Glauben aufzubauen. Das geschehe beispielsweise in der Ökumene zwischen katholischer und evangelischer Kirche: „Das bisher Fremde wird Teil meiner Welt“. Denn die Begegnung mit anderen Religionen ist zugleich die Begegnung mit der eigenen. „Wer nur eine Religion kennt, kennt keine Religion“, forderte Thomas Frings die zahlreichen Besucher der Fastenpredigt zur Offenheit auf. Denn am Ende führen alle Wege in den Himmel.

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