Europawahl 2019 in Ahlen
Dramatische Verluste für die SPD

Ahlen -

Die Berliner Groko-Parteien haben bei der Europawahl auch in Ahlen schwer Federn gelassen. Am härtesten traf es die SPD – vor fünf Jahren noch der Wahlsieger – mit einem Stimmenverlust von 16,45 Prozent. Den ersten Rang lief den Sozialdemokraten die CDU ab, obwohl auch sie rund sechs Prozent einbüßte.

Sonntag, 26.05.2019, 20:42 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 10:08 Uhr
Kurz nach 18 Uhr: Wahlvorstand Dirk Schlebes und sein Team im Wahllokal Städtisches Gymnasium kippen die Urne aus.
Kurz nach 18 Uhr: Wahlvorstand Dirk Schlebes und sein Team im Wahllokal Städtisches Gymnasium kippen die Urne aus. Foto: Peter Harke

Die größten Zugewinne verbuchten die Grünen, die AfD verfehlte ein zweistelliges Ergebnis. Mit 57,5 Prozent war die Wahlbeteiligung deutlich höher als 2014 (50,3). Insgesamt gaben von 37 034 Wahlberechtigten 21 291 ihre Stimme ab, davon 6438 per Briefwahl. Ungültig waren 175 Stimmen.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, das bereits um 20.13 Uhr feststand, kommt die CDU auf 31,36 Prozent (minus 6,13). Sie hat in 19 der 27 Stimmbezirke (einschließlich Briefwahl) die Nase vorn. Die SPD konnte nur acht Bezirke gewinnen und landet bei 22,58 Prozent – ein dramatischer Einbruch gegenüber der letzten EU-Wahl, als der „Schulz-Effekt“ der „alten Tante“ in Ahlen stolze 39 Prozent bescherte.

Die Grünen wurden von 5,81 Prozent im Jahr 2014 auf 17,02 Prozent katapultiert. Die Ökopartei ließ in acht Wahllokalen die SPD hinter sich. Die AfD verdoppelte ihren Stimmenanteil von 4,63 auf 9,29 Prozent. In zwei Wahlbezirken im Südosten der Stadt (Jugendzen­trum Ost und Feuerwache Süd) überholten die Rechtspopulisten sogar die CDU.

Den fünften Platz belegt die FDP mit 6,34 Prozent (plus 3,43). Die Partei „Die Linke“ erzielte mit 3,91 Prozent nahezu exakt das gleiche Ergebnis wie 2014.

Unter den „Sonstigen“ bekam „Die Partei“ des Satirikers und EU-Abgeordneten Martin Sonneborn die meisten Stimmen – 359, was 1,70 Prozent entspricht. Dahinter folgen die Tierschutzpartei (1,39) und die Familien-Partei (1,05). „Die Rechte“, die in der vorletzten Woche noch vor dem Ahlener Bahnhof eine Kundgebung abgehalten hatte, bekam 18 Stimmen (0,09 Prozent).

Bürgermeister Dr. Alexander Berger äußerte sich in ei­nem ersten Statement am Abend hocherfreut über die gestiegene Wahlbeteiligung. Das zeige, „dass Europa doch vielen Menschen am Herzen liegt“. In den Ergebnissen schlage sich nieder, „wie stark Umwelt- und Klimaschutz als Themen in den Vordergrund gerückt sind“. Positiv bewertete Berger auch, dass die demokratischen Parteien sich – trotz der Verschiebungen etwa zwischen SPD und Grünen – durchgesetzt und die Rechten nicht die Oberhand gewonnen hätten.

Der Bürgermeister dankte allen 200 Wahlhelfern für ihren Einsatz und lobte die schnelle Auszählung. Nach etwas mehr als zwei Stunden fertig zu sein, sei „eine tolle Leistung“.

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