Siegerentwurf setzt aufs Wasser
Stadtpark öffnet sich der Werse

Ahlen -

Wasserterasse, Duftgarten und Skulpturenwald, eingebettet in urwüchsigem Grün: Mit ihrem Entwurf haben die Scape-Landschaftsarchitekten überzeugt. In zwei Jahren soll Ahlens Stadtpark überarbeitet sein. Und offen für alle...

Dienstag, 14.05.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 09:36 Uhr
Ihr neuer Stadtpark: Die Entwürfe von Hiltrud M. Lintel sind jetzt im Rathaus zu sehen. Ihren Lieblingsplatz hat die Planerin bereits gefunden: die Pergola.
Ihr neuer Stadtpark: Die Entwürfe von Hiltrud M. Lintel sind jetzt im Rathaus zu sehen. Ihren Lieblingsplatz hat die Planerin bereits gefunden: die Pergola. Foto: Ulrich Gösmann

Ihr Lieblingsplatz? Ganz klar: „Der Wassergarten an der Pergola.“ Für Hiltrud M. Lintel das Sahnehäubchen, das Schmankerl. Die Düsseldorferin ist die Frau, die Ideen für Ahlens neuen Stadtpark in einen Entwurf gearbeitet hat, ohne an seine Wurzeln zu gehen. Und das so überzeugend, dass die Jury des Gestaltungswettbewerbs die­ „Scape ­Landschaftsarchitekten“ zum Sieger kürte.

Alle vier eingereichten Arbeiten hätten es werden können, schickt Baudezernent Andreas Mentz der Bekanntgabe am Dienstag vorweg. Doch die von Scape trage mit Abstand die größten Stärken zusammen. Damit ist das hölzerne Mammut – Blickfang eines anderen planerischen Absenders – raus.

Stadtpark Ahlen

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  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann
  • Blick in Ahlens blühenden Stadtpark. Foto: Ulrich Gösmann

Hiltrud M. Lintel zeigt sich in der ersten öffentlichen Präsentation ihres Entwurfs am Vormittag auf der Sitzungsetage des Rathauses leidenschaftlich. Den Stadtpark hat sie in vier Bereiche gegliedert. Die Werseaue ist einer davon. Mit Wasserterrasse, Sitzstufen und Trittsteinen, über die es ans andere Ufer gehen kann. Das wiederum etwas abzuflachen sei, um das Gewässer in der Gesamtgestaltung sichtbarer zu machen. Raus aus dem zufälligen Erscheinungsbild seiner Randlage.

Die Pagoden sollen überarbeitet und neuer Parkmittelpunkt werden.

Die Pergola soll überarbeitet und neuer Parkmittelpunkt werden. Foto: Ulrich Gösmann

Zweiter Bereich – die Kampenwiese. Sie ist offene Parkmitte. Die in die Jahre gekommene und inzwischen von Sicherheitsgittern abgeschirmte Pergola soll eine Renaissance erleben und zum zen­tralen Treff- und Mittelpunkt werden, auf den das überarbeitete Wegenetz zuläuft. Ihr angeschlossen ein Wassergarten, dessen Becken – ökologisch wertvoll – begrünt werden könnten. Keine Fontänen, keine Wasserspielereien: „Wir brauchen einen benutzbaren Park und keinen dekorativen Aufwand.“ Das sei ihr Konzept. Deshalb auch insektentaugliche Blühbereiche. Von der Pergola gehen Lintels Blicke über die große Wiese auf eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen. Weiter rechts zeigt sie den Kitzig-Brunnen, der bleiben solle. Die beiden Spielbereiche in Randlage will die Planerin auf die Wiese holen. Attraktive Angebote wie diese seien Anziehungspunkte.

Der Kitzig-Brunnen soll erhalten bleiben.

Der Kitzig-Brunnen soll erhalten bleiben.

Der dritte Bereich bezieht im Süden direkte Nachbarn mit ein. Das Kunstmuseum soll mit einem Skulpturenwald in den Park strahlen, das St. Vinzenz könnte sich mit einem Parkcafé an den Wochenenden öffnen.

Ihren vierten Schwerpunkt setzt die Landschaftsarchitektin an der Nahtstelle zu Robert-Koch-Straße und Krankenhaus. Die vorhandenen Parkplätze sollen weitestgehend verschwinden, der Park sich für Patienten und ihre Besucher einladend öffnen. Ein Duft- und Heilgarten zeichnet mit Blütenbändern aus Lavendel und Flieder die Lage einstiger Mühlengräben nach. Hier hat Hiltrud M. Lintel ihren zweiten Lieblingsplatz gefunden.

Einladend: Wersebalkon, Pagoden und Wassergarten.

Einladend: Wersebalkon, Pergola und Wassergarten. Foto: Ulrich Gösmann

Baudezernent Andreas Mentz betont die Einarbeitung vieler Bürgerwünsche in den Entwurf. Das sei Ergebnis spannender Gestaltungswerkstätten. Die Werse habe jetzt die große Chance, ökologisch aufgewertet zu werden. Was im Detail mit dem Wasser- und Bodenverband abzustimmen sei. Und auch den Bereich Krankenhaus und Koch-Straße sieht er abgetrennt – unter fachlicher Einbeziehung der Straßenbauer.

Urwüchsiger Baumbestand, Markenzeichen des Stadtparks – auch nach seiner Neugestaltung.

Urwüchsiger Baumbestand, Markenzeichen des Stadtparks – auch nach seiner Neugestaltung. Foto: Ulrich Gösmann

Läuft alles nach Plan, könnte Ahlens Stadtpark Ende 2021 überarbeitet sein. Jetzt über die Kosten zu sprechen, zeigt sich der Dezernent zurückhaltend, sei allerdings verfrüht. Er sieht sie in der Größenordnung der Maßnahme Berliner Park, die bei rund einer Million Euro gelegen habe. Und das bei einer 80-prozentigen Förderung, mit der auch jetzt innerhalb des Stadterneuerungsprogramms zu rechnen sei.

Alle vier Arbeiten sind jetzt für zwei Wochen im Rathauses zu entdecken. Inklusive Jurybewertungen.

Der Stadtpark – noch näher am Krankenhaus. Das dürfte Parkplätze kosten.

Der Stadtpark – noch näher am Krankenhaus. Das dürfte Parkplätze kosten. Foto: Ulrich Gösmann

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