Ahlens Schulen stellen Pläne um
Hitzefrei XXL – ab Dienstag!

Ahlen -

Durch 30 Grad warme Klassenräume mussten Ahlens Schüler am Montag noch mit vollem Stundenplan durch. Hitzefrei gibt‘s erst ab Dienstag – für einige lang durch die Woche. Heißt: Pünktlich kommen und früher gehen.

Dienstag, 25.06.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 10:50 Uhr
Warten aufs Hitzefrei! Durch diesen Montag muss die 4c der Paul-Gerhardt-Schule planmäßig durch. Härter trifft es einen Raum weiter die 4b. Sie brütet in der dritten Unterrichtsstunde bei 30 Grad Raumtemperatur an ihrer Klassenarbeit in Deutsch.
Warten aufs Hitzefrei! Durch diesen Montag muss die 4c der Paul-Gerhardt-Schule planmäßig durch. Härter trifft es einen Raum weiter die 4b. Sie brütet in der dritten Unterrichtsstunde bei 30 Grad Raumtemperatur an ihrer Klassenarbeit in Deutsch. Foto: Ulrich Gösmann

Hitzefrei!? Wäre jetzt cool! Findet nicht nur die 4c der Paul-Gerhardt-Grundschule. 30 Grad zur dritten Stunde sind schon an diesem frühen Montag für alle, die auf der Ostseite hinter zugezogenen Vorhängen sitzen, eine Qual. Schulleiterin Julia Beier hätte ihre Sprösslinge vorzeitig an die Luft gelassen, doch sie habe es in der Vorwoche verschwitzt. Sagt‘s – und lacht. Dafür sollen Ahlens Schüler ab Dienstag früher gehen dürfen. Hier und anderswo. Noch cooler die weiteren Aussichten: Es könnte so lange Hitzefrei am Stück geben, wie schon seit Jahren nicht mehr in Ahlen.

Hitzefrei verschwitzt? Julia Beier erklärt‘s: „In der heutigen Zeit kann man am Tag selbst nicht freigeben.“ Das müsse einen Unterrichtstag vorher passieren. Im konkreten Fall hätte das schon am vergangenen Dienstag passieren müssen. Dazwischen der Mittwoch (mit dem ersten Hitzefrei des Jahres), der Feiertag Fronleichnam und der Freitag als Brückentag.

In der heutigen Zeit kann man am Tag selbst nicht freigeben.

Julia Beier

Brigga Kazmierczak , Gruppenleiterin Schulen bei der Stadt Ahlen, weiß um die organisatorischen Vorläufe und gesetzlichen Voraussetzungen. Liege die Raumtemperatur bei über 27 Grad, dann dürfe, bei weniger als 25 Grad aber nicht. Ausnahme: die Sekundarstufe II. Mit eben wieder der Ausnahme, bei Kreislaufproblemen im Einzelfall doch zu dürfen.

39 Grad schon in der dritten Stunde. Und nebenan läuft die Klassenarbeit.

39 Grad schon in der dritten Stunde. Und nebenan läuft die Klassenarbeit. Foto: Ulrich Gösmann

Von der Theorie in die Praxis: Um 9.30 Uhr liegen Brigga Kazmierczak an diesem Montag noch keine Meldungen aus den Schulen vor. „Wir würden es aber mitbekommen, weil wir den Fahrdienst anders organisieren müssten.“ Das funktioniere dann aber reibungslos. Ebenso der Betreuungsdienst, der für die Schüler sichergestellt sei, deren Eltern berufstätig sind. Weitere Vorgaben von Seiten der Stadt gebe es nicht: „Die Schulleiter stimmen sich untereinander ab. Die kennen sich. Wenn der eine reagiert, reagieren meistens auch die anderen.“

Durch den Gebundenen Ganztag garantieren wir, dass unsere Schüler bis 15 oder 15.30 Uhr betreut werden.

Meinolf Thiemann

Meinolf Thiemann, Leiter des Städtischen Gymnasiums, ist in der ersten großen Pause gerade dabei, einen Elternbrief fertigzustellen, den es gleich mit nach Hause gebe. „Durch den Gebundenen Ganztag garantieren wir, dass unsere Schüler bis 15 oder 15.30 Uhr betreut werden“, sagt er – und verweist auf die Mensa. „Dafür ist Essen bestellt.“ Sollten Eltern darauf verzichten, könnten Schüler nach der fünften Stunde gehen. Und wenn nicht? Ab in die Lernwerkstatt – und: vielleicht Spielen. Thiemann: „Auf jeden Fall kein Unterricht im herkömmlichen Sinn.“ Für die, die an diesem Dienstag und Mittwoch in die mündlichen Abiturprüfungen müssen, hat das Städtische die Termine verlegt – vom Nachmittag auf den Vormittag.

Eiszeit in der Paul-Gerhardt-Schule: OGS-Koordinatorin Simone Schäfer kühlt für die heißen Tage vor.

Eiszeit in der Paul-Gerhardt-Schule: OGS-Koordinatorin Simone Schäfer kühlt für die heißen Tage vor. Foto: Ulrich Gösmann

Zurück zur Paul-Gerhardt-Schule, in der Julia Beier sogar bis zum Freitag Hitzefrei geben will. Unterricht von 8 bis 11.30 Uhr. Und danach? Keine Hausaufgaben! „Die Kinder waren so fleißig. Das haben sie sich verdient.“ Wer nicht nach Hause könne, werde bis zum Schluss betreut. Und vielleicht auch erfrischt – mit dem Gartenschlauch und Rasensprenger. Die, die in dieser Woche noch ihre Klassenarbeiten schreiben müssen, sollten nicht zu früh jubeln: Sie werden geschrieben. Schließlich, so Beier, stünde die Zeugniskonferenz vor der Tür. „Da müssen wir einfach durch.“ Gut möglich, dass es zwischendurch ein Eis gibt. Das liegt bereits tiefgekühlt im OGS-Bereich, verrät Koordinatorin Simone Schäfer. Eis soll es aber auch an diesem Dienstag für alle geben. An der Paul-Gerhardt-Schule gibt‘s was zu feiern. Was, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. . .

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