Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern
„Würden gerne helfen – können aber nicht“

Ahlen -

Die Nachfrage, ob Ahlener Helikopter beim Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern die Löscharbeiten unterstützen können, kam in diesen Tagen mehrfach. Doch Agrarflug „Helilift“ hat keine Kapazitäten mehr.

Mittwoch, 03.07.2019, 19:00 Uhr
Einwohner und Urlauber beobachten einen Hubschrauber CH53 der Bundeswehr beim Aufnehmen von Löschwasser in einem See in Mecklenburg-Vorpommern, wo Deutschlands bisher größter Waldbrand lodert. Ahlens Agrarflug-Chef Dennis Beese kann hier jedoch keine Unterstützung leisten.
Einwohner und Urlauber beobachten einen Hubschrauber CH53 der Bundeswehr beim Aufnehmen von Löschwasser in einem See in Mecklenburg-Vorpommern, wo Deutschlands bisher größter Waldbrand lodert. Ahlens Agrarflug-Chef Dennis Beese kann hier jedoch keine Unterstützung leisten. Foto: dpa / C. Wolff

Die Drähte glühen bei Agrarflug „Helilift“. Anrufe von Feuerwehren und Polizeistationen aus Mecklenburg-Vorpommern sind in Tagen der größten deutschen Waldbrandkatastrophe keine Seltenheit. Doch das Unternehmen im Nordenstadtteil muss abwinken: Unterstützungsflüge bei den Löscheinsätzen können die Ahlener nicht leisten.

„Wir würden gerne helfen – können aber nicht“, schickt Agrarflug-Chef Dennis Beese im „AZ“-Gespräch voraus. „Wir haben derzeit 32 Maschinen alleine in Spanien und Portugal im Waldbrandeinsatz. Die Kapazitäten sind gar nicht mehr da.“ Erschwerend hinzu komme, dass es in Deutschland bislang keine Präventionsregeln für solche Fälle gibt.

Waldbrand in Mecklenburg-Vorpommern

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  • Einwohner und Urlauber beobachten einen Hubschrauber CH53 der Bundeswehr beim Aufnehmen von 5000 Liter Löschwasser in einem See. Die Zahl der Löschhubschrauber sei am Morgen von vier auf sechs erhöht worden.

    Foto: Jens Büttner
  • Ein Waldbrand in der Nähe der Ortschaft Trebs.

    Foto: Bodo Marks
  • Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.

    Foto: Jens Büttner
  • Rauch steigt bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel aus dem Wald auf.

    Foto: Jens Büttner
  • Feuerwehrleute löschen in der Nähe der evakuierten Ortschaft Alt Jabel einen großflächigen Waldbrand.

    Foto: Jens Büttner
  • Rauchwolken steigen in den Himmel.

    Foto: Philipp Schulze
  • Ein Mann blickt von einem Aussichtsturm von Niedersachsen aus über die Elbe auf den Waldbrand auf den Waldbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern.

    Foto: Philipp Schulze
  • Rauch steigt bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe von Jessenitz aus dem Wald auf.

    Foto: Jens Büttner
  • Rauchwolken ziehen über die kleine Ortschaft Hohen Woos am Rande des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei einem großflächigen Waldbrand in der Nähe von Lübtheen.

    Foto: Jens Büttner
  • Rauch steigt aus dem brennenden Waldgebiet auf.

    Foto: Jens Büttner
  • Ein Hubschrauber der Bundeswehr wirft Löschwasser über dem brennenden Waldgebiet ab.

    Foto: Jens Büttner
  • Eine Bergepanzer der Bundeswehr legt eine Brandschneise am Rande des brennenden Waldgebiets an. Bei einer vom Landkreis Ludwigslust-Parchim organisierten Tour konnten sich Pressevertreter ein Bild von den Arbeiten machen, ein Zugang zum eigentlich Brandgebiet wird bisher abgelehnt.

