Hiss zum Tralla-City-Auftakt
Ahlen tanzt die Friedhofspolka

Ahlen -

Die Gruppe Hiss zum Auftakt der Tralla-City-Reihe 2019: An diesem lauen Sommerabend passte auf Ahlens Marktplatz alles zusammen. Fernweh gab‘s auch – auf Seefahrt und ferne Abenteuer.

Samstag, 20.07.2019, 17:50 Uhr
Zurück auf dem Ahlener Marktparkett. die Gruppe Hiss, diesmal auf abenteuerlicher Seefahrt.
Zurück auf dem Ahlener Marktparkett. die Gruppe Hiss, diesmal auf abenteuerlicher Seefahrt. Foto: Martin Feldhaus

Harte Schläge auf dem Schlagzeug. . . – dann ertönt ein krachendes „Hey!“ und die Polka geht ab. Als die Band „ Hiss “ am Freitagabend beim Tralla-City-Auftakt ihren Song „Sibirische Liebe“ von der Bühne schmettert, ist das Eis gebrochen und das Publikum wippt im Takt. Einige tanzen gar in der ersten Reihe Polka. „Weil es so gut läuft, spielen wir gleich noch eine Polka“, freut sich Sänger Stefan Hiss über die Begeisterungsfähigkeit des Ahlener Publikums. Es folgt ein echter Hiss-Klassiker, die Friedhofspolka. „Hebt euer Glas und trinkt auf die Toten“ fordert Hiss die 400 Zuschauer auf dem Marktplatz auf. Kurz danach heißt es: „Der Tag ist so kurz, so lang ist die Nacht“.

Währenddessen wird es langsam dunkel. Die erste Tralla-City-Nacht im Jahr 2019 gratiniert Hiss mit einem musikalischen Ausflug rund um die Welt. Mit im Gepäck ist neben verschiedenen Polkas vor allem ein großes Füllhorn an Seefahrergeschichten, gewürzt mit einer gehörigen Portion Ironie, aus dem im Jahr 2018 erschienenem Album „Südsee, Sehnsucht und Skorbut“.

Weil es so gut läuft, spielen wir gleich noch eine Polka.

Stefan Hiss

Lieder wie „Ans Meer“, „Rum“ oder von „Sansibar nach Sante Fé“ verwandeln Ahlens gute Stube in ein großes Seeschiff, das sich auf eine Sehnsuchtsreise begibt. Natürlich begleitet von Akkordeon-Klängen, die bei der Seefahrt zum guten Ton gehören. Aber Vorsicht: Eine Seefahrt ist leider nicht nur lustig, sondern auch verbunden mit harter Arbeit im Maschinenraum und der immer vorhandenen Gefahr des Schiffbruchs, die das Quintett musikalisch inszeniert.

400 Zuschauer kamen zum Auftakt des Ahlener Tralla-City-Sommers 2019 schnell in Stimmung.

400 Zuschauer kamen zum Auftakt des Ahlener Tralla-City-Sommers 2019 schnell in Stimmung. Foto: Martin Feldhaus

Neben Seemannsliedern, Piratenpolkas, Südsee-Ska und Tiefsee-Tango hat Hiss aber auch noch viele andere Lieder im Repertoire. Nicht zu kurz kommen daher auch diejenigen Zuschauer, die Hiss schon seit Jahrzehnten verfolgen und auf die echten Klassiker der Bands warten. Die Stücke „Tanz“ und „Schlecht“ aus dem Album „Herz und Verrat“ (1997) lassen die Herzen echter Hiss-Fans höherschlagen und sorgen für viel Applaus beim Publikum. Gleiches gilt auch für ein Mundharmonika-Solo, das Michael Roth unnachahmlich ausführt und damit für Begeisterung sorgt.

Insgesamt bietet Hiss einen Konzertabend bei bestem Open-Air-Wetter, der sich im Spannungsfeld zwischen Polka und Rock’n’Roll, Taiga-Twist und Texas-Tango bewegt und genau den Nerv des Publikums trifft.

Rasante und zugleich hintersinnige Lieder bieten etwas für Kopf und Beine. Eine Mischung, die sehr gut ankommt: Vielfalt gefällt eben – und Monotonie kann man Hiss nun wahrlich nicht vorwerfen. Mit ihrer unverwechselbaren Art sorgt die Gruppe für einen gelungenen Tralla-City-Auftakt und macht Lust auf mehr laue Sommernächte in Ahlens guter Stube.

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