Wagner-Straße vom Ring getrennt
Sperre steht! Ruhe auf Probe

Ahlen -

Die Straßensperre steht. Über den Konrad-Adenauer-Ring geht‘s jetzt nicht mehr in die Richard-Wagner-Straße. Ein Verkehrsversuch – mit Nebenwirkungen?

Montag, 13.05.2019, 16:09 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 19:12 Uhr
Bärbel und Michael Hartleif sehen den Versuch selbstkritisch.
Bärbel und Michael Hartleif sehen den Versuch selbstkritisch. Foto: Ulrich Gösmann

Ruhe auf Probe auf der Richard-Wagner-Straße! Seit Montag, 9.28 Uhr, steht die Sperre, die das Wohnquartier vom Konrad-Adenauer-Ring abklemmt. Acht Hütchen stellen sich all denen in den Weg, die verkürzen wollen. Mensch, ärgere dich nicht!

Ob das die Lösung ist? Bärbel und Michael Hartleif sind gleich auf der Straße, als die Männer der städtischen Straßenunterhaltung mit Laster und Bagger vor ihrem Eckgrundstück vorfahren. Wohl kaum jemand ist den Verkehrsbelastungen mehr ausgesetzt, als sie. Vor Kopf der Ring, zur Seite die Richard-Wagner-Straße – sie trifft es doppelt!

Keine 30 Minuten soll‘s dauern, bis zumindest auf einer Seite himmlische Ruhe eingekehrt, die Bärbel Hartleif schon fast „unheimlich“ ist. Die Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe haben sich zunächst den Linksabbieger vorgenommen, der vom Ring ins Wohnquartier führt. Den blockieren jetzt Baken. Und ein Hinweisschild mit zwei klaren Ansagen: Sackgasse! Und: „Bis AWO frei.“

Sperre Richard-Wagner-Straße

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  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
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  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann
  • Auf Probe: Die Richard-Wagner-Straße ist vom Ring abgebunden. Foto: Ulrich Gösmann

Mit dem Bagger geht‘s dann auch gleich an die Betonhütchen, die vom Laster auf die vormarkierten roten Kreise quer über die Fahrbahn gehoben werden. Es hat was von „Mensch ärgere dich nicht“ im XXL-Format. Erste Verlierer lassen nicht lange auf sich warten. Noch während der Feinjustierung stehen Autofahrer vor der Sperre, staunen, fluchen und drehen teils abenteuerlich wieder um. Weil das Hugo-Stoffers-Seniorenzentrum weiterhin angefahren werden kann, empfiehlt sich die Einfahrt als Wendepunkt. Einer setzt auf Risiko und versucht‘s auf dem Ring inmitten des Gegenverkehrs.

André Stein, neuer Leiter der Straßenverkehrsbehörde, gibt dem auf einen Monat angesetzten Verkehrsversuch eine zweiwöchige Anlaufphase: „Das muss sich erst einspielen.“ Erst dann werde gemessen. Hier und in den Straßen drum herum, um belastbare Zahlen über die neuen Verkehrsflüsse zu haben. Die sind dann Grundlage für weitere politische Entscheidungen.

Der Kollaps ist vorprogrammiert.

Bärbel Hartleif

Ob das die Lösung ist? Anwohner Michael Hartleif gibt sich selbstkritisch. Einerseits sei die Verkehrssituation gerade in den Morgenstunden und nachmittags ab vier „äußerst belastend“. Andererseits: „Wir haben uns selbst sehr schwer getan, ob wir das jetzt gutfinden sollen.“ Ihre Garage liegt an der Mozartstraße. Hartleif: „Wenn wir auf den Ring wollen, müssen wir jetzt einmal die große Runde machen.“ Auch Ehefrau Bärbel spürt in sich zwei Herzen schlagen: „Die Anwohner der Richard-Wagner kann ich gut verstehen. Doch das belastet jetzt andere. Das geht auch nicht.“ Der Kollaps sei vorprogrammiert – auf dem Ring und auf der Kapellenstraße. Irgendwie müsse sich noch eine andere Lösung finden lassen. Die Hartleifs hatten ihr Haus 1978 ans Eck gesetzt. Damals sei noch vom Mittleren Verkehrsring die Rede gewesen, dem ein äußerer folgen sollte. Eine echte Lösung könne jetzt nur die B 58n sein.

Wie soll der Krankenwagen künftig schnell zu uns kommen?

Annika Prinz

Auch Annika Prinz zeigt sich hin- und hergerissen. Sie lebt seit drei Jahren an der Josef-Lanner-Straße. „Man kam gar nicht raus. Es war eine Katastrophe“, spricht sie schon in der Vergangenheit – und genießt für den Moment die Ruhe. Doch dann ihr Einwand: „Wie soll der Krankenwagen künftig schnell zu uns kommen?“ Bei einem Herzinfarkt zähle doch jede Minute. Den Rettungskräften sei eine wichtige Ausweichstrecke genommen worden, um schnell durch die Stadt zu kommen.

Andere haben unterdessen schon eine Ausweichstrecke für sich entdeckt. Sie machen am Montagmorgen die Runde über die Mozartstraße, für die es seit 9.28 Uhr mit der himmlischen Ruhe zunächst einmal vorbei zu sein scheint. . .

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