Abschied von der „Münsterland-Klassik“
Ein letztes Mal mit Fragebögen auf großer Tour

Tönnishäuschen -

Wenn sich am Sonntag, 30. Juni, die Schranke am alten Bahnhof Tönnishäuschen hebt, ist das der letzte Start der bekannten wie beliebten „Münsterland-Klassik“.

Montag, 24.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 10:50 Uhr
Mehr als ein Vierteljahrhundert lang starteten die Oldtimer einmal im Jahr am alten Bahnhof Tönnishäuschen zur Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“. Die Rallye wird am 30. Juni zum letzten Mal vom „Pängel-Anton“ ausgerichtet.
Mehr als ein Vierteljahrhundert lang starteten die Oldtimer einmal im Jahr am alten Bahnhof Tönnishäuschen zur Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“. Die Rallye wird am 30. Juni zum letzten Mal vom „Pängel-Anton“ ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen

Das Spektakel, das Gäste aus ganz Deutschland anlockt, ist nicht nur eine Oldtimerrallye, es ist eigentlich eine „Familie auf Zeit“. Dazu kommt ein spannendes Programm, knifflige Aufgaben, immer eine wunderschöne Strecke und – was besonders zählt – ein Team, das mit dem Herzen dabei ist. Davon kann Ingrid Druce , Wirtin des „Pängel-Anton“ und Rallye-Organisatorin, ein Lied singen. „Für die 26 Rallyes haben wir wohl an die 26 000 Kilometer alleine für die Streckenauswahl abgefahren“, sagt die Oldtimerfreundin.

Wie kam es eigentlich zu der Ausfahrt? Die Anfänge reichen zurück in die Gründungszeit des „Pängel“ in seiner heutigen Form. Ingrid Druce eröffnete gemeinsam mit dem motorbesessenen Helmut Siebel , so der eingetragener Taufname von „Bobob“, die Gastwirtschaft. „Damals hielten wir es für eine gute Idee, den Ruhetag auf den Dienstag zu legen, denn alle anderen Kollegen ruhten am Montag“, zwinkert Bobob. Das ging auch eine Weile gut. Doch der Technikfreund Bobob war ein Kenner alter Autos und so schnell zum Geheimtipp der jungen Fahranfänger mit großer Autoliebe, aber kleinen Geldbörsen geworden. Also lag Bobob mehr unter Autos als hinter der Theke zu stehen. „Ein nicht wirklich befriedigender Zustand“, fand Partnerin Ingrid.

Mittlerweile hatte sich der „Pängel-Anton“ schon zu einer Marke entwickelt und die Idee kam auf, nur noch am Ruhetag zu schrauben. Daraus entwickelte sich nicht nur der Oldtimerstammtisch, sondern auch das legendäre Treffen am ersten Dienstag im Monat. „Darum haben wir unseren Ruhetag nun wie alle anderen doch am Montag“, schmunzelt Ingrid Druce.

Oldtimer-Westfalen-Fahrt

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  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Archiv
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Archiv
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Archiv
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Archiv
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Archiv
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Christian Wolff
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: privat
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Christian Wolff
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Christian Wolff
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Die Oldtimer-Westfalen-Fahrt „Münsterland-Klassik“ wird 2019 zum letzten Mal ausgerichtet. Foto: Christian Wolff

Der Stammtisch fühlte sich offensichtlich so wohl, dass schnell fünf Jahre mit der regelmäßigen Runde ins Land gingen. „Wir hatten die Idee, dieser treuen Truppe etwas zum ersten Jubiläum zu bieten“, erinnert sich die Wirtin. So überraschte sie Mitte der 90er Jahre ihren Stammtisch mit der Ausfahrt. Dabei stand das Grundkonzept schon fest. Ein opulentes Frühstück für die Teams bildet den Tagesbeginn. „Wichtig ist: Sie sollten sich kennenlernen“; verrät Druce. Um die Kommunikation anzukurbeln, gab es Fragebögen auszufüllen. Darin kam alles aufs Papier. Sogar Donald-Duck-Kenntnisse konnten schon mal abgefragt werden. Ohne Google – das war noch nicht erfunden. Es folgte die immer kommentierte Startphase. Die übernimmt sie Jahren kenntnisreich Mike Atig.

Die ersten Rallyes hatten noch keine Pokale, sondern nur mehr oder weniger selbstgebastelte Preise. „Mit handgetippten, fotokopierten und selbstgehefteten Rallyeheften“, lacht Juniorwirtin und Tochter Sammi Druce. Sie erinnert sich noch an zahlreiche kleine Schnitte in den Händen beim Zusammenfalten. Das waren immer Teamaufgaben.

Die Einweisung der Teilnehmer, gleich vom Fleck weg 42 bei der ersten Rallye, werden seitdem von Mark Druce nach Startnummern auf dem weitläufigen Gelände verteilt. Er sorgt auch für die sicheren Starts an der recht befahrenen Straße.

Seither hat sich wenig geändert. „Nicht nur die Autos, auch wir sind ein Vierteljahrhundert älter geworden. Es wird uns zu aufwendig“, bedauert Ingrid Druce. Dabei hat ihr Herz besonders an der Ausfahrt gehangen. „Im normalen Betrieb oder am Dienstag komme ich nicht dazu, mir die Autos anzusehen oder mit den Fahren zu reden. Das hatte ich aber immer bei der Rallye“, macht sie klar. Ganz sicher hat genau dieses Herzblut die Ausfahrt so anders gemacht und den überragenden Erfolg über die Jahres gesichert. „Nicht verzagen, wir werden uns was Neues ausdenken. Vielleicht abgespeckt und weniger aufwendig, aber sicher ganz schön“, versprechen Ingrid Druce und das Team wie aus einem Mund.

Nicht verzagen, wir werden uns was Neues ausdenken.

Ingrid Druce
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