Griffig die eine – gefährlich die andere
Freie Fahrt auf der „Dolberger“ – Tempo 30 auf der „Hammer“

Ahlen/Dolberg -

Schleichend geht‘s noch bis Ende des Jahres auf der außerstädtischen Hammer Straße durch die Kurve. Auf der Dolberger Straße kann unterdessen hochgeschaltet werden. Sie ist wieder griffig, meldet Straßen.NRW.

Montag, 15.04.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 09:38 Uhr
Schleichend durch die Kurve: Auf der Hammer Straße, die im Kurvenbereich zur Ahlener Straße wird, gilt noch bis zum Jahresende Tempo 30. Die Fahrbahn ist nicht mehr griffig.
Schleichend durch die Kurve: Auf der Hammer Straße, die im Kurvenbereich zur Ahlener Straße wird, gilt noch bis zum Jahresende Tempo 30. Die Fahrbahn ist nicht mehr griffig. Foto: Ulrich Gösmann

Wer nach Hamm fährt, muss durch diese Kurve. Runter von Tempo 70 auf 30 und – da mobile Radargefahr – den Tacho angespannt im Blick. Das kostet Zeit, das nervt. Und das bringt Sicherheit. Denn: Die Kurve ist durch!

Für Frank Hoffmann vom Landesbetrieb Straßen.NRW, Niederlassung Ruhr, ist der 250 Meter lange Streckenabschnitt der Hammer Straße, die im Knick zur Ahlener Straße wird, „hoch gefährlich“. Sie habe ein nicht zu unterschätzendes Griffigkeitsproblem. Das bereits im Sommer bei einer Untersuchung durch die Unfallkommission diagnostiziert worden war. Mit aufschreckendem Ergebnis: Messungen hatten gerade einmal die Hälfte des geforderten Wertes gebracht. Weil sofort gehandelt werden musste, wurde radikal reduziert. Seit Juli 2018 gilt Tempo 30.

Die Schäden sind zum Ende des Jahres beseitigt.

Frank Hoffmann

Neun Monate sind inzwischen vergangen. Der damaligen Ankündigung, die Sanierung mit hoher Priorität zu versehen, schickt Hoffmann am Montag im Redaktionsgespräch Konkretes hinterher. „Wir hatten zunächst darüber nachgedacht, die Kurve über eine Feinfräsung zu entschärfen, um dann eine neue Deckschicht hinterher zu ziehen.“ Doch die sei jetzt vom Tisch. Warum? „Weil dann doppelte Kosten entstehen.“ Da es im Zuständigkeitsbereich der Niederlassung Ruhr mehrere ähnlich gelagerte Stellen gebe, habe man sich entschieden, sie in einer Ausschreibung zu bündeln. Der Vertrag werde gerade erstellt, Mitte des Jahres würden die Aufträge vergeben. Hoffmann perspektivisch: „Die Schäden sind zum Ende des Jahres beseitigt.“

Ähnliche Situationen gebe es in einem Tunnel in Unna und auf der L 663 in Bönen. „Wenn die Griffigkeit nicht mehr gegeben ist, bedeutet das Rutschgefahr“, erklärt der Mann von Straßen.NRW. Beim Bremsen könne das Fahrzeug von der Bahn abkommen. In Unna seien Autos schon bei Tempo 50 aus der Kurve geflogen. Darum die Drosselung auf 30, so hart das für manche Verkehrsteilnehmer auch sein möge. Sicherheit gehe vor.

Hat sich erledigt: Auf der Dolberger Straße wird Tempo 50 zurückgezogen.

Hat sich erledigt: Auf der Dolberger Straße wird Tempo 50 zurückgezogen. Foto: Ulrich Gösmann

Gleiche Griffigkeitsmessungen werden übrigens auch an gerade fertiggestellten Straßen durchgeführt, so wie ganz aktuell auf der außerstädtischen Dolberger Straße, die seit Weihnachten wieder freigegeben ist und seither auf 3,8 Kilometern neuem Asphalt nur 50 Stundenkilometer gestattet. Sandra Beermann, Sprechern der Straßen-NRW-Niederlassung in Coesfeld, schickt am Montagmittag gute Nachrichten durchs Telefon: Die Griffigkeitsuntersuchungen hätten soeben stattgefunden. „Wir haben gerade eben der Firma mitgeteilt, dass die Schilder abgebaut werden können.“ Auf freier Strecke gelte fortan Tempo 100, in den Kreuzungsbereichen 70. „Und das vielleicht schon heute.“ Womit sich die Wahrnehmung des mysteriösen Wellenritts auf gerader Strecke weiter intensivieren dürfte. . .

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