Digitalisierung von Heimatarchiven
Vorhelm übernimmt Vorreiterrolle im Kreis

Vorhelm / Warendorf -

Der Heimatverein Vorhelm hat sein Archivmaterial nicht nur katalogisiert und in eigenen Räumen untergebracht, sondern arbeitet inzwischen auch an der Digitalisierung innerhalb eines Heimatvereins-Netzwerks, das jetzt im Warendorfer Kreishaus vorgestellt wurde.

Mittwoch, 29.05.2019, 08:36 Uhr
Im Obergeschoss der Alten Mühle hat der Heimatverein Vorhelm ein eigenes Archiv eingerichtet. Dieses wird derzeit nach Riesenbecker Vorbild digitalisiert und damit gleichzeitig einem Heimatnetzwerk angeschlossen, das die Kooperation gleich mehrerer Heimatarchive der Region ermöglicht.
Im Obergeschoss der Alten Mühle hat der Heimatverein Vorhelm ein eigenes Archiv eingerichtet. Dieses wird derzeit nach Riesenbecker Vorbild digitalisiert und damit gleichzeitig einem Heimatnetzwerk angeschlossen, das die Kooperation gleich mehrerer Heimatarchive der Region ermöglicht. Foto: Christian Wolff

Viele Heimatarchive bestehen aus losen Kisten, Ordnern und Kartons. Wer diesen Wust an Dokumenten bereits fortlaufend katalogisiert und sortiert hat, ist bereits auf einem guten Weg. Vorhelm konnte jetzt sogar noch einen Schritt weitergehen und übernimmt mit der professionellen Digitalisierung und Einbindung des Heimatarchivs in ein regionales Netzwerk eine Vorreiterrolle im Kreis Warendorf.

„Bestände, die nicht erschlossen sind, bleiben unsichtbar“, weiß Dr. Knut Langewand. Der Kreisarchivar hatte am Montagnachmittag Abordnungen aller Heimatvereine seines Einzugsbereichs ins Kreishaus eingeladen, um das Thema Digitalisierung anzuschieben. „Haben Sie keine Angst davor, fangen Sie einfach mal damit an“, riet er den Vereinsvertretern.

Mit Dr. Klaus-Werner Kahl begrüßte Langewand einen Fachmann aus Riesenbeck im Kreis Steinfurt als Referenten. Er hat das Standardprogramm, das inzwischen mehrere Heimatvereine nutzen, mitentwickelt. „Häufig kennen sich vor Ort nur wenige Personen aus, wo etwas zu finden ist. Außerdem sind verschiedene Programme im Einsatz, um die verschiedenen Aufgaben zu bewältigen“, weiß er. Der Heimatverein Riesenbeck habe daher im Jahr 2012 damit begonnen, eine zunächst auf die eigenen Belange zugeschnittene Datenbank selbst zu entwickeln. „Derzeit arbeiten bis zu 20 Personen eines Heimatvereins zum Teil gleichzeitig mit der Datenbank. Parallel digitalisieren Mitglieder alte Papierfotos, Negative und Dias – bequem von zu Hause aus.“ Die Digitalisate erhalten Schlagworte, die beim Einlesen in die Datenbank ausgelesen und damit bei der Suche auffindbar sind.

Kreisarchivar Dr. Knut Langewand

Kreisarchivar Dr. Knut Langewand Foto: Christian Wolff

Ziel sei es, die Datenbank und deren Inhalte auch anderen Heimatvereinen zur Verfügung zu stellen, um letztlich ein Heimatvereins-Netzwerk aufzubauen. So sollen Informationen verfügbar und sinnvoll untereinander verknüpft werden. Damit lassen sich insbesondere die Ortsgeschichts- und Familienforschung auf eine sehr breite Basis stellen, vereinfachen und wesentlich beschleunigen. Der Heimatverein Vorhelm hat sich im Frühjahr entschieden, in dieses Projekt einzusteigen.

Die Kernaspekte des Projekts „Heimatvereine digital“: Erfassung und Darstellung aller relevanten Daten der Orts- und Familienforschung, der Denkmalpflege, des Museumswesens, der Kultur- und Brauchtumspflege, der Bibliothek und aller Fotos in digitaler Form, schnelles Auffinden von Informationen, leichte Bedienung und Zugriff für mehrere Benutzer an unterschiedlichen Orten, Minimale In­stallations- und Betriebskosten sowie zweckmäßiges Datensicherungskonzept und Einhaltung der gültigen Datenschutzbestimmungen.

Dr. Klaus-Werner Kahl

Dr. Klaus-Werner Kahl Foto: Christian Wolff

Für die Heimatfreunde aus Sendenhorst sowie die Genealogen mit ihrer umfangreichen Totenzettel-Sammlung ist besonders interessant, dass die Riesenbecker nun Schnittstellen schaffen, um diese bereits durch andere Programme erfassten Sammlungen in den digitalen Bestand zu integrieren.

Dr. Knut Langewand freute sich über die Entwicklung, die auch seiner Arbeit im Kreisarchiv zugutekommt. „Es kann und wird nicht jeder Verein leisten können und wollen, aber je mehr sich mit dem Thema auseinandersetzen, desto besser“, fasste er zusammen. Im kommenden Jahr soll es ein weiteres Kreistreffen aller Heimatvereine geben.

Bestände, die nicht erschlossen sind, bleiben unsichtbar.

Dr. Knut Langewand
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