Hundehalter werden kontrolliert
Erstes „Knöllchen“ an Tag eins

Drensteinfurt/Ahlen -

Seit zwei Wochen ist Yannik Lohmann nun im Einsatz. Und neben einigen Ermahnungen musste der neue städtische Hundekontrolleur auch bereits erste Verwarnungsgelder verhängen.

Mittwoch, 19.06.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 19.06.2019, 20:14 Uhr
Wer mit seinem Vierbeiner in städtischen Grünanlagen – wie etwa dem Schlosspark – unterwegs ist, hat sein Tier grundsätzlich anzuleinen.
Wer mit seinem Vierbeiner in städtischen Grünanlagen – wie etwa dem Schlosspark – unterwegs ist, hat sein Tier grundsätzlich anzuleinen. Foto: Dietmar Jeschke

Das erste „Knöllchen“? Das stellte Yannik Lohmann tatsächlich bereits an seinem ersten Arbeitstag aus. Ungern, wie der neue städtische Hundekontrolleur, der am 1. Juni auf Teilzeitbasis seinen Dienst bei der Stadtverwaltung angetreten hat, betonte. Aber nachdem er den Halter zweier Labradore im Schlosspark auf den dort – wie übrigens in allen städtischen Grünanlagen – geltenden Leinenzwang aufmerksam gemacht hatte, erhielt er vom uneinsichtigen Besitzer lediglich die lapidare Antwort, dass der seine Tiere auch am kommenden Tag sicher wieder ohne Leine laufen lassen werde. „Da musste ich Vorsatz unterstellen“, erklärte Lohmann. Die Konsequenz: ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro.

„Unser Ziel ist es nicht, die Bürger abzuzocken“, betonte Bürgermeister Carsten Grawunder am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Ordnungsamtsmitarbeiters. Aber angesichts der doch regelmäßig eingehenden Beschwerden über Hundehalter, die sich nicht an geltende Regeln und Gesetze halten, habe sich die Verwaltung entschlossen, zu reagieren. Nicht, wie vom VdK-Ortsverband gefordert, mit einem flächendeckenden Leinenzwang, so Grawunder, sei dieser doch rein rechtlich überhaupt nicht durchsetzbar.

Wohl aber mit Kontrollen, Gesprächen und im Zweifelsfall auch mit Verwarnungsgeldern. Letztere können übrigens im Einzelfall auch durchaus stattlich ausfallen. Hält sich die Strafe mit 15 Euro für Verstöße gegen die Anleinpflicht noch in Grenzen, ist die Nichtbeseitigung von Hundekot mit 40 Euro schon deutlich teurer. Kommt der Hundehalter dazu einer entsprechenden Aufforderung zur Beseitigung der Hinterlassenschaften nicht nach, werden sogar 100 Euro fällig, erläuterte Laura Volkmar vom städtischen Ordnungsamt.

Fachkraft für Schutz und Sicherheit

Doch all das seien Ausnahmen. „Die Mehrheit der Hundehalter verhält sich absolut vorbildlich“, schilderte Yannik Lohmann nach seinen ersten zwei Dienstwochen. Lediglich etwa jeder fünfte Halter, den er bei seinen Rundgängen in Drensteinfurt, Rinkerode, Walstedde und Ameke angetroffen habe, sei bislang wegen meist kleinerer Verstöße – maßgeblich mit Blick auf die Alleinpflicht oder aufgrund nicht mitgeführter Hundemarke – aufgefallen, so der 24-jährige Ahlener, der selbst mit Hunden aufgewachsen ist und derzeit hauptberuflich als gelernte Fachkraft für Schutz und Sicherheit für einen großen Kosmetikhersteller in der Nachbarstadt arbeitet. Mit flexiblen Arbeitszeiten, so Lohmann, die es ihm nebenher ermöglichen, in Drensteinfurt und den jeweiligen Ortsteilen zu verschiedenen Tageszeiten auf Kontrollrunde zu gegen.

Dabei hat er übrigens durchaus schon die eine oder andere Anekdote erlebt. „Als ich am frühen Morgen in Ameke einen Hundehalter angesprochen hatte, begegnete mir nur rund 300 Meter weiter ein weiterer. Und der wusste schon, dass ich hier Kontrollen durchführen“, erklärte Lohmann mit Blick auf den überaus schnellen „Dorffunk“ schmunzelnd.

Freundliche Gespräche

Die Gespräche selbst, betont der Sicherheitsfachmann, verliefen in der Regel überaus freundlich. „Die meisten angesprochenen Hundebesitzer befürworten die Kontrollen“, sagte Lohmann. Aber, ergänzte Carsten Grawunder, es gebe eben natürlich auch Ausnahmen. „Und die wollen wir in den Griff bekommen“, so das Stadtoberhaupt.

Wie lange? Das lässt Grawunder offen. Die Stelle des „Hunde-Sheriffs“ ist zunächst auf sechs Monate befristet. „Im Idealfall sagen wir dann – zum Leidwesen von Herrn Lohmann – es war erfolgreich, und wir benötigen keine weiteren Kontrollen“, erklärte der Bürgermeister. Ist das nicht der Fall, wird die Politik über eine Fortsetzung der Maßnahme zu entscheiden haben.

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