Projekt „Essbare Stadt“
Hobbygärtner gehen Unkraut an den Kragen

Ahlen -

Das Projekt „Essbare Stadt“ wächst und gedeiht. Allerdings haben die Hobbygärtner im Dechaneihof auch mit der Trockenheit zu kämpfen.

Montag, 29.07.2019, 10:00 Uhr
Die „Essbare Stadt“: Einige der Erdbeeren sind fast reif und haben schon ihre knallrote Farbe angenommen. Vor drei Wochen hatte Radmilla Riedel Bohnen gepflanzt, nun gilt es, das Unkraut drumherum zu entfernen. Mit Hacke und nicht mit Spritzen. Werner Peitzmann hat indes ein kleines Hochbeet für das Pflanzen von Kräutern vorbereitet.
Die „Essbare Stadt“: Einige der Erdbeeren sind fast reif und haben schon ihre knallrote Farbe angenommen. Vor drei Wochen hatte Radmilla Riedel Bohnen gepflanzt, nun gilt es, das Unkraut drumherum zu entfernen. Mit Hacke und nicht mit Spritzen. Werner Peitzmann hat indes ein kleines Hochbeet für das Pflanzen von Kräutern vorbereitet. Foto: Ralf Steinhorst

Die Hitze ließ die hartgesottenen Gärtner des Projekts „Essbare Stadt“ auch am Samstagvormittag kalt. Mit viel Geduld setzten sie ihr schmackhaftes Vorhaben im Dechaneihof gleich hinter dem Barthelhof unbeirrt fort. Auch wenn die Bodenverhältnisse eine große Herausforderung darstellen.

„Gartenmäßig war es bisher ein schwieriges Jahr“, zieht Werner Peitzmann als Projektinitiator ein erstes Zwischenfazit. Bis Mitte Mai sei es zu kalt gewesen, dann endlich waren die Temperaturen annehmbar. Die Hobbygärtner im Dechaneihof kämpfen aber mit der gleichen großen Widrigkeit wie Landwirte und andere Gärtner: Es ist schlichtweg zu trocken. Der Blick auf den Boden gibt umgehend eine Bestätigung, jeder Bearbeitungsansatz zieht sofort eine kleine Staubwolke nach sich.

Seit Ende April treffen sich fünf bis sechs Hobbygärtner 14-tägig am Samstagmorgen im Dechaneihof, um das Projekt voranzutreiben. Bis jetzt haben sie Fruchtgemüsearten wie Zucchini, Gurken, Paprika, Kürbis oder Bohnen gepflanzt. Aber auch zwei Reihen Erdbeeren sowie Kräuter wie Lavendel.

Radmilla Riedel

Radmilla Riedel Foto: Ralf Steinhorst

„Heute werden Kräuter zurückgeschnitten und geerntet“, hat Werner Peitzmann, gelernter Gartenbauingenieur, sein Arbeitspensum für Samstag festgelegt. Seine Mitstreiterinnen Birgit Ruhmöller, Radmilla Riedel und Dorothee Franzmann gingen derweil dem Unkraut an den Kragen. Mit Hacke und nicht mit Spritzen, wie Werner Peitzmann betonte. Schließlich soll die „Essbare Stadt“ bis ins Detail umweltfreundlich sein, auch wenn es hier und da mühselig ist.

Wobei sich der Boden durchaus nicht nur wegen der Trockenheit als Herausforderung beweist. „Die Bodenstruktur muss sich hier erst noch aufbauen“, kommt Werner Peitzmann auch zwischendurch mal vorbei, um mit künstlichem Regen aus dem Schlauch nachzuhelfen. Denn dann lässt es sich besser arbeiten. Ob Aufgeben eine Option ist? „Als Gärtner muss man immer Hoffnung haben“, gibt der Gartenbauingenieur nicht klein bei. Denn wenn die Hoffnung nicht mehr da wäre, könne man es gleich bleiben lassen.

Werner Peitzmann

Werner Peitzmann Foto: Ralf Steinhorst

Angepflanzt wird in diesem Jahr nichts mehr, aber weiter gepflegt und geerntet natürlich schon. An den Samstagen, 10. und 31. August, von 10.30 bis 12.30 Uhr sind die nächsten Termine, zu denen alle Hobbygärtner zum Mittun gerne eingeladen sind. Am Samstag, 14. September, findet zur gleichen Uhrzeit das Erntefest statt.

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