Fortschreibung des Zielkonzepts
Bezahlbaren Wohnraum entwickeln

Ahlen -

Ohne Stimmen der FDP ist am Montagabend vom Rat die lang diskutierte Fortschreibung des Wohnbauflächenzielkonzepts verabschiedet worden.

Dienstag, 09.07.2019, 20:30 Uhr
Das Baugebiet „Hohle Eiche“ – hier das neue Regenrückhaltebecken – soll nach städtischen Zielvorgaben entwickelt werden.
Das Baugebiet „Hohle Eiche“ – hier das neue Regenrückhaltebecken – soll nach städtischen Zielvorgaben entwickelt werden. Foto: Christian Wolff

Der über einen langen Zeitraum erarbeitete Leitfaden für die kurz- bis mittelfristige Entwicklung weiterer Wohnbauflächen innerhalb des Stadtgebietes hat am Montagabend den Segen des Rates bekommen. Mit breiter Mehrheit stimmten die Mitglieder für die Fortschreibung des Wohnbauflächenzielkonzeptes.

Gegenwind gab es allein von der FDP-Fraktion. Sie sieht die Entwicklung von kleineren Grundstücken nicht ausreichend berücksichtigt, wie Norbert Fleischer erklärte. Dies veranlasste Stadtbaurat Andreas Mentz zu einer Erläuterung: „Selbstverständlich wollen wir das Aktivieren von Freiflächen nicht unterbinden. Beim Ausweisen von Baugebieten schlagen wir vor, das individuelle Bauen nicht zu behindern“, sagte er. Die von der FDP vermissten Segmente würden somit dennoch berücksichtigt. „Baugebiete sind so zu strukturieren, dass ganz Verschiedenes möglich ist.“

Bei der Entwicklung von Wohnbauflächen soll in Zukunft eine ausgewogene Verteilung über die Stadt erreicht werden, damit den unterschiedlichen Präferenzen und Bedarfen der Interessierten auch hinsichtlich der Lage Rechnung getragen werden kann. Mit der geplanten Ausweisung der Wohngebiete „Handkamp“ im Norden, „Hohle Eiche“ im Westen, „ehemaliger Baubetriebshof“ im Osten und im Falle eines liegenschaftlichen Erwerbs der Fläche zur Erweiterung „Im Hövener­ort“ im Süden können in allen Teilen der Kernstadt kurz- bis mittelfristig Wohnbauflächen nach den städtischen Zielvorstellungen entwickelt und vermarktet werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Auch für den Ortsteil Dolberg wurde bereits eine größere Fläche durch die Verwaltung mobilisiert, die kurz vor der Erschließung und Vermarktung steht. In Vorhelm wurden und werden zahlreiche kleinere Flächen entwickelt.

Deswegen sollte der Ankauf von Liegenschaften durch die Kommune zur Bereitstellung von Wohnbauland Priorität erhalten, um langfristig einen ausreichenden und sozialverträglichen Zugang zum Bodenmarkt zu erhalten, auch um zum Beispiel Tauschflächen zu bevorraten. Damit lässt sich im Sinne einer vorausschauenden Bodenvorratspolitik langfristig bezahlbarer Wohnraum entwickeln.

Uneingeschränktes Lob für die Konzeptfortschreibung gab es von Seiten der Christdemokraten. „Es ist wie beim Langstreckenlauf im Sport – wer nicht ständig dranbleibt, läuft hinterher“, versinnbildlichte Erhard Richard , CDU-Sprecher für Stadtplanung und Bauen. „Für die Entwicklung einer Stadt ist es wichtig, in der Außenwirkung ihre Attraktivität erkennbar zu machen.“ Als größte Kommune im Kreis Warendorf habe Ahlen da einiges zu bieten in den Bereichen Schullandschaft, Bildung und Kultur sowie Erholung und Freizeit. Es sei ausdrücklich zu begrüßen, wenn nun „die Fläche ,Hohle Eiche‘ als Baugebiet in die Entwicklung geht“. Ebenso freute sich Richard, dass der Flächenerwerb durch die Stadt Ahlen erfolgen kann. „Der Ankauf von Wohnbauland durch die Kommune muss weiterhin Priorität haben.“

Matthias Bußmann (BMA) erinnerte die CDU daran, einen ähnlich gelagerten Antrag seiner Fraktion vor einigen Jahren abgelehnt zu haben. „Es ging damals um das geplante Wohngebiet bei Kiffe“, sagte er. „Dort könnten heute schon die ersten Menschen eingezogen sein.“ Dennoch hielt Bußmann fest: „Es ist egal, von wem dieser Antrag kommt. Wichtig ist, dass er kommt.“

Karl-Heinz Meiwes (SPD) hätte lieber die Hammer Straße anstatt der „Hohlen Eiche“ als Entwicklungsgebiet gesehen. Aber insgesamt sei auch seine Fraktion mit den Ergebnissen zufrieden. „In der Wohnungsbaupolitik war es der SPD immer wichtig, Flächen zu generieren, die gerade in Zeiten des Klimaschutzes städtebaulich vertretbar sind“, erläuterte er. „Den Sozialen Wohnungsbau zu fördern, wie wir es uns vorgenommen haben, hat sich allerdings als schwierig herausgestellt.“

Silvia Hillebrand (FWG) wünschte sich, dass Ahlen langfristig auch für Menschen attraktiv wird, die in Münster arbeiten – „und nicht nur Telgte, Sendenhorst oder Drensteinfurt“.

Den Sozialen Wohnungsbau zu fördern, hat sich als schwierig herausgestellt.

Karl-Heinz Meiwes
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