Grapflege auf dem Westfriedhof
Zu Ehren Bruno Waglers

Ahlen -

Abiturientenvereinigung und Städtisches Gymnasium übernehmen die Pflege des Grabs von Bruno Wagler. Wagler war der letzte Schulleiter des Gymnasiums vor der Machterschleichung der Nazis. Er hatte sich dem Regime nicht untergeordnet.

Freitag, 05.04.2019, 19:00 Uhr
Die AVA und die Schule übernehmen die Pflege des Grabs von Bruno Wagler auf dem Westfriedhofs, wie Frank Schniederjürgen Meinolf Thiemann, Josef Westhues und Bernd Schulze Beerhorst ankündigen.
Die AVA und die Schule übernehmen die Pflege des Grabs von Bruno Wagler auf dem Westfriedhofs, wie Frank Schniederjürgen Meinolf Thiemann, Josef Westhues und Bernd Schulze Beerhorst ankündigen. Foto: Peter Schniederjürgen

Bruno Waglers Grab ist am Ende der Nutzungsdauer von 30 Jahren angekommen. „Wir möchten es als Ehrengrab sehr gern erhalten“, sagt Bernd Schulze Beerhorst, ehrenamtlicher Denkmalpfleger der Stadt bei einem Vororttermin auf dem Westfriedhof am Donnerstag. Denn Wagler war der letzte Schulleiter des späteren Städtischen Gymnasiums vor der Machterschleichung der Nazis – und der erste danach. Was dazwischen lag, war für den leidenschaftlich demokratisch gesinnten Pädagogen eine schlimme Zeit. Mit einer adäquaten Grabstelle soll Wagler gedacht werden.

Das hat sich auch die Abiturientenvereinigung Ahlen (AVA) gemeinsam mit den Schülern des Gymnasiums zum Ziel gesetzt. So treffen sich am Donnerstag Schulleiter Meinolf Thiemann, Bernd Schulze Beerhorst, AVA-Vorsitzender Frank Schniederjürgen und Lehrer und Leiter der Garten-AG des Städtischen, Josef Westhues, an Waglers Grab. „Wir übernehmen die professionelle Grundsanierung der Grabstelle“, kündigt Frank Schniederjürgen an. Unterhalten wird die Fläche anschließend von Westhues‘ Schülern.

Schließlich ist hier einiges zu tun. Der Grabstein bedarf dringend der Überholung, um die Schrift wieder lesbar zu machen. Auch lagert sich der Schmutz der Jahrzehnte auf dem Stein ab. „Das ist eine schöne Aufgabe im Konzept unserer Erinnerungsarbeit“, stellt Meinolf Thiemann fest.

Denn Bruno Wagler sei einer der wenigen Lehrer gewesen, die wirklich unbelastet durch die braunen Jahre gekommen sind. „Seine kritische Haltung und die fehlende Parteimitgliedschaft ließen ihn den Machthabern mehr als suspekt erscheinen“, erklärt Bernd Schulze Beerhorst. Dass Wagler die Schulleitung entzogen wurde, sei nur die Spitze des Eisbergs gewesen. Es folgte eine Unzahl an Schikanen.

Als Deutschland vom braunen Terror befreit war, musste es weitergehen – eine Zeit, in der es praktisch keine Nazis gab, wie die meisten belasteten Zeitgenossen Waglers glauben zu machen versuchten. Die Alliierten begannen mit der Entnazifizierung. Bruno Wagler, der nicht einmal Parteimitglied gewesen war, wurde schnell wieder auf seinen Posten als Leiter des Städtischen Gymnasiums gesetzt.

Um das Andenken an diesen aufrechten Mann und leidenschaftlichen Lehrer zu erhalten, hat die Stadt das Grab in die Obhut der Schule übergeben. Die wird sich nun für dessen Pflege einsetzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6520949?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Umweltministerin Svenja Schulze verteidigt Klimaschutz-Paket
Umweltministerin Svenja Schulze verteidigt im Gespräch mit unserer Zeitung die Beschlüsse des Klimakabinetts.
Nachrichten-Ticker