Volker Putze ist „Pro Abriss“
Die aufgeklebte Rathaus-Meinung

Ahlen -

Das fällt auf: Volker Putze hat sich einen Aufkleber fürs Auto anfertigen lassen, der seine Meinung in der Rathausfrage plakativ zeigt. Der 52-jährige Ahlener ist für den Abriss des Rathauses.

Donnerstag, 08.08.2019, 11:15 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 12:08 Uhr
Nicht zu übersehen, das knallgrüne Statement, das Volker Putze durch die Gegend fährt. Er will ein Zeichen gegen das angekündigte Bürgerbegehren setzen.
Nicht zu übersehen, das knallgrüne Statement, das Volker Putze durch die Gegend fährt. Er will ein Zeichen gegen das angekündigte Bürgerbegehren setzen. Foto: Sabine Tegeler

Er fällt schon auf, der knallgrüne Aufkleber: „Pro Abriss“ ist ein klares Statement, das Volker Putze da durch die Gegend fährt. Und er macht auch gleich noch'nen Haken an die Sache – an die Rathaus-Sache.

Wenn ich ein Auto brauche, um zur Arbeit zu kommen, dann kaufe ich doch auch keinen Oldtimer, an dem ich dauernd rumschrauben muss. Dann kaufe ich mir was zuverlässiges Neues.

Volker Putze

„Ich habe mich wirklich gut informiert“, blickt Volker Putze zurück auf die Anfänge der Sanierung-oder-Neubau-Diskussion: „Ich war erst mal offen und habe mir alles angehört.“ Im Laufe der Zeit habe sich es für ihn allerdings mehr und mehr manifestiert: Mit einem Rathaus-Abriss fahren die Ahlener besser, findet er. Dementsprechend das Bild, das Volker Putze wählt: „Wenn ich ein Auto brauche, um zur Arbeit zu kommen, dann kaufe ich doch auch keinen Oldtimer, an dem ich dauernd rumschrauben muss. Dann kaufe ich mir was zuverlässiges Neues.“

Unzufriedene Mitarbeiter im Rathaus

Klar, sagt der 52-Jährige, er kenne die Sprüche, die ihm vorgehalten würden: „Ich arbeite beim Bauhof. Dann sagen mir Leute: Ja, ja, du musst ja so argumentieren. Du arbeitest ja bei der Stadt.“ Das sei doch Quatsch, er müsse gar nichts. Und er arbeite ja auch nicht im Rathaus. Aber er wisse sehr wohl, wie unzufrieden die Mitarbeiter in ihren Büros seien. Sicher sei ein Neubau teuer. Die Sanierung aber auch. Und da wisse man nicht, was man nachher hat und ob’s wirklich funktioniert.

Idee kam nach dem Ratsbeschluss

Die Idee mit dem Autoaufkleber sei ihm allerdings erst gekommen, als der Ratsbeschluss schon gefallen war und ein Bürgerbegehren angekündigt wurde: „Da habe ich doch gedacht: Nee! Das Geld dafür kann man ja wohl besser verwenden.“ Der Rat habe den Abriss beschlossen. Und der Rat sei schließlich das von den Ahlenern gewählte Gremium.

Will klare Kante zeigen

„Mit dem Aufkleber will ich klare Kante zeigen. Politikern wird so oft vorgeworfen, dass sie es nicht tun, klare Kante zeigen. Dann machen wir das eben selbst.“ Er habe schon jede Menge Zuspruch erhalten und auch Nachfragen, ob er die Aufkleber wohl verkaufe. „Ich kann die besorgen und gebe sie zum Selbstkostenpreis weiter, ich verdiene da nichts dran“, betont Volker Putze und macht noch ein besonderes Angebot: „Ich helfe auch beim Aufkleben, das ist nämlich eine ganz schöne Fummelei.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6834780?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Das „Hansator“ gewinnt an Fahrt
Im Dezember sollen die Hochbauarbeiten für das Projekt „Hansator“ beginnen.
Nachrichten-Ticker