Integrierte Notfallzentren
Ahlen bei Reform der Notversorgung dabei?

Ahlen -

Bundesgesundheitsminister Spahn schlägt Integrierte Notfallzentren bei der Reform der Notversorgung vor. Ahlen könnte gute Chancen haben.

Mittwoch, 24.07.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 18:40 Uhr
Anja Rapos, Geschäftsführerin des St.-Franziskus-Hospitals, sieht gute Chancen für ihr Haus, Standort eines Integrierten Notfallzentrums zu werden.
Anja Rapos, Geschäftsführerin des St.-Franziskus-Hospitals, sieht gute Chancen für ihr Haus, Standort eines Integrierten Notfallzentrums zu werden. Foto: Dierk Hartleb

Jens Spahn hat mal wieder einen herausgehauen: Diesmal hat sich der Bundesgesundheitsminister die Neuregelung der Notfallversorgung vorgenommen.

Weil die Notaufnahmen in den Krankenhäusern chronisch überlastet sind, sollen gemeinsam mit den Notfallpraxen der niedergelassenen Ärzte sogenannte Integrierte Notfallzentren (INZ) eingerichtet werden. Um die Patientenströme künftig besser lenken zu können, schlägt Spahn auch die Zusammenlegung der Notrufnummern von 112 und 116 117 vor.

Im St.-Franziskus-Hospital Ahlen bleibt Geschäftsführerin Anja Rapos gelassen. „Wir haben Versorgungsstufe 1“, erklärt Rapos. Sie sei daher optimistisch, dass das Ahlener Krankenhaus gute Voraussetzungen mitbringe, bei der Errichtung von INZ dabei zu sein. Die Entscheidung darüber liege allerdings beim Land. Zudem verfügt das Ahlener Krankenhaus bereits über eine Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte und der Kassenärztlichen Vereieinigung als Partner. Erst im April waren Notambulanz und Notfallpraxis im Franziskus-Hospital auch räumlich näher zusammengerückt. Ob die Zusammenlegung der Notrufnummern, über die bereits eine „Vorsortierung“ nach Schwere der Erkrankung der Patienten erfolgen soll, funktionieren werde, bleibe allerdings abzuwarten, meint Rapos.

Über mangelnde Arbeit kann sich die Notaufnahme des Krankenhauses jedenfalls nicht beklagen: „Wir haben im Quartal zwischen 3000 und 3200 Notfallbehandlungen“, stellt die Geschäftsführerin fest. Eingerechnet seien die pediatrischen Notfälle (Kinder).

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) reagiert man abwartend auf die Spahn-Pläne. Für eine abschließende Bewertung der Reformpläne sei es jetzt noch früh, hießt es am Mittwoch aus der KV-Pressestelle in einer schriftlichen Mitteilung. Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) beäugt die Aktivitäten des Ministers skeptisch. Wichtig sei, dass die INZ auch im ländlichen Raum vor allem für ältere, mehrfach erkrankte Menschen erreichbar bleibe.

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