Mischkes brauchen dringend Hilfe
Großfamilie sucht neues Zuhause

Ahlen -

Simone Mischke hat große Sorgen: Die zehnfache Mutter sucht für sich und ihre acht Kinder, die noch bei ihr leben, ein neues Zuhause. Die Großfamilie muss in wenigen Wochen aus ihrem Haus raus.

Freitag, 09.08.2019, 21:00 Uhr
Simone Mischke und zwei ihrer Söhne, Merlin (l.) und Connor. Die 48-jährige alleinerziehende Mutter weiß sich nicht mehr zu helfen. Sie sucht ein Haus für sich und die acht noch zu Hause lebenden Kinder.
Simone Mischke und zwei ihrer Söhne, Merlin (l.) und Connor. Die 48-jährige alleinerziehende Mutter weiß sich nicht mehr zu helfen. Sie sucht ein Haus für sich und die acht noch zu Hause lebenden Kinder. Foto: Sabine Tegeler

Wenn Simone Mischke an den 25. August denkt, wird ihr schlecht. Richtig körperlich schlecht. Denn das ist der Tag, an dem sie ihr Haus verlassen muss. Und nicht nur sie. Auch die noch zu Hause wohnenden acht ihrer zehn Kinder verlieren dann ihr Dach überm Kopf.

Seit über einem Jahr sucht die alleinerziehende Ahlenerin bereits neuen Wohnraum zur Miete – bisher allerdings erfolglos. Was passiert, wenn sie bis zum 25. keins gefunden hat? Simone Mischke zuckt mit den Schultern und versucht, die Tränen, die ihr in die Augen schießen, wieder zurückzudrücken: „Ich weiß es nicht. Ins Obdachlosenheim? Das kann ich meinen Kindern doch nicht antun“, sagt sie und klingt verzweifelt.

Verständnis für Eigentümer

Seit 2013 lebt Simone Mischke mit ihren fünf- bis 22-jährigen Kindern im Kühl. „Immer glücklich und zufrieden“, schaut sie auf die vergangenen Jahre zurück. Alle Mädchen und Jungen sowie die Mutter haben genug Platz, es gibt insgesamt acht Räume plus Küche und Badezimmer.

Aber das Haus ist alt, steht unter Denkmalschutz und muss dringend saniert werden. Die Eigentümer, mit denen sich die Familie gut versteht, leben nicht in Ahlen und haben sich zum Verkauf des Gebäudes entschlossen. „Das kann ich gut verstehen“, ist Simone Mischke ganz auf der Seite der Eigentümer. Das Haus sei für die zur Last geworden, zeigt sie Verständnis.

Ins Obdachlosenheim? Das kann ich meinen Kindern doch nicht antun.

Simone Mischke

Alle Hebel in Bewegung gesetzt

Als die 48-Jährige erfuhr, dass sie nicht wohnen bleiben kann – das war etwa vor 14 Monaten – setzte sie gleich alle Hebel in Bewegung. Wohlwissend, dass es für eine neunköpfige Familie nicht leicht werden würde, passenden Wohnraum zu finden: „Wir haben im Internet Anzeigen geschaltet und in den Zeitungen. Wir haben alle möglichen Kontakte angesprochen.“ Sie sei sogar rumgefahren, habe nach leerstehenden Häusern Ausschau gehalten und Nachbarn angesprochen. Alles ohne Erfolg. Meistens sollten leerstehende Häuser erst noch saniert werden.

Bei der Caritas sei sie auch gewesen, habe dort hilfsbereite Menschen getroffen. Aber Wohnraum hätten auch die nicht beschaffen können.

Angst vor Obdachlosigkeit

Ob ihr denn Vorurteile als alleinerziehende Mutter einer Großfamilie entgegenschlugen? „Eigentlich nicht“, berichtet die Ahlenerin: „Ein Herr hat sich auf unsere Annonce gemeldet, der war sehr nett.“ Aber sein angebotenes Haus hätte nur zwei Schlafräume gehabt. Zu wenig eben.

Simone Mischke und ihre Kinder haben große Angst vor der Obdachlosigkeit. Sie hofft, dass sich über diesen Zeitungsartikel Menschen melden, die helfen können oder einen Rat wissen und sich bei der Ahlener Zeitung, (Telefon 80 88 25, Mail redaktion.ahlen@wn.de ) melden.

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