Zeche Westfalen Ahlen
Pförtnerhäuschen zurück als Peilpunkt

Ahlen -

Das alte Pförtnerhaus meldet sich zurück – als Peilpunkt, um Besuchern der Zeche Westfalen an erster Stelle Orientierung zu geben.

Freitag, 28.06.2019, 05:00 Uhr
Auf dem besten Weg zum neuen Postkartenmotiv: In acht Wochen soll das alte Pförtnerhaus nach einjähriger Restaurierung fertiggestellt sein. Christiane und Klaus Thiesing zeigen auf die Infotafel mit Lageplan, der eine Chronologie der Historie von Westfalen gleich mitliefert.
Auf dem besten Weg zum neuen Postkartenmotiv: In acht Wochen soll das alte Pförtnerhaus nach einjähriger Restaurierung fertiggestellt sein. Christiane und Klaus Thiesing zeigen auf die Infotafel mit Lageplan, der eine Chronologie der Historie von Westfalen gleich mitliefert. Foto: Ulrich Gösmann

Ein roter Elefant als Peilpunkt auf einem ehemaligen Zechengelände? Ist so auf Westfalen in Ahlen. „Ja, ich stehe hier am roten Elefanten. . .“ Klaus Thiesing hat den Satz schon X-mal gehört, wenn Orientierungssuchende im Büro der „Eventa Westfalen“ durchrufen. Die Agentur des Ahleners hat sich den Dickhäuter selbst vor die Tür gesetzt – und ihm jetzt selbst Konkurrenz gemacht. Frisch saniert meldet sich gleich daneben der Pförtner zurück. Als Peilpunkt mit Plan, der zeigt, wo was steht.

Ich wusste gar nicht, dass die Zeche so oft überschwemmt war.

Christiane Thiesing

Neue Einblicke selbst für Ortskundige

Zwei Fördertürme – doch wer ist Schacht I, wer Schacht II? Christiane Thiesing gesteht, anfangs selbst Probleme damit gehabt zu haben. Die Hinweistafel, an der am Donnerstagmorgen die letzte Schraube angezogen wird, veranschaulicht klar strukturiert Gebäudestandorte. Wer mehr über die bewegende Historie erfahren will, ist auf einer Infotafel schnell auf Stand. Sie dürfte selbst Ortskundige noch ins Staunen versetzen. Zu denen sich auch Christiane Thiesing zählt. „Ich wusste gar nicht, dass die Zeche so oft überschwemmt war“, flüstert sie vor sich hin, während ihr Zeigefinger über die Zeilen gleitet. Klaus Thiesing summiert die Zahl der Kumpel, die in der Tiefe ihr Leben ließen. Augenblick der Stille.

Pförtnerhaus Zeche Westfalen

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  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann
  • Tor zur Zeche Westfalen in Ahlen: das ehemalige Pförtnerhaus, frisch renoviert. Foto: Ulrich Gösmann

Millionen-Investitionen in Lokschuppen und Grubenlüfter

Vor einem Jahr hatten die Thiesings ihre vorerst letzte Baustelle angepackt. Nach dem Millionen-Invest in Lokschuppen und Grubenlüfter (Shim Sham) jetzt der alte Pförtner. Fast sechsstellig habe gekostet, was ihn vor dem weiteren Verfall rettete. Jetzt steht er – rot umklinkert – in frischem Glanz an erster Stelle und wartet auf seine schmiedeeisernen Fenster, die wiederaufgearbeitet wurden. Draußen wie drinnen setzen die Sanierer auf Erhalt, auch wenn die Nutzung nur eine einfache ist: Lager für die Gastro der Eventa Westfalen.

Weiß übermalte Klinkerwände bringen Licht und Größe in die kleinen Räume, lassen ihnen aber den Charme des Vergangenen. Der Lagerlauf des Rolltores, das einst den Weg zum Zechengelände freigab, hebt sich farblich ab. Ein spezieller Deckenanstrich soll Feuchtigkeitsstau verhindern. Zwei kleine Räume sind noch nicht verplant. „Vielleicht als Werkstatt oder Büro“, denkt Klaus Thiesing laut. Wer ihn hört, darf sich als möglicher Mieter ins Gespräch bringen.

Geo-Cashing im alten Bunker

Hinter dem Pförtner kommt bald junges Leben in den alten Bunker. Er wird Geo-Cashing-Point. Mit einer geheimnisvollen Herausforderung: Wer eine Frage beantwortet, bekommt den Code fürs Zahlenschloss, das die schwere Bunkertür öffnet. Drinnen dann ein Logbuch für persönliche Eintragungen – und vielleicht ein Tauschgeschenk.

Geheimnisvolles umweht auch zwei Großraumloren, die Thiesings auf dem Zechengelände aufspürten. Sie werden jetzt überarbeitet, um dann prominente Plätze am Tor zur Zeche Westfalen einzunehmen. Wo? Das ist noch großes Geheimnis!

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