Wahlkampfhilfe aus Würselen
Schulz – ein Seelenverwandter

Ahlen -

Bergbau verbindet: Genosse Martin Schulz zeigte sich bei einem Wahlkampfauftritt in Ahlen als „Seelenverwandter“. Als Kind sei er neben dem Bergwerk aufgewachsen. Er spüre Heimat.

Samstag, 13.04.2019, 18:54 Uhr aktualisiert: 14.04.2019, 16:40 Uhr
In der Leidenschaft des Bergbaus vereint: Martin Schulz kann sich beim Besuch des Jupp-Foto-Clubs nur schwer von den Motiven losreißen. Kindheitserinnerungen kommen auf.
In der Leidenschaft des Bergbaus vereint: Martin Schulz kann sich beim Besuch des Jupp-Foto-Clubs nur schwer von den Motiven losreißen. Kindheitserinnerungen kommen auf. Foto: Ulrich Gösmann

Einem bekennenden Europäer beschleichen bei einem Zwischenstopp in Ahlen Heimatgefühle. Seelenverwandt sei er, schmeichelt Martin Schulz am Samstagnachmittag, als er auf dem Glückaufplatz die ersten Hände schüttelt. Später in der Welt des von ehemaligen „Westfalen“-Kumpeln initiierten Jupp-Foto-Clubs überkommt den Wahlhelfer aus Würselen die Leidenschaft: „Das ist ja wie bei uns!“

Tiefschwarz verfärbt sich der Himmel über der Ahlener Zechenkolonie, als der rote Bulli des SPD-Stadtverbandes am Nachmittag mit Pavillonzelt, Biertischgarnitur und Grill vorfährt. Stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender Frederik Werning lässt sich davon nicht beirren. Der Gast komme etwas später. Bei seinem zweiten Auftritt nach Hamm habe es gerade in Lünen einen Eklat gegeben. Vier Rechte hätten die Veranstaltung gestört. Blick aufs Wetterradar: Bis zum Eintreffen scheine aber wieder die Sonne.

Das ist ja wie bei uns!

Martin Schulz

Recht soll er haben, als gegen 16.30 Uhr die dunkle Limousine vorfährt – und der Himmel aufreißt. Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat und Präsident des Europäischen Parlaments strahlt mit, reibt sich dann fröstelnd die Hände. Kalt sei‘s. „Ich ziehe mir jetzt erst mal den Mantel an.“

Martin Schulz in Ahlen

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  • Martin Schulz: Auf EU-Wahlkampfstopp in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
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  • Martin Schulz: Auf EU-Wahlkampfstopp in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann
  • Martin Schulz: Auf EU-Wahlkampfstopp in Ahlen Foto: Ulrich Gösmann

Fürs Bad in der Menge ist es noch zu früh. Einige Dutzend ringen sich um den prominenten Gast. Der scherzt nach wenigen Handschlägen: „Jetzt habe ich alle Einwohner von Ahlen persönlich gegrüßt.“ Ein Spaß, der die Stimmung hebt. Er sei nicht zum ersten Mal hier, erzählt der Nur-noch-Bundestagsabgeordnete im lockeren Plausch. Damals, als junger Bürgermeister in Würselen, habe ihn eine Versammlung des Eschweiler Bergwerkvereins nach Ahlen geführt. Hier irgendwo sei es gewesen. Sagt‘s und zeigt herum, ohne einen festen Punkt zu fixieren.

Den geben die Gastgeber des SPD-Kreisverbandes vor: die Ausstellung des Jupp-Foto-Clubs, in der die Kumpel in voller Vereinsmontur zum „Glück auf“ bereitstehen. Schulz spürt schon beim Gang durch die Tür „die Atmosphäre des Bergbaus“ – und lässt wissen, seelenverwandt zu sein. Als Kind sei er in Eschweiler neben dem Braunkohle-Tagebau geboren. Das habe ihn geprägt, das lasse ihn hier jetzt heimisch fühlen. Der Gang durch die Ausstellung daher keiner, der dem Protokoll genügen soll. Immer wieder bleibt er stehen, zeigt auf Motive, die auch bei ihm daheim damals hätten aufgenommen worden sein können. Und erzählt dazu seine Geschichten.

Mensch, das habt ihr schön hingekriegt.

Martin Schulz

Dann das Kompliment an die Kumpel: „Mensch, das habt ihr schön hingekriegt“. Die legen nach, öffnen eine Tür, die Schulz nicht erwartet hätte, und bitten in den dunklen Gang, flankiert von Feuertapete und Fotos, der an den Kokerei-Ofen von „Westfalen“ erinnert. Dem prominenten Gast verschlägt‘s fast die Sprache: „Mensch Klasse!“ lobt er in solcher Leidenschaftlichkeit, dass Zeit und Anlass seines Besuches für Minuten ausgeblendet scheinen: Europa und die Wahl.

Und weil über dem Glückaufplatz inzwischen die Sonne scheint, redet der Gast aus Würselen im Anschluss aus dem Stegreif unter freiem Himmel. Sein Bekenntnis zu einem starken Europa verbindet er mit einem impulsiven Appell, die Lehren aus zwei verheerenden Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beherzigen und den Populisten bei den bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament die Rote Karte zu zeigen.  

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