Caritasverband besetzte neue Stelle
Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Ahlen -

Der Caritasverband im Dekanat Ahlen engagiert sich verstärkt im Kampf gegen verfestigte Arbeitslosigkeit. Dazu ist seit dem 1. April die Soziologin Freda Friese in die neue Stelle „Integration durch Arbeit“ gekommen.

Freitag, 14.06.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 14.06.2019, 16:47 Uhr
Hermann Wetterkamp mit seiner seit April tätigen Kollegin Freda Freise und Caritas-Geschäftsführer Heinrich Sinder. Sie widmen sich der Langzeitarbeitslosigkeit
Hermann Wetterkamp mit seiner seit April tätigen Kollegin Freda Freise und Caritas-Geschäftsführer Heinrich Sinder. Sie widmen sich der Langzeitarbeitslosigkeit. Foto: Peter Schniederjürgen

„Es ist vor allem meine Aufgabe, im ersten Projektschritt die Bedarfe und Möglichkeiten zu ermitteln“, beschreibt die Sozialwissenschaftlerin ihre ersten Aufgaben. Gerade im Ahlener Süden und Osten sei das Problem der nicht selten generationsübergreifenden Ar­beitslosigkeit verbreitet. Dennoch ist Fachbereichsleiter Hermann Wetterkamp guter Dinge: „Wir haben bereits vor Jahren mit Projekten wie ‚Holz und Speiche‘, also niederschwelligen Angeboten, gute Erfolge erzielt.“ An diese will er jetzt anknüpfen, dabei aber nicht in Konkurrenz zu anderen Diensten treten, sondern mehr sich auf bestehende Lücken im System konzen­trieren.

Hier setzt die Arbeit von Freda Friese an. In den ersten sechs Monaten wird sie ein Konzept erstellen. In Ahlen sind monatlich im Durchschnitt 2322 Personen arbeitslos gemeldet. Zwar sind die Zahlen gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr zurückgegangen, doch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist unerfreulich stabil. „Das macht allein in Ahlen rund die Hälfte aller Arbeitslosen aus“, fügt Heinrich Sinder, Geschäftsführer der Caritas im Dekanat Ahlen, an.

Dazu komme, dass diese Gruppe oft komplexe Pro­blemlagen mit sich trage. So seien Sucht oder psychische Erkrankungen nicht selten vorzufinden. Geringe Qualifikationen – im Mittel 737 sind ganz ohne Schulabschluss oder 623 mit Hauptschulabschluss – machen einen Berufseinstieg nicht leicht. Große Demotivation durch wiederholte Absagen tun ein Übriges am Selbstwertgefühl, wissen die Caritas-Mitarbeiter.

„Arbeit ist mehr als Broterwerb“, betont Hermann Wetterkamp. „Sie gibt das Gefühl, benötigt zu werden und dazuzugehören. Hier ist eine Beschäftigung über wenige Stunden oft schon hilfreich.“

Genau da setze die Caritas an. Mit der behutsamen Heranführung an die Arbeitswelt und ihre Erfordernisse. Denn wer jahrzehntelang nicht gearbeitet habe, könne nicht von heute auf morgen Arbeitstag und Schulungen durchstehen. „Das muss sehr gefühlvoll und an individuellen Möglichkeit angepasst werden.“ Für Freda Friese ein weites und wichtiges Arbeitsfeld.

Arbeit ist mehr als Broterwerb.

Hermann Wetterkamp
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