Land fördert Ahlener Projekte
2,5 Millionen Euro für die Städtebauförderung

Ahlen -

Die Südenkampfbahn ist der größte Posten. Ahlen kann mit 2,5 Millionen Euro vom Land rechnen. Mit im Fördertopf: Stadtpark, Rosenbaumplatz und die Zeche Westfalen.

Freitag, 19.07.2019, 16:40 Uhr
Der größte Anteil der Förderung: An der Südenkampfbahn kann mit Hilfe von rund 1,5 Millionen Euro Landesmittel ein modernes Sportzentrum entstehen.
Der größte Anteil der Förderung: An der Südenkampfbahn kann mit Hilfe von rund 1,5 Millionen Euro Landesmittel ein modernes Sportzentrum entstehen. Foto: Ralf Steinhorst

Dass die Ahlener Stadtentwicklung auf einem guten Weg ist, zeigt für Bürgermeister Dr. Alexander Berger die Verteilung der Städtebaufördermittel für 2019 in NRW. Mehr als die Hälfte der Tranche, die in den Kreis Warendorf geht, fließt in Projekte der Stadt Ahlen. Über 2,5 Millionen Euro stehen der Stadt damit zur Verfügung, „um Ahlen schöner, lebenswerter und zukunftsfähiger zu machen“, so Berger in einer ersten Reaktion. Er freue sich über den Rückhalt aus Düsseldorf und das Ansehen, das die Stadt Ahlen beim Land genieße.

Der Hauptanteil aus dem 2,5 Millionen-Paket ist vorgesehen für den Neubau der Südenkampfbahn. Dort, wo große Kapitel der Ahlener Sportgeschichte geschrieben worden sind, kann mit Hilfe der rund 1,5 Millionen Euro Landesmittel ein modernes Sportzentrum entstehen. „Eine gute Entscheidung für die Sportstadt Ahlen“, ist Berger glücklich, dass dem Schul- und Vereinssport demnächst zeitgemäße Bedingungen zur Verfügung stehen. Mit 90 Prozent Förderung aus dem erstmals beantragten Programm „Soziale Integration im Quartier“ erzielt der Neubau der Sportstätte die höchste Förderquote.

Damit hält eine spürbar höhere Wohnqualität Einzug ins Quartier.

Andreas Mentz

Schon lange hilfreich ist in Ahlen bei der Umsetzung städtebaulicher Konzepte das Programm „ Soziale Stadt “. Von dem 70-prozentigen Zuschuss profitiert insbesondere die Wohnumfeldverbesserung im Südenstadtteil an Kastanienweg und Föhrenweg. Vivawest und LEG werden dort Spiel- und Aufenthaltsbereiche neu anlegen und aufwerten. „Damit hält eine spürbar höhere Wohnqualität Einzug ins Quartier“, ist Stadtbaurat Andreas Mentz sicher und begrüßt die mit 326 000 Euro vom Land bezuschussten Maßnahmen der Wohnungsgesellschaften.

Ebenso kommt der Ahlener Süd-Osten über „Soziale Stadt“ in den Genuss von Fördergeldern in Höhe von 368 000 Euro. Von Geld, „das sowohl in öffentliche als auch in privat getragene Vorhaben geht“, spricht Mentz. So könnten Planungskosten für die Umgestaltung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes finanziert werden, genauso wie Machbarkeitsstudien für Mannschaftsgang und Maschinenzentrale auf der früheren Zeche Westfalen. Bewegung komme damit in Projekte, „die uns schon lange unter den Nägeln brennen und für die sich nun erstmals Ansätze zu hoffnungsmachenden Perspektiven eröffnen.“ Gedacht ist auch an die Kinder: Der Spielplatz an der Humboldtstraße erhält ein neues Gesicht und wird von Grund auf umgebaut.

Der Sidney-Hinds-Park mit dem Jüdischen Friedhof.

Der Sidney-Hinds-Park mit dem Jüdischen Friedhof. Foto: Stadt Ahlen

Bewährte Maßnahmen, die in der Innenstadt und im Ahlener Süden bereits nachhaltig Spuren hinterlassen haben, kommen nun auch erstmals im Ahlener Süd-Osten zur Anwendung. Das Hof- und Fassadenprogramm fördert die Initiative privater Immobilienbesitzer, ihre Hausfassaden und öffentlich zugängliche Hofbereiche zu verschönern. Auch der Verfügungsfonds, ein in der City erfolgreich erprobtes Format, wird als Stadtteiletat Wirkung im Süden entfalten: Zusammen mit dem Stadtteilbüro können Bürgerinnen und Bürger künftig kleinteilige Ideen entwickeln. „Das können Straßenfeste sein, aber auch Aktionen, um den Zusammenhalt der Bewohner zu stärken“, sieht der Stadtbaurat ein weites Feld an kreativen Möglichkeiten.

Der Stadtpark soll umgestaltet werden.

Der Stadtpark soll umgestaltet werden. Foto: Stadt Ahlen

Die Umgestaltung der Ahlener Grünanlagen kann mit Hilfe der Städtebauförderung nun auch in der Innenstadt fortschreiten. Nach Berliner Park und Richterbach-Park folgen jetzt Sidney-Hinds-Park und der Stadtpark. „Der Park am Bahnhof ist im heutigen Zustand erneuerungsbedürftig und nicht barrierefrei“, stellt Bürgermeister Berger fest. Das werde sich demnächst ändern. Besser ins Licht gesetzt werde zudem der frühere Jüdische Friedhof und die mittelalterliche Wehranlage, die wieder sichtbar gemacht wird.

Ein Leitsystem für Fußgänger

Gefördert werden können mit der 80-prozentigen Unterstützung aus dem „Aktive Zentren“-Programm auch die Planungskosten für den Stadtpark. In einem sogenannten partizipativen Werkstattverfahren hatten vier Planungsbüros die Möglichkeit, ihre Vorstellungen von einem behutsam weiterentwickelten Stadtpark zu formulieren. Vorausgegangen war ein Bürgerdialog, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche äußerten, was der Stadtpark künftig funktional und gestalterisch können muss. „Hier können wir jetzt konkret in die Umsetzungsphase eintreten und schauen, was möglich ist“, freut sich Berger über die kommenden Schritte. Damit nicht nur Stadtpark und Sidney-Hinds-Park für Besucherinnen und Besucher der Stadt gut zu finden sind, wird – ebenfalls mit Hilfe der Städtebauförderung – bald ein Fußgängerleitsystem den richtigen Weg zu allen wichtigen Punkten in der Innenstadt weisen. 336 000 Euro steuert das Land für die innenstadtrelevanten Projekte bei.

Jetzt geht die Arbeit richtig los

Für die Stadt Ahlen geht mit den jetzigen Förderzusagen die Arbeit erst richtig los. „Planungen müssen konkretisiert, Abläufe koordiniert und Baubeschlüsse vorbereitet werden“, sehen Berger und Mentz auf die Fachbereiche der Stadtverwaltung spannende Zeiten zukommen. Die Förderzusagen seien für alle Beteiligten in Verwaltung und Politik enorm motivierend. Und was besonders zählt: „Ahlen wird vom Land wahrgenommen und wertgeschätzt, das ist eine Auszeichnung für die ganze Stadt“, so Bürgermeister Berger.

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