Fotowettbewerb „Stadtbildmacher“
Unbekannte Blicke aufs bekannte Rathaus

Ahlen -

Nach Auffassung der „Ahlener Stadtbildmacher“ ist das Rathaus mehr als ein grauer Kasten aus Beton und Glas. Aus diesem Grund startete der Verein einen Fotowettbewerb, um ungewöhnliche Blicke auf den Bau zu eröffnen.

Sonntag, 16.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 12:20 Uhr
Christa Quante-Ottemeier, Rita Röller und Silke Büscher-Wagner vom Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ beglückwünschten Manfred Kosela (2. v. r.) zum dritten Platz. Die übrigen Sieger des Rathaus-Fotowettbewerbs waren beim Übergabetermin verhindert und wurden schriftlich benachrichtigt.
Christa Quante-Ottemeier, Rita Röller und Silke Büscher-Wagner vom Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ beglückwünschten Manfred Kosela (2. v. r.) zum dritten Platz. Die übrigen Sieger des Rathaus-Fotowettbewerbs waren beim Übergabetermin verhindert und wurden schriftlich benachrichtigt. Foto: Christian Wolff

Die Diskussion um die Zukunft des 1977 eröffneten Rathauses nahm der Verein „Ahlener Stadtbildmacher“ zum Anlass für einen Fotowettbewerb rund um das Kultur- und Verwaltungszentrum. Am Freitag wurden die fünf Gewinnerbilder, die aus 70 Einsendungen ausgewählt wurden, bekanntgegeben.

„Das Gebäude ist den Ahlenern ja in Form und Stil bekannt. Aber es bietet so viele Möglichkeiten, bislang unbekannte Blicke zu wagen“, erklärte Vorsitzende Silke Büscher-Wagner die Intention des Wettbewerbs. „Das ist eben nicht nur der graue Kasten aus Beton und Glas, den die meisten zunächst wahrnehmen.“ Wer bewusst um Rathaus und Stadthalle laufe, auch mal nach oben oder in gewisse Nischen schaue, erlebe ungeahnte Sichtachsen. Dabei wollte sich der Verein nach eigenen Angaben nicht in die aktuelle Frage um Plan A oder B einmischen. „Dazu ist genug gesagt worden. Wir wollten mit dieser Aktion lediglich Denkanstöße liefern und zeigen, was viele vielleicht gar nicht auf den ersten Blick wahrnehmen.“

17 Teilnehmer folgten dem Aufruf der „Stadtbildmacher“ und reichten 70 Motive ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Die fünf Sieger wurden durch einen unabhängigen Sachverständigen ermittelt, der die Einsender nicht kennt und die Fotos nach verschiedenen Merkmalen auswählte“, so Büscher-Wagner.

Das Rennen machte am Ende Volker Sander. Sein Motiv zeigt die Rathausfassade von unten nach oben aufgenommen – mit blauem Himmel und Schäfchenwolken, die sich im Fensterglas spiegeln. Dabei gehen Fassade und Himmel sanft ineinander über, wodurch der oft als Fremdkörper titulierte „Kasten“ zu einer Einheit mit der Umgebung aufgebrochen werde, heißt es in der Begründung. 250 Euro gibt es dafür.

Rathaus-Fotowettbewerb der „Stadtbildmacher“

1/5
  • Die Siegerfotos des Wettbewerbs der „Ahlener Stadtbildmacher“. Foto: Volker Sander
  • Die Siegerfotos des Wettbewerbs der „Ahlener Stadtbildmacher“. Foto: Yannick Büscher
  • Die Siegerfotos des Wettbewerbs der „Ahlener Stadtbildmacher“. Foto: Manfred Kosela
  • Die Siegerfotos des Wettbewerbs der „Ahlener Stadtbildmacher“. Foto: Annette Sander
  • Die Siegerfotos des Wettbewerbs der „Ahlener Stadtbildmacher“. Foto: Andreas Harhoff

Yannick Büscher , der den mit 150 Euro dotierten zweiten Platz errang, präsentiert einen Kontrast, wie er deutlicher nicht ausfallen könnte. Er fotografierte ein Fassadenteil des Rathauses, das auf einer Seite den nackten, grauen Beton zeigt, auf der anderen Seite aber sattes Grün, das sich darüberzieht.

Platz drei geht an Manfred Kosela (100 Euro), der den Komplex mit seiner kubistischen Formensprache per Drohne überflog und das dabei entstandene Bild am Computer verfremdete. Bei der Prämierung hatte die künstlerische Komponente den Ausschlag gegeben.

Bei Annette Sanders Bild, die den vierten Platz (50 Euro) belegte, muss der Betrachter schon zweimal hinschauen. Zunächst fallen der Schriftzug „Rathaus“ und der Turm der St.-Bartholomäus-Kirche ins Auge. Im zweiten Moment wird deutlich: Hier spiegelt sich das alte Ahlen in einer modernen Fassade.

Andreas Harhoff, der für den fünften Platz ebenfalls 50 Euro erhält, zeigte die Einbettung des Rathauses in die Werseaue als grüne Lunge Ahlens. Auch ein Kontrast, der zwar nicht so krass daherkommt wie bei Yannick Büschers Siegermotiv, aber eben wirkungsvoll.

Und noch eines betonte Vorsitzende Silke Büscher-Wagner bei der Preisverleihung: Die Prämierungsgelder stammen aus zwei Privatspenden.

Das ist eben nicht nur der graue Kasten aus Beton und Glas.

Silke Büscher-Wagner
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6693284?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Hochsaison für die Königin der Weihnachtsbäume
Ein Tag mit Laura Stegemann: Hochsaison für die Königin der Weihnachtsbäume
Nachrichten-Ticker