Ahlens Abstandsrechnungen
Osterfeuer ein Fall für Mathematiker

Ahlen -

Fallen Osterfeuer kleiner aus, reicht auch weniger Abstand. Genauer gerechnet wird in der überarbeiteten Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Ahlen. Und nach der drohen künftig auch Bußgelder.

Mittwoch, 08.05.2019, 19:00 Uhr
Nicht nah am Wasser, sondern an der Scheune: ein außer Kontrolle geratenes Osterfeuer in der Bauerschaft Hinteler.
Nicht nah am Wasser, sondern an der Scheune: ein außer Kontrolle geratenes Osterfeuer in der Bauerschaft Hinteler. Foto: Feuerwehr

Brenzlige Situation Ostersonntag in der Bauerschaft Hinteler: Auf einem landwirtschaftlichen Anwesen drohte ein Osterfeuer auf eine Scheune überzugreifen (wir berichteten). Ein überflüssiger Einsatz für die Feuerwehr , wäre der Mindestabstand eingehalten worden. Doch der darf jetzt schrumpfen, wenn weniger aufgelegt wird.

Gabriele Hoffmann , Leiterin der Rechts- und Ordnungsabteilung, schickte das brandaktuelle Beispiel am Dienstagnachmittag in der Sitzung des Ausschusses für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen vorweg, um die Notwendigkeit klarer Regeln zu verdeutlichen. Was künftig erlaubt ist, legt die 2. Änderung der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Regelung von Brauchtumsfeuern fest. Ein Fall für Mathematiker, denn: Durch Reduzierung von Durchmesser und Höhe verringert sich Volumen. Und das gestattet wiederum geringere Mindestabstände. 50 Meter sollen künftig reichen – statt der bisher 100.

Wir haben sie in Abstimmung mit der Feuerwehr aber nicht verboten, wenn der Abstand mindestens 50 Meter betrug...

Gabriele Hoffmann

Die aktuelle Verordnung enthielt lediglich Abstände, nicht aber Maximalgrößen. Wohl aber einen Maximaldurchmesser von sechs Meter. In NRW gebe es laut Verwaltungsvorlage zahlreiche Regelungen. Die Festlegung eines Abstandes von 100 Metern hätte dazu geführt, dass zahlreiche Feuer diese Distanz unterschreiten. Auf dieser Grundlage, ließ Ga­briele Hoffmann wissen, hätten 21 von 54 Feuern gar nicht stattfinden dürfen. „Wir haben sie in Abstimmung mit der Feuerwehr aber nicht verboten, wenn der Abstand mindestens 50 Meter betrug, der Durchmesser kleiner als fünf Meter war und die Höhe geringer als 2,50 Meter.“ Mehr der Zahlen: Bei einem Durchmesser von fünf Meter und einer Höhe von maximal 3,50 Meter errechnet sich ein Brenngut von maximal 70 Kubikmeter. Vorher waren maximal 100 Kubikmeter möglich. Die Reduzierung gestattet jetzt eine Verkleinerung des Abstandes von 100 auf 50 Meter. Ausnahme: Feuer am Waldrand. Bei Verstößen drohen Verwarn- und Bußgelder.

Ökologische Alternative: Mulchen

Heinrich Artmann (FWG) fand die Regelung „sehr sinnvoll.“ Anlass eines Osterfeuers sei nicht, möglichst viel Brennholz zu verfeuern. Dafür gebe es ökologische Alternativen – wie das Mulchen.

Der Ausschuss stimmte der Änderung einstimmig zu.

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