Vorsicht! Eichenprozessionsspinner
„Wir werden sie nicht mehr los“

Ahlen -

Die Stadt Ahlen warnt vor dem Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner. Der könnte sich in Kürze auch in Ahlen wieder zurückmelden.

Mittwoch, 15.05.2019, 14:32 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 17:22 Uhr
Können bei Kontakt gefährlich werden: Raupen des Eichenprozessionsspinners.
Können bei Kontakt gefährlich werden: Raupen des Eichenprozessionsspinners. Foto: Stadt Ahlen

Unangenehme Bekanntschaft haben die Menschen im Münsterland mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners machen müssen. Im vergangenen Frühsommer traten sie erstmals unübersehbar auch dort auf, wo sie bislang nicht heimisch waren. Schon bald wird erneut mit ihrem punktuellen Auftreten zu rechnen sein. „Wir werden sie nicht mehr los“, sagt Michael Göttfert vom Ordnungsamt der Stadt Ahlen.

Der aus Asien eingeschleppte Fremdling fühlt sich in den mitteleuropäischen Breiten sichtlich wohl. Das einzige Mittel, was gegen den unter Umständen gesundheitsbeeinträchtigenden Kontakt mit den Raupen wirklich helfe, „ist einen großen Bogen um sie herum zu machen“, so Göttfert. Von dem präventiven Einsatz von Kontaktgiften, die in manchen Städten versprüht werden, hält der Gruppenleiter aus dem Ahlener Rathaus nichts. „Das tötet unter Umständen nämlich auch Nützlinge ab, und das wollen wir nicht.“

Werden Raupennester auf öffentlichen Flächen gesehen, uns bitte Bescheid geben.

Michael Göttfert

Göttferts Rat lautet vielmehr: „Werden Raupennester auf öffentlichen Flächen gesehen, uns bitte Bescheid geben.“ Im Einzelfall werde dann entschieden, ob das Vorkommen punktuell zu bekämpfen ist, oder ob es in der Natur belassen werden kann. Befinde sich ein Nest an einem Kinderspielplatz, sei die Konsequenz eindeutig: „Dann lassen wir einen Schädlingsbekämpfer anrücken und die Gefahr beseitigen.“ Handele es sich aber um eine Ansammlung, die sich in einem Park oder Wald abseits der Wege angesiedelt habe, brauche dagegen nicht zwingend vorgegangen zu werden. Schließlich entwickelten sich aus den Raupen harmlose Nachtfalter und die seien ökologisch wertvoll als Bestäuber von Pflanzen und Glieder in der Nahrungskette von Vögeln.

Harmlos für die Gesundheit: Die weit häufiger vorkommende Gespinstmotte.

Harmlos für die Gesundheit: Die weit häufiger vorkommende Gespinstmotte. Foto: Stadt Ahlen

Sollten in der nächsten Zeit verdächtige Raupennester auf öffentlichen Flächen auftreten, nimmt das Ordnungsamt Hinweise entgegen. Ansprechpartner ist Wolfgang Mächling unter Telefon 5 92 00 ( maechlingw@stadt.ahlen.de oder rathaus@stadt.ahlen.de ). Hinweise können auch gegeben werden über die Kümmerer-Funktion in der Ahlen App.

Vom Juckreiz bis zum allergischen Schock

Zum Hintergrund: Juckreiz, Entzündungen und schlimmstenfalls sogar allergische Schocks können auftreten, wenn man mit den Härchen der Raupen in Berührung kommt. Wichtig ist zu unterscheiden: Der Eichenprozessionsspinner darf nicht mit der harmlosen Gespinstmotte verwechselt werden, die weitaus häufiger in Ahlen vorkommt, für Mensch und Tier aber ungefährlich ist. Die Eichenprozessionsspinner befallen mit Raupen und Nestern ausschließlich Eichen. Befinden sich Raupen oder Gespinste auf anderen Bäumen oder Pflanzen, dann kann es kein Eichenprozessionsspinner sein.

Gegen die Schädlinge holt die Stadt Ahlen in der Regel nicht die „chemische Keule“ heraus, weil diese auch Nützlinge vernichtet. Stattdessen werden bei Befall die Spinner von den Bäumen abgesaugt. Im Stadtgebiet kommen Eichen relativ selten vor. Auch auf den Grundstücken der Ahlener Kitas und Schulen sind sie eher nicht verbreitet. Die Bäume leiden – anders als vom Zünsler befallene Buchsbäume – im Übrigen nicht unter ihren „Gästen“. Sie treiben immer wieder aus, auch wenn das Blattwerk angefressen worden ist.

Was zu beachten ist: Wenn ein Nest gesehen oder vermutet wird: Bereiche unterhalb der Baumkronen meiden. Beseitigt werden sollten sie unbedingt durch eine Fachfirma (Baumpfleger, Schädlingsbekämpfer).

Nesselgift in den feinen Härchen

Das in den Härchen enthaltene Nesselgift kann allergische Reaktionen auslösen. Die Folge können sehr unangenehme Hautreaktionen sein mit punktuellen Rötungen, Juckreiz und Brennen, was bis zu 14 Tage anhalten kann, in seltenen Fällen asthmaähnliche Beschwerden.

Bei möglichem Kontakt mit den Brennhaaren: Kleidung, Schuhe etc. ausziehen und nicht in den Wohnbereich bringen, Kleidung möglichst bei 60 Grad waschen, kalt duschen und die Haare waschen, Augen mit lauwarmen Wasser, Mund mit kaltem Wasser reichlich spülen. Im Zweifelsfall den Hausarzt aufsuchen, bei Schock-Symptomen den Notarzt verständigen.

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