Rathausfrage
Einig im Zorn auf die Verwaltung

Ahlen -

Überfahren fühlten sich die Fraktionsvorsitzenden von Grünen, BMA und FWG durch den Vorstoß der Verwaltung, Abriss und Neubau von Rathaus und Stadthalle zu favorisieren. Sie verließen unter Protest die nicht-öffentliche Sitzung.

Samstag, 04.05.2019, 10:28 Uhr
Unter Protest haben Petra Pähler-Paul (Bündnis 90/Die Grünen), Heinrich Artmann (FWG) und Matthias Bußmann (BMA) am Freitagnachmittag die Ratsinformationsveranstaltung verlassen und formulierten anschließend ihren Unmut über die Verwaltung.
Unter Protest haben Petra Pähler-Paul (Bündnis 90/Die Grünen), Heinrich Artmann (FWG) und Matthias Bußmann (BMA) am Freitagnachmittag die Ratsinformationsveranstaltung verlassen und formulierten anschließend ihren Unmut über die Verwaltung. Foto: Dierk Hartleb

„Wir fühlen uns von der Verwaltung düpiert.“ In diesem Punkt sind sich die Grüne Petra Pähler-Paul, FWG-Chef Heinrich Artmann und sein BMA-Kollege Matthias Bußmann einig. Gemeinsam hatten sie am Freitagnachmittag die nichtöffentliche Ratsinformationsveranstaltung unter Protest verlassen, in der die Verwaltung die Vorlage zum Rathausneubau, also Plan B, vorstellte.

Heinrich Artmann hatte seinem Unmut über das Vorgehen der Verwaltung sogleich in einer Mail an den Bürgermeister Luft gemacht. Noch vor der Sitzung hatte Dr. Alexander Berger in ei­nem Radio-Interview erklärt, dass die Stadt beabsichtige, einen Bürgercampus für insgesamt 92 Millionen Euro zu errichten. „Wofür treffen wir uns gleich nichtöffentlich?“, wollte Artmann wissen, wenn ohnehin der Eindruck erweckt werde, als sei alles schon beschlossene Sache. Auch Matthias Bußmann war sauer. „Die Verwaltung schaltet die Vorlage zu Plan B zwei Stunden vorher im Netz frei und erwartet von uns, dass wir uns mit dem Thema schon ernsthaft beschäftigt haben?“ Das sei doch wohl ein Witz. Und überhaupt: Warum plötzlich diese Eile, nachdem man drei Jahre habe verstreichen lassen?

Petra Pähler-Paul nahm Stadtbaurat An­dreas Mentz ins Visier. Die Frage, wo er seine berufliche Zukunft sehe, wenn im nächsten Jahr seine Amtszeit auslaufe, müsse erlaubt sein. In diesem Zusammenhang erinnerte Pähler-Paul daran, dass der Beigeordnete sich zumindest einmal der Wiederwahl in Ahlen stellen müsse.

„Wir drei haben völlig unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft von Rathaus und Stadthalle“, betonten die Fraktionsvorsitzenden. Während die BMA eine Sanierung des Rathauses unter Beteiligung eines Investors favorisiert, befürwortet die FWG eine Sanierung nur dann, wenn sie nachgewiesen technisch machbar ist, und die Grünen sind gegen eine Sanierung. „Aber wir würden gern vorher über die Alternativen sprechen“, betonte Pähler-Paul.

Heinrich Artmann äußerte die Überzeugung, dass sich CDU und SPD längst hinter verschlossenen Türen geeinigt hätten. „Aber wir gehen diesen Weg nicht mit“, unterstrich er. Angesichts der Summen, die für den Neubau von Rathaus und Stadthalle genannt würden, komme er zu dem Schluss, dass der Bürgermeister die Stadt vor die Wand fahre.

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