Ausstellung im Heimatmuseum
Ein Küfer in der Emaillestadt

Ahlen -

Zum Auftakt des 10. Ahlener Museumstages wurde am Sonntagmorgen im Heimatmuseum eine neue Themenausstellung zur Küferei eröffnet.

Montag, 20.05.2019, 14:00 Uhr
Gelernt ist gelernt, Küfermeister Ewald Schulz kann noch immer geschickt mit den alten Werkzeugen umgehen, wie er den Besuchern im Heimatmuseum anschaulich demonstrierte.
Gelernt ist gelernt, Küfermeister Ewald Schulz kann noch immer geschickt mit den alten Werkzeugen umgehen, wie er den Besuchern im Heimatmuseum anschaulich demonstrierte. Foto: Peter Schniederjürgen

Es sind wahre Kunstwerke aus Holz, die Fässer, die von Küferhand fachkundig zusammengesetzt werden. Am Sonntag gab Küfermeister Ewald Schulz im Heimatmuseum eine Kostprobe dieser hohen Schule der Holzbe- und verarbeitung. Das war der Auftakt zum zehnten Ahlener Museumstag und gleichzeitig auch die Eröffnung der neuen Ausstellung zum Küferhandwerk, die bis etwa Pfingsten geplant ist.

Christoph Wessels , Kulturfachbereichsleiter der Stadt Ahlen, eröffnete die Handwerksschau. Mit dabei die Familie Schulz, Küfer bereits in der dritten Generation. Wessels gab einen Rückblick auf diese Familien- und Handwerkstradition. „Als die Familie 1929 von Wolbeck nach Ahlen übersiedelte, warnten sie die vielen Küferkollegen“, berichtete Wessels. Deren gab es dort allein 17 und in Ahlen dagegen keinen. Was sollte ein Küfer in der Stadt der Emaille? Doch die Familie Schulz übte ihr Handwerk mit aller Leidenschaft aus und bewahrte es bis in die Gegenwart.

Wir wollen die Menschen berühren.

Christoph Wessels

„Live“ demonstrierte dann Ewald Schulz den auch im hohen Alter immer noch gekonnten Gebrauch der alten Werkzeuge. Augenmaß, Geschick und Geduld sind die Grundvoraussetzungen. Dann kommt noch ein gutes Maß an Fachkenntnis und jahrzehntelange Erfahrung dazu. Denn wie bringt man das wunderbar duftende Nadelholz in die rechte Krümmung? Wie lässt es sich bewerkstelligen, dass später das Fass auch bei sich behält, was hineingegeben wird?

„Wir wollen die Menschen berühren“, erklärte der Kulturfachbereichsleiter das Konzept der Themenausstellungen im Heimatmuseum. Denn nur mit der Dauerausstellung, so Wessels, locke man „keinen Hund hinter dem Ofen hervor“. Wohl aber, so hoffe er, mit einem spannenden Stück Wirtschaftsgeschichte der Stadt, die sogar noch erlebbar und praktisch auch greifbar ist.

Im Anschluss an die Veranstaltung im Heimatmuseum begaben sich einige Besucher auf eine „Tour de Kultur“, denn mit dem Kunstmuseum, der Stadt-Galerie, dem Fritz-Winter-Haus und dem Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus gab es an diesem Tag noch vier weitere lohnende Stationen. (Bericht folgt.)

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