Abriss und Neubau
Kaufland: Samstag letzte Schicht

Ahlen -

Kaufland schließt, reißt ab, baut neu und kehrt zurück ins Ahlener Kleiwellenfeld. Für Stefanie Link ist der Abschied aber ein endgültiger. Ihr kultiger Schlemmer-Treff passe nicht mehr ins Konzept. Und nun? Umzug – mit Wurst und neuem Wagen.

Mittwoch, 17.04.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 10:10 Uhr
Im schönen Sonnenschein: Für die Kaufland-Filiale läuft jetzt die letzte Woche vor der Schließung. Wann abgerissen und neu gebaut wird, steht noch offen. Weiter fehle die Baugenehmigung, heißt es aus der Zentrale in Neckarsulm.
Im schönen Sonnenschein: Für die Kaufland-Filiale läuft jetzt die letzte Woche vor der Schließung. Wann abgerissen und neu gebaut wird, steht noch offen. Weiter fehle die Baugenehmigung, heißt es aus der Zentrale in Neckarsulm. Foto: Ulrich Gösmann

„Schluss Aus Ware raus!“ Kurz und knackig die plakative Botschaft, die Kunden im Discounter schwarz auf pink zwischen noch gut bestückten Regalen ins Auge sticht. Dazu immer wieder abgespielt die charmante Stimme vom Band: Kaufland hübsche sich auf. Im Klartext heißt das: Abriss für den Neubau. Und: Schicht am Samstag im Kleiwellenfeld.

Letzte Fotos vom Altbau? Bitte nur draußen. Kameras sind drinnen nicht erwünscht. Das in die Jahre gekommene Erscheinungsbild müsse nicht noch nach außen transportiert werden, bittet die Unternehmenskommunikation im fernen Neckarsulm um Zurückhaltung. Es sei schon schlimm genug, diesen Zustand den Kunden noch zumuten zu müssen. Sprecherin Andrea Kübler lädt stattdessen am Samstag zum letzten großen Ostereinkauf ein – regulär bis 22 Uhr. Für viele der Fragen, die sich stellen, scheint es vier Tage vor dem Finale aber noch zu früh, beantwortet zu werden.

Nach Ostern wird die Filiale geräumt

„Dienstag nach Ostern beginnen die vorbereitenden Maßnahmen, um die Filiale zu räumen. Die Ware wird ausgeräumt und in nächstgelegene Filialen umgelagert“, lässt Andrea Kübler wissen. Parallel würden Regale und Kühlmöbel abgebaut sowie Kassen und Beleuchtung deinstalliert. „Da uns noch keine Baugenehmigung vorliegt, können wir Ihnen leider noch keine Angaben über die zukünftige Gebäudegröße und Verkaufsfläche machen“, heißt es aus der Zentrale der Kaufland-Stiftung. Leider auch das: Eine Visualisierung des neuen Markts liege noch nicht vor.

Während der Schließungszeit werden die rund 80 Mitarbeiter an umliegenden Standorten eingesetzt. Kunden, die Kaufland in der Übergangszeit die Treue halten wollen, finden die nächsten Filialen in Bergkamen-Rünthe, in Beckum und dreimal in Hamm. Wie lange das sein wird – auch diese Antwort später. 

Schluss mit Schlemmern vor dem Kaufland: Stefanie Link zieht um.

Schluss mit Schlemmern vor dem Kaufland: Stefanie Link zieht um. Foto: Ulrich Gösmann

Die letzte Klappe fällt am Samstag auch für Stefanie Link . Comeback? Ja, aber nicht hier. „Der Standort wird komplett aufgegeben. Ich passe leider nicht in das neue Konzept von Kaufland“, bedauert die Betreiberin des Schlemmer-Treffs, die selbst bei ernsten Worten ihre gute Laune nicht verliert. Ganz weg aus dem Kleiwellenfeld sei sie ja schließlich nicht. Sechs Wochen für den Übergang. Aber dann – im Juni – Neustart auf dem Raiffeisen-Gelände. „Ich wollte in der Nähe bleiben. Ich habe viele Stammkunden aus Hamm und Dolberg, von Firmen und natürlich meine Jungs von der Bundeswehr. Die kann ich doch nicht alleine lassen.“

Ich wäre schon gerne geblieben.

Steffi Link

Einer der Aufklärer aus der Westfalenkaserne hat das Gespräch mitbekommen, unterbricht seine „Platte“ und lässt wissen, nicht auf Steffis Imbiss verzichten zu wollen. So wie ihm gehe es auch anderen Kameraden. Schade genug, dass Kaufland auf längere Zeit die Segel streiche. Es sei immer praktisch gewesen, mittags kurz rüberzukommen, ein paar Dinge aus dem Laden mitzunehmen und dann auch gleich hier Mittag zu essen. Stefanie Link hört‘s mit Freude. „Ich wäre schon gerne geblieben. Es war immer mein Wunsch, dass ich wiederkommen darf.“ Die Nachricht, die sie im Februar bekam, war dann aber eine andere.

Doch egal: Am Samstagabend ist Schluss. Danach wird ausgeräumt. Den Container lässt Steffi zurück. Er sei eh nur angemietet. In Zukunft brutzeln ihre kultigen Bratwürstchen in einem Imbisswagen. Wer weiß, wo es den Schlemmer-Treff an den freien Wochenenden dann noch hinführt – bei so viel neuer Mobilität.

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