Goldener Meisterbrief
Heinz Reinhard: „Immer qualitativ hochwertig“

Ahlen -

Heinz Reinhards Konditorei war über die Grenzen Ahlens hinaus bekannt. Jetzt bekam der 75-Jährige im Münsteraner Friedenssaal den Goldenen Meisterbrief überreicht.

Dienstag, 25.06.2019, 14:40 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 18:06 Uhr
Im Friedenssaal zu Münster bekam Heinz Reinhard (2.v.l.) von Kreishandwerksmeisterin Rosemarie Ehrlich, Innungsobermeister Rolf Ilgemann und Kreishandwerkerschaftsgeschäftsführer Jan Hendrik Schade den Goldenen Meisterbrief überreicht.
Im Friedenssaal zu Münster bekam Heinz Reinhard (2.v.l.) von Kreishandwerksmeisterin Rosemarie Ehrlich, Innungsobermeister Rolf Ilgemann und Kreishandwerkerschaftsgeschäftsführer Jan Hendrik Schade den Goldenen Meisterbrief überreicht. Foto: privat

An historischer Stelle hat der Ahlener Konditormeister Heinz Reinhard im Rahmen des traditionellen Bäcker- und Konditorenfestes „Guter Montag“ seinen Goldenen Meisterbrief erhalten. Im Friedenssaal des Rathauses Münster übergaben ihm Vertreter der Innung und Kreishandwerkerschaft die Urkunde.

Der heute 75-jährige Heinz Reinhard, dessen Café in der Nordstraße 19 auch über die Grenzen Ahlens bekannt war, bekam das Konditorhandwerk in die Wiege gelegt. Denn im Jahr 1910 hatte sein Großvater Theodor Reinhard den seit 1888 bestehenden Betrieb als Bäcker übernommen, sein Vater Heinz übernahm dann in den 1950er Jahren mit einer Bäckerei, Konditorei und Schankwirtschaft.

Seine berufliche Laufbahn begann Heinz Reinhard als 15-Jähriger 1959 mit einer Lehre im Warendorfer Café Menge, dem elterlichen Betrieb seiner späteren Frau Ingrid, die er während seiner Ausbildung kennenlernte. Nach der erfolgreichen Prüfung zog es ihn 1962 als Gesellen nach Münster zum Café Schmalhorst, das er nach zwei Jahren wieder verließ, um in seiner Heimatstadt Ahlen die Bundeswehrzeit zu absolvieren.

Die war 1965 zu Ende und mit Düsseldorf und Bad Godesberg standen als nächstes zwei rheinische Stationen auf der Liste des Konditors. „Als Geselle muss man in diesem Handwerk herumkommen“, war Heinz Reinhard bestrebt, größtmögliche berufliche Erfahrung zu sammeln.

Auch Bischof Felix Genn gratulierte Heinz Reinhard zum Goldenen Meisterbrief.

Auch Bischof Felix Genn gratulierte Heinz Reinhard zum Goldenen Meisterbrief. Foto: ak

1968 war es dann soweit, mit der Meisterprüfung den nächsten Schritt zu gehen. Er besuchte die Schule des Deutschen Konditorhandwerks in Wolfenbüttel: „Das war die Schule mit dem besten Ruf damals.“ Den erfolgreichen Abschluss schaffte er am 17. Januar 1969 vor der Handwerkskammer in Braunschweig.

Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, wieder nach Ahlen zurückzukehren, um die nächste Generation im elterlichen Betrieb vorzubereiten. Heinz Reinhard veränderte das Konzept und führte das Geschäft nach einer langen Übergangszeit ab 1975 als Café mit Konditorei fort.

Der berufliche Nachwuchs lag ihm immer am Herzen, durchweg hatte er jährlich zwei Auszubildende mit in seinem Team. Mit Beginn der Selbstständigkeit übernahm er zudem in der Konditorinnung Beckum für mehrere Jahre die Verantwortung als Stellvertretender Lehrlingswart. In den 1980er und 1990er Jahren folgten weitere 15 Jahre als Stellvertretender Obermeister in der Konditorinnung Münsterland.

Bis zur Aufgabe des Geschäfts an der Nordstraße aus Altersgründen 2010 hatte Heinz Reinhard immer ein Prinzip: „Ich wollte ein qualitativ hochwertiges Angebot zu vernünftigen Preisen anbieten.“

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