Sperrung der Kleibrinkstiege
Belastung wird nur verlagert

Ahlen -

Die Kleibrinkstiege soll versuchsweise über ei­nen Zeitraum von drei Monaten für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Das sei der Wunsch von rund 90 Prozent der Anwohner, informierte Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, am Dienstag den Stadtplanungs- und Bauausschuss.

Donnerstag, 16.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2019, 12:24 Uhr
In und aus Richtung Beckumer Straße soll die Kleibrinkstiege nach dem Willen der Anwohner für Durchgangsverkehr dicht gemacht werden.
In und aus Richtung Beckumer Straße soll die Kleibrinkstiege nach dem Willen der Anwohner für Durchgangsverkehr dicht gemacht werden. Foto: Peter Harke

Konkret geplant ist nach Dödings Worten, von der Beckumer Straße aus gesehen kurz hinter der Einmündung der Paul-Gerhardt-Straße einen rot-weißen Sperrpfosten mittig in die Fahrbahn zu setzen. Die Feuerwehr kann diesen im Notfall bei Rettungseinsätzen entfernen.

Anlass für die Verwaltung, sich der Sache anzunehmen, war ein gemeinsamer Antrag der Ratsfraktionen von CDU und SPD aus dem November 2018, geeignete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf der Kleibrinkstiege zu prüfen. Diese werde, hieß es zur Begründung, „zum berechtigten Ärger der Anwohner von vielen Autofahrern als Abkürzung genutzt“, um zum Beispiel die Ampel an der Kreuzung Beckumer Straße / Emanuel-von-Ketteler-Straße zu umgehen.

Die Messungen haben deutliche Geschwindigkeitsverstöße ergeben.

Bernd Döding

Eine von der Stadt daraufhin durchgeführte Verkehrszählung ergab Döding zufolge in den Spitzenzeiten eine Belastung von rund 90 Fahrzeugen in der Stunde, was un­terhalb des für einen Wohnweg geltenden Richtwertes von 150 Kfz pro Stunde liege. Allerdings seien „deutliche Geschwindigkeitsverstöße“ festgestellt worden. Die Kleibrinkstiege ist als Spielstraße ausgewiesen, es gilt demnach Schrittgeschwindigkeit.

Bei einem Ortstermin am 11. April schlug die Verwaltung den Einbau von Schwellern vor, ähnlich den Kissen in Höhe der Marienschule auf der Wallstraße. Das sah die Mehrheit der Anwohner jedoch als untaugliches Mittel an, um das Problem zu lösen. Die Verwaltung wies laut Bernd Döding darauf hin, dass sich im Falle einer Sperrung die Verkehrsströme voraussichtlich nur in andere Bereiche verlagern würden. So haben sich jetzt bereits Anwohner des Kleibrinks zu Wort gemeldet, die ihrerseits eine Zunahme des Verkehrsaufkommens befürchten, wenn die Bewohner des südlichen Abschnitts der Kleibrinkstiege das Gebiet nicht mehr über die Beckumer Straße anfahren bzw. verlassen können.

Auf diese Begleiterscheinung wies auch Erhard Richard (CDU) in der Ausschusssitzung hin. Er regte an zu prüfen, ob die Kleibrinkstiege nicht besser bereits an der Zufahrt vom Kleibrink gesperrt werden sollte. Döding zeigte sich dafür offen und sagte zu, nach Abschluss der Testphase im Ausschuss über die Ergebnisse zu berichten. Aus Sicht der Kreispolizei ist übrigens „eine verkehrsrechtliche Erfordernis für die Sperrung der Kleibrinkstiege nicht erkennbar“, wie es in der Stellungnahme aus Warendorf heißt.

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