    Foto: Jens Büttner
  • Eine Bergepanzer der Bundeswehr legt eine Brandschneise am Rande des brennenden Waldgebiets an. Bei einer vom Landkreis Ludwigslust-Parchim organisierten Tour konnten sich Pressevertreter ein Bild von den Arbeiten machen, ein Zugang zum eigentlich Brandgebiet wird bisher abgelehnt.

    Foto: Jens Büttner
  • Ein Hubschrauber der Bundeswehr transportiert Löschwasser über das brennenden Waldgebiet.

    Foto: Jens Büttner
  • Ein Sanitätspanzer fährt in Richtung des brennenden Waldgebiets.

    Foto: Jens Büttner
  • Eine Staubwolke ist in der von einem Bergepanzer der Bundeswehr freigelegten Brandschneise am Rande des brennenden Waldgebiets zu sehen. Bei einer vom Landkreis Ludwigslust-Parchim organisierten Tour konnten sich Pressevertreter ein Bild von den Arbeiten machen, ein Zugang zum eigentlich Brandgebiet wird bisher abgelehnt.

    Foto: Jens Büttner
  • Eine Gruppe von Journalisten wird bei einer vom Landkreis Ludwigslust-Parchim organisierten Tour durch eine Waldstück am Rande des Truppenübungsplatzes geführt. Der Zugang zum eigentlich Brandgebiet wird Medienvertreter bisher nicht ermöglicht. Die Lage im Waldbrandgebiet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich erstmals seit Ausbruch des Feuers leicht entspannt. Erste Bewohner konnten in ihre vorsorglich geräumten Häuser zurückkehren.

    Foto: Jens Büttner

„Die Spanier buchen beispielsweise schon ein halbes Jahr im voraus mehrere Hubschrauber, die sich bereithalten und im Brandfall innerhalb von wenigen Minuten starten können.“ Durch die lange Erfahrung mit Waldbränden seien die Stammeinsatzorte des Ahlener Unternehmens längst präventiv aufgestellt.

Hierzulande waren Wald- und Flächenbrände in den Jahrzehnten zuvor kein großes Thema, traten höchstens punktuell auf, so dass ein Löscheinsatz vom Boden zumeist möglich war. „Nun haben wir den zweiten Sommer in Folge eine besondere Hitzewelle. Und wir sind gerade erst im Juli“, erklärt Beese. „Seit gut zehn Jahren betreiben wir Lobbyarbeit, um für einen Katastrophenfall, wie ihn Mecklenburg-Vorpommern gerade erlebt, auch aus der Luft gerüstet zu sein. Es geht außerdem um die Frage, wer einen solchen Einsatz, den wir als Unternehmen dann leisten, am Ende bezahlt. Das ist nirgendwo festgelegt.“

Dennis Beese

Dennis Beese Foto: Christian Wolff

"Anzahl der Hubschrauber wurde erhöht"

Aktuell sind vornehmlich Hubschrauber vom Typ „CH 53“ der Bundeswehr im deutschen Waldbrandgebiet im Einsatz. Die Zahl der Löschhubschrauber ist erst am Dienstagmorgen von vier auf sechs erhöht worden. Wegen des Feuers auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen, wo immer wieder Altmunition in die Luft geht, mussten Hunderte Menschen ihre Wohnungen verlassen.

Dennis Beese weiß: „Bei den Bundeswehr-Hubschraubern ist es nun mal so, dass sie sehr groß und schwerfällig sind. Da müssen die Piloten schon aufpassen, dass sie durch die Luftverdrängung ihrer Rotoren nicht gleichzeitig noch Brandherde anfachen.“

Probleme mit Löschwasser

Bei Polizeihubschraubern, die zudem mit viel Technik bestückt sind, sieht der Fachmann das Problem, dass sie nur gut 300 Liter Löschwasser anhängen können. „Unsere leichten Maschinen könnten hingegen 1500 bis 1800 Liter aufnehmen. Das bringt bei Flächenbränden natürlich einen ganz anderen Effekt“, so Beese. „Es tut uns wirklich Leid. Wir hoffen, dass sich die Voraussetzungen langfristig ändern.“

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