Theater „Besonders Anders Sein“
Appelle ans Gefühl und ans Gehirn

Ahlen / Beckum -

Es ist keine leichte Kost, die die „Besondere Theatergruppe“ bietet. Das Lachen wird dem Publikum wahrscheinlich öfter mal im Halse stecken bleiben.

Donnerstag, 18.04.2019, 21:00 Uhr
„Smile“ – immer nur lächeln, wenn der Vorhang aufgeht: Katrin Meier, Maria Bomba und Kevin Güde.
„Smile“ – immer nur lächeln, wenn der Vorhang aufgeht: Katrin Meier, Maria Bomba und Kevin Güde. Foto: Sabine Tegeler

Ich kann nicht laufen. Ich habe einen Herzfehler. Ich habe eine Grammatikschwäche. Ich bin schnell unsicher. Ich kann keine Komplimente annehmen – Sätze als Antwort auf die Frage „Warum bist du besonders?“ zu Beginn des Stücks „Besonders Anders Sein“: ein erster zum Nachdenken anregenden Moment für die Zuschauer. „Besonders Anders Sein“ ist eine Arbeit der Ahlener Theaterpädagogin Andrea Kühn-Parciany und einem Ensemble aus behinderten und nicht-behinderten Menschen aus dem Kreis Warendorf, das am 4. Mai am Stadttheater Beckum Premiere hat.

Mandy Jehne lächelt für Instagram.

Mandy Jehne lächelt für Instagram. Foto: Sabine Tegeler

Das Bühnenbild kommt ohne Requisiten aus, die Darstellerinnen und Darsteller sind weiß gekleidet. Sie werden dadurch einerseits gleich und heben sich andererseits doch kontrastreich vom schwarzen Hintergrund ab.

Auf das Gleichsein wird auch später der Fokus gelegt – beim Tanz zu „The Last Unicorn“. Die Darsteller tragen zur weißen Kleidung noch weiße Masken. Wer ist behindert und wer nicht? Schwer festzustellen und damit wieder eine Szene, die herausfordert.

Mit Masken sind alle gleich.

Mit Masken sind alle gleich. Foto: Sabine Tegeler

Ja, es wird schon lustig zeitweise. In der Instagram-Szene zum Beispiel, als Mandy ein sexy Foto von sich hochlädt und anerkennende Reaktionen kommen: Hey, süße Maus! Das Lachen bleibt allerdings im Halse stecken, als Theresas Foto kommentiert wird: Geh mal sterben. Die nachfolgende Szene zum Lied „Smile“, das einst von Charlie Chaplin gesungen wurde, rührt umso mehr: Vorhang auf und immer lächeln!

Die Musik setzt das Ensemble bei „Besonders Anders Sein“ gezielt ein, trifft damit die Zuschauer – ein sinnlicher Appell an die Gefühle. Die Textpassagen im Kontrast dazu ein provokanter Appell ans Gehirn: Denk nach, was du sagst.

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