Marketing-Guru Dietmar Dahmen
Bewahrer sind Bremsen des Fortschritts

Ahlen -

Seinem Wort-Feuerwerk schickte Dietmar Dahmen beim Ahlener Unternehmerabend die Kettensäge gleich hinterher. Er zerlegte einen Ruhestuhl samt Kissen.

Freitag, 12.04.2019, 13:27 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 16:14 Uhr
Dietmar Dahmen motivierte.
Dietmar Dahmen motivierte. Foto: Reinhard Baldauf

Sehr unterhaltsam gestaltete sich der 6. Ahlener Unternehmerabend am Donnerstag bei Mercedes Ostendorf . Top Act war der Marketing-Guru Dietmar Dahmen , der weltweit gebucht wird. Als Zugabe ging der Entertainer mit einer Kettensäge zu Werke. Er zerlegte einen „Ruhestuhl“ mit Kissen. Vor dem Auftritt des Meisters flogen die Ping- Pong-Bälle. An­dreas Wessels und Jojo Weiß zeigten, dass man durchaus auch mit dem Mund spielen kann.

Die Unterstützer des Abends stellte Bernd Lütke-Dörhoff vor. Sein besonderer Dank galt dem Hausherrn Tim Ostendorf für die Bereitstellung der Räume sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Jörg Hakenesch an der Spitze für die Unterstützung. Der Moderator hielt als Einleitung in die Show von Dietmar Dahmen fest: „Der technische Fortschritt, der gekommen ist, ist Wahnsinn.“ Er sah viele Angriffe auf das jetzige Wirtschaftssystem, die dann zu weniger Firmen führten. Als Beispiel nannte er das autonome Fahren.

Sie sind stark!

Dietmar Dahmen

„Sie sind stark!“, motivierte dann Dietmar Dahmen zu Beginn seines Vortrags und ging sofort auf das autonome Fahren ein. Wenn ein solches Auto eigenständig tanken solle, müssten die Tankstellen weiterentwickelt werden. Dies könnten Roboter sein statt eines menschlichen Tankwarts. Überhaupt liefen viele seiner Visionen auf Stellenabbau, Schließung von Geschäften und einer Gewinnmaximierung hinaus.

Mit der Kettensäge ging‘s an den Ruhestuhl.

Mit der Kettensäge ging‘s an den Ruhestuhl. Foto: Reinhard Baldauf

Für Dietmar Dahmen war es klar: „Der Angriff kommt von außerhalb des Markts.“ Wie komme es zu Innovationen? Für Dahmen einfach: „Irgendeiner muss es hassen, dann kommt die neue Idee.“ Überhaupt sah er in Ja-Sagern und Bewahrern des Status Quo Bremsen für Fortschritt. Es gelte aber: „Die Technologie hat sich geändert, aber das Grundbedürfnis nicht.“

Sein „schönes Leben“ könne der ausschließliche Einkauf im Internet sein, der Kühlschrank, der autonom Lebensmittel nachbestellt. Das gehe mit einem Sensor beispielsweise auch bei Packungen für Hundefutter. Sei der Füllstand auf einen bestimmten Stand gesunken, werde nachgeordert.

Begeisterte Unternehmer und Wirtschaftsförderer.

Begeisterte Unternehmer und Wirtschaftsförderer. Foto: Reinhard Baldauf

Es komme auf die Zeit an. Wer zögere, habe schon verloren. Der Kunde wolle Schnelligkeit. Ein Druck auf die App und schon müsse geliefert werden. Die letzte Konsequenz: „Die Faulen siegen. Die Fleißigen sind die Idioten.“ Dietmar Dahmen stellte aber auch die Frage: „Ist schneller immer besser?“ – Klare Antwort: „Natürlich nicht.“ Es gelte, für ein besseres Kundenerlebnis zu sorgen. „Wer zu fokussiert arbeitet, der verliert“, so der Entertainer. Das Kerngeschäft sei der Kunde.

Wer zu fokussiert arbeitet, der verliert.

Dietmar Dahmen

Dietmar Dahmen hatte sich vorab über Ahlen informiert. Hier ging es konkret um die Zukunft des Rathauses. Im Rahmen der von ihm postulierten Innovationen waren neues Denken und damit ein Neubau keine Frage.

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