„Lindstärke 10“
Songs aus „100 Jahren Lindenwerk“

Ahlen -

Das war eine gute „Honky Tonky Show“. Die Tributeband „Lindstärke 10“ brachte die Songs von Panikrocker Udo Lindenberg gekonnt auf die Bühne.

Sonntag, 05.05.2019, 15:00 Uhr
Frontmann Claus Beike von „Lindstärke 10“ gab zusammen mit der Band souverän den Udo Lindenberg.
Frontmann Claus Beike von „Lindstärke 10“ gab zusammen mit der Band souverän den Udo Lindenberg. Foto: Christian Feischen

„Und abends läuft die Honky Tonky Show“: Der kultige Eierlikör für das Publikum durfte beim mit Hut und Sonnenbrille präsentierten Lindenberg-Tribute-Konzert am Samstagabend im Saal des Bürgerzentrums Schuhfabrik genauso wenig fehlen wie ziemlich aussagekräftige politische Einlassungen gegen Rechtspopulisten.

Laut verzerrtes E-Gitarrenspiel zum swingenden Schlagzeug mit dazu nuschelig auf Deutsch gesungenen Texten, die mal lustig, mal melancholisch von der Kneipe „Onkel Pö“ in Hamburg erzählten, wo Lautsprecher heiß laufen, „weil die Tochter da ist, wo die Action ist“, während „die Mutter allein Krimi oder Quiz“ am Fernseher guckt oder ein „Mädchen aus Ost-Berlin“ einem das Herz und den Kopf verdreht und man doch sein eigenes „Ding“ im Hotel macht, dann ist „Alles klar auf der Andrea Doria“ – wenn es eben um Musik von Udo Lindenberg geht.

Den seit mittlerweile fast 50 Jahren aktiven Deutschrocker würdigten die fünf Musiker von „Lindstärke 10“ aus Münster und Osnabrück – selbst schon seit über zehn Jahren als Cover- und Tributeband des selbst erklärten „Panikpräsidenten“ unterwegs – auf der Büz-Bühne mit einem rockigen, immer wieder mit viel Applaus bedachten Konzert.

„Ey, Ahlen, wir spielen jetzt 100 Minuten lang aus 100 Jahren Lindenwerk“, scherzte der Frontmann von „Lindstärke 10“ zur Begrüßung, als es an die Auswahl aus dem reichhaltigen „Panikorchester“-Repertoire ging. Mit solchen Lindenberg-typischen Sprüchen und Spitznamen der Musiker mit Anspielungen auf die tatsächlich rund 600 Song-Klassiker des Sängers, Texters und Komponisten aus Gronau, der den Deutschrock seit Anfang der 1970er Jahre ganz entscheidend mitgeprägt hat, lieferten Sänger „Captain Chaos“ Claus Beike , Gerrit Eilert „Gnadenlos“ an der Gitarre, „Doktor M.“ Martin Wede an den Keyboards sowie Bassist Reinhard Wolters und Schlagzeuger Christian Schulze Severing als Quintett jenen Sound, den der originale Udo immer wieder mit seinem großen „Panikorchester“ auf die Bühne bringt.

Äußerlich mit Hut und Sonnenbrille sowie dazugehöriger Gestik und tänzelnden Bewegungen dem musikalischen Vorbild zum Verwechseln ähnlich, gelang Frontmann Claus Beike mitsamt druckvoll aufspielender Band ein unterhaltsamer und abwechslungsreicher Konzertabend, der neben vielen spaßigen Rocksongs auch das Ernsthafte nicht ausließ, das Udo Lindenbergs Musik ebenso ausmacht wie liebevolle bittersüße Balladen. Zum Anti-Neonazi-Song „Sie brauchen keinen Führer“ erinnerte Claus Beike mit Ahlen-Bezug gar an Paul Rosenbaum und die friedliche Übergabe Ahlens zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Und zu den hardrockig dargebotenen Versen über Demokratie gefährdende „Germanen-Gangs“ sangen und klatschten die über 100 Zuschauer am Samstag ebenso mit wie zu den sanften, ruhigen Songs. Rockmusik kann eben zugleich aussagekräftig und einfühlsam sein – so wie es Udo Lindenberg seit knapp fünf Jahrzehnten immer wieder erfolgreich und mit kritischen Zwischenzeilen umsetzt. Auch der Tributeband gelang das: Wie im Hit „Hinterm Horizont“ ging es schließlich bei einer weiteren Runde kultigen Eierlikörs für das Publikum mit vier Zugaben ganz im Sinne der vom Original in den 1970er Jahren besungenen nicht enden wollenden „Honky Tonky Show“ noch „immer weiter“.

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