Auch die Aggressionen steigen
Super-Sonntag reißt 3000er-Marke

Ahlen -

Mehr Hitze, mehr Besucher, mehr Aggressionen: Ahlens Freibad hat die 3000er-Tagesmarke erstmals seit sieben Jahren wieder übersprungen – und erste Platzverweise ausgesprochen. Weil einigen die Hitze zu Kopf steigt.

Montag, 01.07.2019, 21:00 Uhr
Einfach nur rein! Auch 27 Grad können erfrischen.
Einfach nur rein! Auch 27 Grad können erfrischen. Foto: Ulrich Gösmann

Wasser! Einfach nur ins Wasser. Dachten sich am Sonntag über 3200 Badegäste und tauchten im Freibad unter. Das meldete am Abend auch gleich einen neuen Spitzenwert, den es nicht einmal im Rekordsommer 2018 gegeben hatte. Aber auch das: Mit den Temperaturen steigen auch in Ahlen die Aggressionen.

Düsseldorf ließ am Samstag ein Freibad räumen , Essen und Gelsenkirchen in den Tagen davor. Und auch Ahlens Bäderbetriebsleiter Thomas Schliewe beobachtet einen Anstieg der Aggressivitätskurve, wenn auch nicht in dieser Tiefe an Rhein und Ruhr, wie er unterstreicht. „Man muss schon sagen, dass die Stimmungslage gereizter geworden ist.“ Nicht nur bei großer Hitze, gerade aber dann. Die Wortwahl sei „robuster“ geworden. „Für die Kollegen vor Ort ist das nicht immer ganz einfach. Einige setzten sogar ganz bewusst auf die Provokation.“ Und: „Es gibt Leute, die treiben es auf die Spitze.“ Dann sei der Punkt gekommen, ein Zeichen zu setzen. Heißt: Raus! Schliewe: „Dass wir dann auch mal unser Hausrecht durchsetzen müssen, ist auch ganz klar.“ Was nicht neu sei, sich aber wie anderswo häufe. Dass einige ihr Problem mit der Hitze hätten, sei in diesen Tagen schon vor der Kasse deutlich zu merken. „Wenn sie nur zwei, drei Minuten warten müssen, werden sie sofort ungeduldig. Sie wollen nur rein, rein, rein!“

In den letzten acht Tagen hatten wir 15.000 Gäste.

Thomas Schliewe

Die Hitze hat aber auch ihr Gutes. Sie befeuert die Statistik nach einem eher mäßigen Start. Hatte der Mai dem Vorjahreswert noch deutlich hinterhergehinkt, ist der Juni mit insgesamt 27 000 Saisonbesuchern bereits überholt. „Schliewe: „In den letzten acht Tagen hatten wir 15.000 Gäste.“ Am Samstag seien es 2000 gewesen, am Sonntag bei über 33 Grad sogar 3200. Wann hat es das zuletzt gegeben? „Nicht einmal im Vorjahr“, bilanziert der Betriebsleiter, sucht sich durch Zahlen der vergangenen Jahre und wird 2012 mit 3500 Tagesgästen fündig.

Im großen Schwimmbecken ist noch Platz.

Im großen Schwimmbecken ist noch Platz. Foto: Ulrich Gösmann

Tuttenbrocksee und Blaue Lagune meldeten am Sonntagnachmittag in Beckum Aufnahmestopp – in Ahlen wäre sogar noch mehr gegangen. „Es drubbelt sich halt immer um die Becken. Je größer der Abstand, je weniger Belegung“, lässt Schliewe wissen. Im großen Becken sei die Situation selbst dann noch relativ entspannt.

Trotz des Sprungs über den Vorjahres-Zwischenwert sieht sich der Bäderleiter mit der Sommerstatistik 2019 noch fest am Boden: „Das dicke Ende kam 2018 im Juli und August.“ Ob beide wieder so dauerheiß würden, das sei erst einmal mit kühlem Kopf abzuwarten.

Im Edelstahlbecken reicht der Platz noch fürs Planschen.

Im Edelstahlbecken reicht der Platz noch fürs Planschen.

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