Eichenprozessionsspinner zurück
Schon jetzt 50 Mal Raupenalarm

Ahlen -

Der Eichenprozessionsspinner ist zurück in Ahlen. Im Rathaus gingen in diesem Frühsommer bereits 50 Meldungen ein. Die Stadt regiert mit Warnschildern – und dem Einsatz einer Fachfirma, die befallene Stellen umweltfreundlich absaugt.

Dienstag, 11.06.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 12.06.2019, 08:28 Uhr
Michael Göttfert zeigt das Warnschild, das bei Bedarf an eichenbestandenen Orten angebracht wird.
Michael Göttfert zeigt das Warnschild, das bei Bedarf an eichenbestandenen Orten angebracht wird. Foto: Stadt Ahlen

Die alte sprichwörtliche Empfehlung „Vor Eichen sollst Du weichen“ ist bekannt als Warnung vor Blitzschlag bei Gewittern. Viel mehr Sinn macht sie jedoch derzeit als mahnender Hinweis auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners. „Sie werden von Jahr zu Jahr mehr, haben sich förmlich bei uns eingenistet“, stellt Michael Göttfert vom Ahlener Ordnungsamt fest und teilt die Erfahrung anderer Kommunen. Gut 50 Mal seien er und seine Kollegen in diesem Frühsommer aus der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht worden auf die Nester der Tierchen, deren Brennhaare sich auch mit dem Wind verwehen können. Eine räumliche Konzentration sei in Ahlen jedoch nicht auszumachen. „Grundsätzlich ist das gesamte Stadtgebiet betroffen“, gibt Göttfert den Ratschlag, „um alles, was Eiche ist, einen großen Bogen zu machen.“

Dort, wo befallene Eichen nah am Wegesrand stehen, habe das Ordnungsamt in den letzten Tagen schon Warnhinweise markiert. Derzeit werde auf den Einsatz einer benachrichtigten Fachfirma gewartet, die entlang von öffentlich zugänglichen Straßen und Wegen Gespinste absaugen soll. Die momentane Auftragsdichte mache Wartezeiten leider unumgänglich. Ohne zu zögern greift die Stadt hingegen selbst an, wenn Schulhöfe oder Kinderspielplätze betroffen sind. „Die Umweltbetriebe können sich dann mit eigenen Mitteln an die nicht ganz ungefährliche Arbeit machen“, sagt Göttfert. Bislang sei das zweimal der Fall gewesen.

Verzicht auf Kontaktgifte

Der Gruppenleiter aus dem Ordnungsamt wiederholt seine Warnung, die er schon vor vier Wochen zu Beginn der Eichenprozessionsspinner-Saison ausgesprochen hat: „Das beste Mittel, was gegen den unter Umständen gesundheitsschädlichen Kontakt mit den Raupen wirklich hilft, ist einen großen Bogen um sie herum zu machen.“ Trotz aller zeitlich vorübergehenden Einschränkungen will die Stadt auf den großflächig präventiven Einsatz von Kontaktgiften verzichten, wie sie in einigen anderen Städten versprüht werden. „Das tötet unter Umständen nämlich auch Nützlinge ab, und das wollen wir nicht.“

Werden Raupennester auf öffentlichen Flächen gesehen, uns bitte Bescheid geben.

Michael Göttfert

Göttferts Rat lautet vielmehr: „Werden Raupennester auf öffentlichen Flächen gesehen, uns bitte Bescheid geben.“ Im Einzelfall werde dann entschieden, ob das Vorkommen punktuell zu bekämpfen ist, oder ob es in der Natur belassen werden kann. Handele es sich um eine Ansammlung, die sich in einem Park oder Wald abseits der Wege angesiedelt habe, brauche nicht zwingend dagegen vorgegangen zu werden. Schließlich entwickelten sich aus den Raupen harmlose Nachtfalter und die seien ökologisch wertvoll als Bestäuber von Pflanzen und Glieder in der Nahrungskette von Vögeln.

Vorsicht, Eichenprozessionsspinner!

Vorsicht, Eichenprozessionsspinner! Foto: Stadt Ahlen

Sollten verdächtige Raupennester auf öffentlichen Flächen auftreten, nimmt das Ordnungsamt Hinweise entgegen. Ansprechpartner ist Wolfgang Mächling unter Telefon 5 9200 ( maechlingw@stadt.ahlen.de oder rathaus@stadt.ahlen.d e). Hinweise können auch gegeben werden über die Kümmerer-Funktion in der Ahlen-App.

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