Henning Rehbaum in Paris
Bedrückende Stille umfasst Notre-Dame

Ahlen / Paris -

Erschüttert vom verheerenden Großbrand der Kathedrale Notre Dame ist Henning Rehbaum. Mit seiner Familie verbringt der CDU-Landtagsabgeordnete derzeit seinen Urlaub in Paris – und wurde Augenzeuge der Katastrophe.

Dienstag, 16.04.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 16.04.2019, 16:48 Uhr
Die Zeitung „Le Monde“ von Dienstag zeigt die unfassbaren Bilder vom Verlust eines Kulturerbes. Noch schlimmer war es jedoch für Henning Rehbaum, die dramatischen Stunden des Großbrandes der Kathedrale von Notre-Dame hautnah mitzuerleben. Der CDU-Landtagsabgeordnete verbringt derzeit mit seiner Familie den Osterurlaub in Paris.
Die Zeitung „Le Monde“ von Dienstag zeigt die unfassbaren Bilder vom Verlust eines Kulturerbes. Noch schlimmer war es jedoch für Henning Rehbaum, die dramatischen Stunden des Großbrandes der Kathedrale von Notre-Dame hautnah mitzuerleben. Der CDU-Landtagsabgeordnete verbringt derzeit mit seiner Familie den Osterurlaub in Paris. Foto: privat

Der Himmel ist blau. Vögel zwitschern, blühende Bäume verbreiten Frühlingsgefühle in der Stadt der Liebe. Und mittendrin steht auch an diesem Montagvomittag jene imposante Trutzburg des Glaubens, der Jahrhunderte zwischen Krieg und Frieden offenbar nichts anhaben konnten: Notre-Dame.

Henning Rehbaum gehört zu den letzten Touristen, die das Herz von Paris besuchten, wie man es kennt. Wie man es bis Montagabend kannte. „Ich habe dieses beeindruckende Bauwerk zum ersten Mal in meinem Leben gesehen“, beschreibt der heimische CDU-Landtagsabgeordnete im Gespräch mit der „Ahlener Zeitung“. Mit seiner Familie befindet sich der Politiker derzeit im Osterurlaub in der französischen Hauptstadt. Da ist Notre-Dame natürlich Pflichtprogramm.

Am Morgen der Katastrophe besuchen Rehbaums die 1163 bis 1345 errichtete gotische Kathedrale. Und wie die Pariser empfinden sie das große Gerüst in der Mitte nicht als störend, sondern beruhigend. „Daran ließ sich erkennen, dass die uralten Mauern einer gründlichen Sanierung unterzogen werden. Da macht man sich doch um die Zukunft eines solchen Hauses keine Sorgen“, so der Gast aus dem Münsterland. Die beiden Türme aus Naturstein ragen 69 Meter in die Höhe. Sie werden durch den schlanken hölzernen Vierungsturm über dem Mittelschiff sogar noch überragt. Er thront noch in etwa 93 Metern Höhe, als Henning Rehbaum vom Seineufer ein Foto wie aus dem Bilderbuch schießt. Dass es noch am selben Abend zu einer historischen Aufnahme avancieren würde, ahnt der Hobbyfotograf zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Am frühen Nachmittag sendet das ZDF, das auch in Paris empfangen wird, einen aufmunternden Beitrag in der Sendung „Heute in Europa“. Es geht um die meterhohen Zierfiguren rund um den Mittelturm, die vorigen Donnerstag in einer aufsehenerregenden Kranaktion von der Kathedrale demontiert wurden. Ein Teil der besagten Sanierungsmaßnahmen, die noch bis 2022 andauern sollten.

Montagvormittag ist noch alles in Ordnung. Gut zehn Stunden später glüht Notre-Dame wie eine riesige Fackel.

Montagvormittag ist noch alles in Ordnung. Gut zehn Stunden später glüht Notre-Dame wie eine riesige Fackel. Foto: Henning Rehbaum

„Knapp zehn Stunden nach unserem Besuch sah ich aus dem Fenster unserer Ferienwohnung den schwarzen Rauch aufsteigen und Hubschrauber kreisen.“ Im Fernsehen verfolgt der Landespolitiker in den Stunden darauf die verzweifelten Versuche der Feuerwehrkräfte, gegen die meterhohen Flammen zu kämpfen.

Am Dienstagvormittag zieht es Henning Rehbaum erneut zu Notre-Dame, wo er sich in die Menschenmassen einreiht, die fassungslos vor den Mauern stehen, hinter denen noch immer zahllose Helfer zum Teil lebensgefährliche Lösch- und Rettungsmaßnahmen verrichten. Die Tageszeitung „Le Monde“, die der Gast in den Händen hält, titelt „Notre-Dame – unsere Geschichte“. Wenige Worte, denn das Bild sagt alles: Hier verschwinden unschätzbare kulturelle Werte in der Glut.

Anders als in vielen Teilen Europas lacht über Paris an diesem Morgen keine Sonne. Statt blauem Himmel herrscht graue Tristesse. Die unbeschwerte Frühlingsstimmung ist verflogen, genau wie die Vögel, die den Touristenschwärmen hier noch am Montag ein Konzert gegeben haben. „Es herrscht bedrückte Stimmung rund um die Kathedrale. In diesen Stunden erfasst mich großes Mitgefühl für unsere französischen Nachbarn“, so Rehbaum. Er könne nur hoffen, dass „dieses wunderschöne Bauwerk wieder aufgebaut wird und im weiteren Verlauf niemand zu Schaden kommt“.

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