Ahlens zweite Schüler-Demo
Fußmarsch in der Freizeit für „Fridays for Future“

Ahlen -

Schulschwänzer? Nichts da! Für „Friday on Future“ gingen Ahlens Schüler in der sechsten Stunde auf die Straße. Eigentlich hätten sie da schon frei gehabt.

Freitag, 14.06.2019, 15:32 Uhr aktualisiert: 15.06.2019, 10:38 Uhr
Lautstark plädierten vor allem die Schüler der Paul-Gerhardt-Grundschule für den Erhalt der Erde und wurden dabei von Passanten und den Künstlern „Scheibe & Güntzel“ unterstützt.
Lautstark plädierten vor allem die Schüler der Paul-Gerhardt-Grundschule für den Erhalt der Erde und wurden dabei von Passanten und den Künstlern „Scheibe & Güntzel“ unterstützt. Foto: Ralf Steinhorst

Freitags in der Mittagszeit demonstrieren Schüler auch in Ahlen auf dem Marktplatz für ihre Zukunft, aktuell aber lassen die Teilnehmerzahlen noch viel Luft nach oben. Bei der zweiten Auflage waren immerhin 18 Schüler der Paul-Gerhardt-Grundschule das erste Mal lautstark mit dabei.

„Eins-zwei-drei-vier – Unsere Erde schützen wir! Fünf-sechs-sieben-acht – Habt ihr alles bedacht? Neun-zehn – Wir woll’n zu Fuß zur Schule gehen!“, machten sich die Paul-Gerhardt-Grundschüler schon auf dem Weg durch die Fußgängerzone lautstark bemerkbar. „Wir alle haben an dem Text gearbeitet“, bekräftigte etwa Maxi, dass da nichts von den großen „ Fridays for Future “-Demos kopiert worden sei.

Alles selbst gemacht: die Paul-Gerhardt-Schüler mit Schildern und lautstarken Parolen.

Alles selbst gemacht: die Paul-Gerhardt-Schüler mit Schildern und lautstarken Parolen. Foto: Ralf Steinhorst

„Ich finde das gut, dass es die Demos jetzt auch in Ahlen gibt“, hatte Lehrerin Marion Storp die Initiative zur Teilnahme ergriffen, als sie von der Kundgebung erfuhr. Sie, die freiwillig teilnehmenden Schüler aus allen Jahrgängen und ihre Kollegin Margrit Recker kamen nicht nur klimafreundlich zu Fuß, sondern opferten dafür ihre Freizeit. Die sechste Stunde war nämlich schon frei. Die Pappschilder mit ihren Forderungen wurden in der Energie-AG gebastelt. Weitere Unterstützung kam von den Künstlern „Scheibe & Güntzel“ vom Büz-Science-Fiction-Festival, die mit dem Slogan „Grünkohl statt Braunkohle“ auf ihre Art auf Umweltschutz aufmerksam machten.

Sophia Fiehe und Lasse Meiwes (v. l.) betonten in ihren Reden, dass die Politik nicht gegen die Demonstranten, sondern gegen den Klimawandel sein soll.

Sophia Fiehe und Lasse Meiwes (v. l.) betonten in ihren Reden, dass die Politik nicht gegen die Demonstranten, sondern gegen den Klimawandel sein soll. Foto: Ralf Steinhorst

Eigentlich hatte sich Mitinitiator Lasse Meiwes 30 bis 50 Teilnehmer gewünscht. Dass sich einige erwachsene Passanten mit aufs Gruppenfoto gesellten, machte aber Mut. Sophia Friehe und Luca Schönefeld, die ebenfalls von der Fritz-Winter-Gesamtschule kommen, wollen jedenfalls nicht aufgeben und weitermachen. Jetzt erst einmal alle 14-tägig an Freitagen in den ungeraden Wochen um 13 Uhr auf dem Marktplatz. Da am kommenden Freitag die große internationale „Fridays for Future“-Demo in Aachen stattfindet, an der auch Lasse Meiwes teilnimmt, wäre die Demo auf dem Marktplatz ohnehin ausgefallen. Zwischenzeitlich wollen die drei die Drähte zu den anderen Ahlener Schulen glühen lassen, um die Teilnehmerzahlen nach oben schnellen zu lassen. Denn es gehe um Klimaschutz und die Existenz der Erde, machten Lasse Meiwes und Sophia Fiehe in ihren Reden deutlich. „Wir sind bereit, alles zu geben, um die Erde zu erhalten – aber ist die Politik auch bereit, über ihren Schatten zu springen?“, fragte Lasse Meiwes. Dass die Klimaschutzziele bis 2030 erreicht werden sollen, reicht den Organisatoren nicht. Denn bis dahin werden 450 000 Tierarten ausgestorben sein. Die Zeit drängt.

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