Anfahren des SMC
Modelle trotzen starkem Seegang

Ahlen -

Es ist immer ein Spektakel, wenn der Schiffsmodellclub zum Anfahren in die Langst einlädt. Diesmal gab es viel Neues zu sehen.

Montag, 15.04.2019, 11:36 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 15:44 Uhr
Jungfernfahrt der „Blue Sailor“: Jonas steuert die Rennjacht mit viel Geschick.
Jungfernfahrt der „Blue Sailor“: Jonas steuert die Rennjacht mit viel Geschick. Foto: Peter Schniederjürgen

An Wind mangelte es am Sonntag nicht, als der elfjährige Jonas seine Rennjacht „Blue Sailor“ auf dem Langstteich zur Jungfernfahrt schickte. Standesgemäß getauft vom Vorsitzenden des Schiffsmodllclubs ( SMC ) Ahlen Oliver Neuperger, stach der schnittige Segler mit gehöriger Krägung in See.

Die Taufen bilden den traditionelle Auftakt der Saison der Modellbootsbauer und Kapitäne. So auch am Sonntag beim ersten öffentlichen Clubauftritt des Jahres – dem Anfahren. „Wir haben noch mehr vor. Wir sind beim Richterbachfest dabei, wie immer beim Gourmetmarkt und im Juni beim Speedboottreffen und Schaufahren hier in der Langst“, kündigte Modell-Kommodore Oliver Neuperger an.

Rund 1000 Stunden Arbeit hat Josef Schuld in seinen Schlepper „Fairplay XI“ (oben) gesteckt.

Rund 1000 Stunden Arbeit hat Josef Schuld in seinen Schlepper „Fairplay XI“ (oben) gesteckt. Foto: Peter Schniederjürgen

Außer der „Blue Sailor“ tauchte auch der Neubau „Fairplay XI“ ins Langstwasser. Die „AZ“ hatte bereits vor zwei Jahren berichtet – mitten im Bau des Hamburger Hafenschleppers. Im Keller, oder besser der Modellwerft von Josef Schuld war der Schlepper nach exakten Bauplänen entstanden. „Besonders wirkt er im Dunkeln, wenn die Beleuchtung zu sehen ist“, versprach der Erbauer. Der hat unendliche Mühe darauf verwendet, alle denkbaren Details originalgetreu und funktionierend darzustellen. Dazu gehört neben der für Schlepper vorgeschriebenen Beleuchtung eine stattliche Anzahl von Suchscheinwerfern, Decksleuten und mehr. Und nicht nur die Tür zur Kommandobrücke ist an filigranen Scharnieren zu öffnen, hier funktioniert auch die gesamte Beleuchtung, die die Orientierung auf der Brücke möglich macht. Der Antrieb ist ebenfalls wie beim große Vorbild. „Schlepper müssen bauartbedingt sehr wendig sein, darum sind sie mit Cortdüsen ausgestattet“, erklärte Josef Schuld. Das sind einfach gesagt große Rohre, die beweglich um die ebenso drehbaren Schrauben angebracht sind – im Modell wie im Original. So hatte Josef Schuld rund 1000 Stunden in das Schiff investiert.

Modellbau braucht Liebe zum Detail.

Modellbau braucht Liebe zum Detail. Foto: Peter Schniederjürgen

Schneller, aber mit nicht weniger Einsatz hatte sich Skipper Jonas seinen Traum erfüllt. „Das Boot hat er sich selber zusammengespart“, berichtete Jonas‘ Großvater Gunther Schier. Selber Eigner mehrere Modelle hat der Opa wohl den Enkel mit dem Modellbauvirus angesteckt. „Und das schon ganz früh, seitdem Jonas drei ist kommt er mit, und mit fünf hat er das erste Mal selber gesteuert“, erzählte Gunther Schier. Mittlerweile besitze der Nachwuchsskipper neben dem Segelboot auch noch einen Schlepper und eine Motorjacht. Allerdings stand gerade der Segler im Kern des Interesses. Denn im kräftigen und böigen Wind musste der Rudergänger der ranken Jacht schon mächtig aufpassen.

Natürlich kamen trotz des nicht sehr einladenden Wetters wieder etliche Zuschauer zum Anfahren. Denn schließlich waren die unterschiedlichen Wasserfahrzeuge auch diesmal wieder eine Augenweide, ganz gleich ob es sich um Schlepper, Raddampfer oder Rennboote handelte.

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