Südspange: Autofahrer ecken an
Kleine Insel zeigt erste Macken

Ahlen -

Kann man sie übersehen? Anscheinend schon. Reifen, Felgen und Spoiler haben erste Spuren an der kleinen Verkehrsinsel vor dem Bahnhof hinterlassen. Sie ist neuer Reizpunkt auf der Südspange – für die, die aneckten.

Mittwoch, 22.05.2019, 05:00 Uhr
Gezeichnet von Reifenabrieb und Felgenkontakten: Die Verkehrsinsel vor dem Bahnhof weist schon in ihrem zweiten Monat deutliche Gebrauchsspuren auf. Autofahrer haben sie schlichtweg übersehen.
Gezeichnet von Reifenabrieb und Felgenkontakten: Die Verkehrsinsel vor dem Bahnhof weist schon in ihrem zweiten Monat deutliche Gebrauchsspuren auf. Autofahrer haben sie schlichtweg übersehen. Foto: Ulrich Gösmann

Reizklima rund um Ahlens kleinste Insel. Dass einige Autofahrer mit ihr ein größeres Problem haben, ist offensichtlich. Verbogene Felgen, Schrammen an den Spoilern – und auch das: wirtschaftlicher Totalschaden an einem Ford Kombi von 2015. Reifen, Felgen und sogar die Achse seien beschädigt, offenbart sich einer, den es in ganzer Härte getroffen haben muss, auf einer Facebook-Schadensliste. Entschlossen, sich einer Sammelklage anzuschließen. Sammelklage?

Ahlens neue Südspange ist nach dem Striche-Wirrwarr um einen Aufreger reicher: Jetzt ist es die kleine Insel, die im Vormonat vor dem Bahnhof so plötzlich auftauchte und in ihrer fünfter Woche starke Gebrauchsspuren zeigt. Die offensichtlich von Berührungen mit Autoreifen herrühren, wie Stadtsprecher Frank Merschhaus bestätigt. „Das ist umso unverständlicher, als dass zirka 15 Meter vor der Insel gut erkennbar eine schraffierte Zone beginnt, die nicht befahren werden darf.“ Sie diene dazu, Autofahrer rechtzeitig auf die Insel aufmerksam zu machen und sicher an ihr vorbeizuführen.“ Sammelklage? Erstaunen im Rathaus: Bisher habe sich niemand bei der Stadt gemeldet, der mit der Insel kollidiert sei.

Die, die sich mit ihren Inselkontakten öffentlich outen und ihre schadhaften Stellen sogar per Foto präsentieren, treffen nicht nur auf Mitgefühl. Verstand einschalten und Handy aus, empfiehlt einer. Ein anderer fragt, wie das bei normalem Tempo überhaupt passieren kann?

Tempo 30 – nur im Bereich der Albert-Schweitzer-Schule.

Tempo 30 – nur im Bereich der Albert-Schweitzer-Schule. Foto: Ulrich Gösmann

Tempo – zweites Stichwort, das im Verlauf der neuen Südspange unterschiedlich zu beantworten ist. „Es stimmt, dass die Stadt anfangs die Absicht verfolgt hat, Tempo 30 auf der Südspange durchgängig anzuordnen“, lässt der Stadtsprecher wissen. Das habe jedoch seine Grenzen in der notwendigen Beteiligung der Straßenverkehrsbehörde des Kreises und der Polizei gefunden. Beide hätten der Temporeduzierung letztendlich nicht zugestimmt mit dem Hinweis dass die Südspange Teil des sogenannten Vorbehaltsnetzes sei. „Das heißt, die auf ihr liegenden Straßen haben für den Verkehr in der Innenstadt eine übergeordnete Bedeutung, sind sozusagen Hauptstraßen. Auf diesen hat bis jetzt grundsätzlich die Regelhöchstgeschwindigkeit von 50 km/h zu gelten.“

Die rechtssichere Anordnung der Schutzstreifen ist davon nicht berührt.

Frank Merschhaus

Ausnahmen seien nur zulässig etwa vor Schulen – wie jetzt an der Albert-Schweitzer – oder vor Alten- und Pflegeheimen (Schutzbereiche). Merschhaus verweist auf die bundesweit geführte Debatte um das Anordnen von Tempo 30 in Innenstädten. Sie könnte sich, auch wenn sie unstrittig der Verkehrssicherheit zu dienen bestimmt sei, als anfällig erweisen. Nämlich dann, wenn sich etwa ein verwarnter Verkehrsteilnehmer gegen ein Bußgeld wehre, das er wegen zu schnellen Fahrens außerhalb der Schutzbereiche erhalten habe. Die Straßenverkehrsordnung werde derzeit novelliert. Dabei würden auch erweiterte Möglichkeiten erarbeitet, in Innenstädten das Tempo zu begrenzen. Dies gelte es aus Sicht der Kreisbehörden aktuell abzuwarten. Merschhaus: „Die rechtssichere Anordnung der Schutzstreifen ist davon nicht berührt.“

Korrekt: die neuen Schutzstreifen.

Korrekt: die neuen Schutzstreifen. Foto: Ulrich Gösmann

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