Grüne, FWG und BMA treibt Personalie um
Was macht Andreas Mentz?

Ahlen -

Bleibt Andreas Mentz Baudezernent in Ahlen oder wechselt er 2020 in gleicher Funktion nach Hamm? Diese Frage treibt Grüne, FWG und BMA um und rückte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der drei Ratsfraktionen in den Vordergrund.

Donnerstag, 27.06.2019, 13:56 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 13:58 Uhr
Andreas Mentz hat seine helle Freude am Stadtmodell auf dem Marktplatz. Aber wie eng ist seine Bindung an Ahlen?
Andreas Mentz hat seine helle Freude am Stadtmodell auf dem Marktplatz. Aber wie eng ist seine Bindung an Ahlen? Foto: Silke Diecksmeier

Auf die Frage, was er im April 2020 machen werde, soll Stadtbaurat Andreas Mentz kürzlich in einer in­terfraktionellen Runde beim Bürgermeister geantwortet haben: „Segeln.“ Zu seinen beruflichen Plänen hält sich der 52-Jährige derzeit noch bedeckt. Petra Pähler-Paul rechnet jedoch fest damit, dass Mentz – seit dem 1. Januar 2013 Baudezernent in Ahlen – beabsichtigt, in gleicher Funktion nach Hamm zu wechseln. Was ihm „unbenommen“ sei, wie die Fraktionsvorsitzende der Grünen am Dienstag bei ei­nem Pressegespräch betonte. Sie kritisiert jedoch das aus ihrer Sicht „intransparente Verfahren“, in das offenkundig nur „einzelne Fraktionen“ eingeweiht seien, und fordert baldige Klarheit in dieser Personalie, wegen der CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Lehmann schon beim Hammer Oberbürgermeister Thomas Hun­steger-Petermann „vorstellig“ geworden sei. Als sie das erfahren habe, sei ihr „die Spucke weggeblieben“. Lehmann habe damit gegen die „Kleiderordnung“ verstoßen.

Auch vor dem Hintergrund eines möglichen Weggangs von Mentz hält Päh­ler-Paul es für erforderlich, die vakante Stelle eines zweiten hauptamtlichen Beigeordneten bei der Stadt Ahlen zeitnah neu zu besetzen. Den Antrag, den die Grünen dazu am 4. Juli im Rat einbringen, unterstützen auch Freie Wählergemeinschaft (FWG) und Bürgerliche Mitte (BMA). Deren Fraktionsvorsitzende Heinrich Artmann und Matthias Bußmann teilen die Befürchtung der Kollegin, dass andernfalls über Monate ein Vakuum an der Verwaltungsspitze entstehen könnte. Sie wolle „nicht den Tag erleben, an dem wir keine Dezernenten mehr haben“, so Pähler-Paul. Dafür stehe Ahlen vor zu großen Herausforderungen.

Wir wünschen uns alle, dass er bleibt.

Heinrich Artmann (FWG)

Nicht die einzige, aber die größte Baustelle – buchstäblich – ist das Rathaus. Matthias Bußmann sagt, er „fände es toll“, wenn Andreas Mentz dieses Projekt auch in der Umsetzung, ob im Falle einer Sanierung oder eines Neubaus, weiter begleiten würde. Sollte der Technische Beigeordnete aber für sich persönlich andere Pläne haben, sei das „legitim“. Auch FWG-Chef Heinrich Artmann hält große Stücke auf Mentz: „Wir wünschen uns alle, dass er bleibt.“ Man wolle ihm aber auch „nichts verbauen“.

Die jetzige Hammer Baudezernentin Rita Schulze Böing geht Ende Februar kommenden Jahres in den Ruhestand. Der Beschluss über die Ausschreibung der Stelle soll im Rat der Stadt Hamm bereits in zwei Wochen, am 9. Juli, gefasst werden, die Wahl eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin ist für den 1. Ok­tober vorgesehen. Es gilt als offenes Geheimnis, wer der Wunschkandidat von OB Hunsteger-Petermann ist, er möchte dem Vernehmen nach An­dreas Mentz gerne zurückholen, der vor seiner Zeit in Ahlen stellvertretender Leiter der Hammer Stadtplanung war und nach wie vor in der Lippestadt wohnt.

Mentz ist in Ahlen für acht Jahre, bis zum 31. Dezember 2020, gewählt. Laut Gemeindeordnung von NRW müsste er sich der Wiederwahl stellen und diese annehmen, sofern der Rat ihn frühestens sechs oder spätestens drei Monate vor Ablauf der Amtszeit wiederwählt. „Tut der Rat das nicht“, so Petra Pähler-Paul, „kann er gehen.“

Auch die Grünen-Chefin bescheinigt dem Stadtbaurat, in Ahlen „viel bewegt“ zu haben, und findet, „dass man das in anderen Bereichen der Verwaltung vermisst“. Darum spricht sie sich dafür aus, die in der Hauptsatzung vorgesehene zweite Dezernentenstelle zu besetzen. Für welchen Geschäftskreis der oder die neue Beigeordnete zuständig sein soll, lässt Pähler-Paul noch offen, da sei sie „gesprächs- und kompromissbereit“. Für denkbar halte sie es beispielsweise, wieder einen beigeordneten Kämmerer zu bestellen, mit erweitertem Aufgabenbereich. Personal, Soziales und Kulturplanung sind für Pähler-Paul ebenfalls Felder, auf denen es einer stärkeren Führung und Koordination bedarf. Es gehe „darum, eine arbeitsfähige Verwaltungsspitze zu sichern“. Dies sollte nicht zuletzt auch im Interesse des Bürgermeisters sein, schließt sich Heinrich Artmann der Argumentation der Grünen an: „Er müsste unseren Antrag ei­gentlich unterstützen.“

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