Nachlese zur Europawahl in Ahlen
Die Grünen durchweg zweistellig

Ahlen -

Das am Sonntagabend um 20.13 Uhr festgestellte und noch als „vorläufig“ apostrophierte Endergebnis der Europawahl für die Stadt Ahlen hat Bestand. Es hätten sich im Nachhinein keine Unstimmigkeiten ergeben, alle Stimmen seien korrekt ausgezählt worden, konnte Gabriele Hoffmann am Montag melden. „Unsere Unterlagen sind auf dem Weg nach Warendorf zum Kreis“, so die Leiterin der städtischen Rechtsabteilung.

Dienstag, 28.05.2019, 11:42 Uhr aktualisiert: 01.06.2019, 09:38 Uhr
Starke Ausschläge nach oben wie unten. Diese Grafik veranschaulicht noch einmal die dramatischen Verluste der SPD und die Einbußen der CDU auf der einen sowie die starken Zugewinne insbesondere der Grünen, aber auch der AfD.
Starke Ausschläge nach oben wie unten. Diese Grafik veranschaulicht noch einmal die dramatischen Verluste der SPD und die Einbußen der CDU auf der einen sowie die starken Zugewinne insbesondere der Grünen, aber auch der AfD. Foto: Stadt Ahlen

Demnach sind und bleiben die Grünen auch in der Wersestadt die großen Gewinner dieser Wahl. Sie fuhren in sämtlichen 22 Wahllokalen und bei der Briefwahl zweistellige Ergebnisse ein, übertrafen viermal sogar die 20-Prozent-Marke. In acht Bezirken liegt die Ökopartei vor der SPD . Ihren Top-Wert erzielten die Grünen in der Städtischen Sekundarschule (links) mit 21,55 Prozent. Auch in anderen überwiegend bürgerlichen Wahlbezirken im Westen der Stadt wie auch in Vorhelm konnten sie im Vergleich zur Europawahl 2014 kräftig zulegen.

AfD verdoppelt Stimmenanteil

Ihren Stimmenanteil nahezu verdoppelt hat die Alternative für Deutschland (AfD) von 4,66 auf 9,29 Prozent. In elf Wahlbezirken kamen die Rechtspopulisten über zehn Prozent. Spitze waren für sie 16,2 Prozent in der Fritz-Winter-Gesamtschule (links). Während hier die CDU aber mit 17,7 Prozent noch knapp vor ihr über die Ziellinie ging, ließ die AfD die Union im Jugendzentrum Ost und in der Feuerwache Süd mit einem Vorsprung von 1,9 bzw. 1,5 Prozent hinter sich. Nur 5,42 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben der AfD hingegen im Hugo-Stoffers-Zentrum ihre Stimme.

Die CDU behauptete sich ansonsten, trotz Verlusten, in ihren Hochburgen als stärkste politische Kraft und gewann alle fünf Briefwahlbezirke. Am Sonntag wurden die meisten Kreuze im obersten der 40 Kreise auf dem XXL-Stimmzettel im Elisabeth-Tombrock-Haus gemacht (36,76 Prozent), gefolgt von den beiden Dolberger Bezirken mit nahezu identischem Ergebnis von – gerundet – 36,6 Prozent. Im Jugendzentrum Ost waren für die CDU nur 13,93 Prozent zu holen.

10,46 Prozent geringster Verlust für SPD

Nur als desaströs ist der Wahlausgang wohl aus Sicht der SPD zu bezeichnen, die auf ganzer Linie zweistellige Verluste erlitt. Am tiefsten stürzten die Sozialdemokraten in der Gesamtschule (links) von 57,4 Prozent vor fünf Jahren auf jetzt noch 25,8 Prozent – ein Minus von 31,52 Prozent! Im Jugendzentrum Ost verlor die SPD 27,92, im Juk-Haus 27,68 Prozent. Geradezu gnädig waren mit der Partei die Dolberger, wo es in der Lambertischule (rechts) „nur“ 10,46 Prozent Verlust zu verzeichnen gab. Und trotz der massiven Einbrüche im Südosten der Stadt blieb die SPD im Juk-Haus, in der Feuerwache Süd und im Zentrum Innosozial am Röteringshof immer noch mit jeweils gut 31 bzw. 32 Prozent die Nummer eins in der Wählergunst.

Die FDP punktete am höchsten im Elisabeth-Tombrock-Haus (8,87 Prozent) und in der Augustin-Wibbelt-Schule links (8,23). Nur 3,91 Prozent entfielen auf die Liberalen in der Gesamtschule (rechts). Die Linke schnitt am besten in der Feuerwache Süd mit 6,99 Prozent und im Gründerzentrum mit 6,03 Prozent ab, am schlechtesten in der Lambertischule (links) mit 2,04 Prozent.

Unter den „Sonstigen“ verdient – außer Martin Sonneborns Satirepartei mit 1,7 Prozent und der Tierschutzpartei (1,39) – noch das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) Beachtung. Die 2010 in Köln von türkischstämmigen Migranten gegründete Kleinpartei erzielte in der Feuerwache Süd und im Jugendzentrum Ost mit 6,36 bzw. 5,92 Prozent achtbare Erfolge. Insgesamt reichte es aber mit 183 absoluten Stimmen nur zu 0,87 Prozent.

Ganze 18 Stimmen bekam „Die Rechte“, die in der vorletzten Woche noch vor dem Ahlener Bahnhof eine Wahlkundgebung abgehalten hatte, mit bekannten Neonazis wie „SS-Siggi“ aus Dortmund.

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