Städtische Sekundarschule
Bezirksregierung befürwortet Umwandlung

Ahlen -

Die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule war am Donnerstag einmal mehr Thema im Schul- und Kulturausschuss. Und sorgte wieder für eine lange Diskussion.

Samstag, 18.05.2019, 19:52 Uhr aktualisiert: 18.05.2019, 19:56 Uhr
Die Sekundarschule könnte zweite Gesamtschule werden. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen.
Die Sekundarschule könnte zweite Gesamtschule werden. Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen. Foto: Ulrich Gösmann

Nachdem in der vorhergehenden Sitzung die Schulentwicklungsplaner des Büros Garbe und Lexis ihre Sicht dargestellt hatten, war es nun an Vertretern der Bezirksregierung, das Vorhaben zu bewerten.

Wobei sich der schulfachliche Dezernent Klaus Pläger und sein Kollege Bernhard Kock vom Dezernat Schulrecht nicht in die politische Diskussion einbinden lassen wollten: „Dafür sind wir nicht hier“, konstatierte Klaus Pläger. Vielmehr gehe es für ihn um die Darlegung der Erfolgsaussichten für die Genehmigung zur Umwandlung. Und die seien gut. Der Schulentwicklungsplan stehe einer solchen Empfehlung nicht entgegen. „Und die“, so Pläger, „relativ seltene einstimmige Entscheidung der Lehrerkonferenz der Sekundarschule ist für uns eindeutiger Hinweis.“

Eltern haben einen klaren Wunsch nach einer Schule mit Abiturmöglichkeit.

Klaus Pläger

Pläger betonte, dass die Arbeitsqualität an der Sekundarschule hervorragend sei, eine Umwandlung damit nichts zu tun habe. Aber die Bezirksregierung wisse auch: „Eltern haben einen klaren Wunsch nach einer Schule mit Abiturmöglichkeit.“

Ein weiterer Punkt sei das Thema Talentschule. Die Ahlener Sekundarschule ist eine von 35 in NRW, die diesen Titel erhielten. Talentschulen bekommen mehr Förderung und eigentlich auch mehr Lehrer. „Der Lehrermarkt ist allerdings sehr angestrengt“, fand Pläger eine milde Umschreibung für die Tatsache, dass Junglehrer eine Stelle in Münster der Sekundarschule in Ahlen erfahrungsgemäß vorziehen. Eine Sekundarschule bekomme wohl mehr Absagen als eine Gesamtschule, an der eben auch Lehrer für die Oberstufe eingestellt werden können. Und von denen gebe es noch genug.

Für Petra Pähler-Paul (Grüne) hörte sich das an, als wolle die Bezirksregierung da was „rückabwickeln“, immerhin habe sie vor einigen Jahren die Em­pfehlung zur Einrichtung einer Sekundarschule gegeben. „Und wie verhindern Sie, dass aus einer zweiten Gesamtschule eine Gesamtschule zweiter Klasse wird?“, wollte sie wissen.

Dieser Entschluss, entgegnete Bernhard Kock, sei aus damaliger Sicht auf keinen Fall falsch gewesen. Es sei eine politische Entscheidung gewesen, die auf entsprechende Schülerzahlen begründet worden sei.

Hier geht es doch darum, dass kein Kind verloren geht.

Gabi Duhme (SPD)

Gabi Duhme (SPD) sah in den Ausführungen bestätigt, dass es richtig gewesen sei, den Antrag zur Umwandlung auf den Weg zu bringen. 2011 sei man eben von ganz anderen Zahlen ausgegangen: „Wir haben jetzt viel mehr Kinder im System.“ Jetzt müsse man doch perspektivisch reden, so Duhme und antwortete indirekt auf die Frage nach der Gesamtschule zweiter Klasse: „Aus einer heterogenen Schülerschaft ist mittlerweile eine homogene Schülerschaft geworden.“ Aber diesen Trend könne man doch auch wieder umdrehen: „Hier geht es doch darum, dass kein Kind verloren geht“, appellierte die SPD-Vertreterin an die Ausschussmitglieder, nicht zu zögerlich zu sein.

Bedenken, dass eine zweite Gesamtschule zu Lasten anderer Schulformen gehe, versuchten die Vertreter der Bezirksregierung zu zerstreuen: Es werde jede Schule im Blick behalten, keine der anderen geopfert. Die Overberg-Hauptschule, so Pläger, sehe er zurzeit noch nicht gefährdet, aber dieser Schultyp werde eher nicht mehr von Eltern bevorzugt.

In Bezug auf das Oberstufenangebot von Berufskollegs stellte Bernhard Kock fest, dass Jugendliche, die sich dorthin orientieren, eh schon in Richtung Wirtschaft/Verwaltung tendierten: „Warum sollten die plötzlich in eine andere Oberstufe gehen?“

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