Aufbau des digitalen Schulnetzes
Diese Baustelle hinterlässt kaum Spuren

Ahlen -

Kaum sichtbar und im Untergrund geht der Aufbau des digitalen Schulnetzes voran. Markierungen auf einigen Straßen deuten auf eines der größten und teuersten Vorhaben der Stadt hin.

Dienstag, 13.08.2019, 17:00 Uhr
Bei hartem Gestein hilft nur der Stahlbohrkopf, den Manuel Speer und Bohrmeister Helmut Schürmann an Ost- und Südwall verwenden. Markierungen helfen bei der Orientierung, um sicher an den Kanalrohren vorbei zu bohren.
Bei hartem Gestein hilft nur der Stahlbohrkopf, den Manuel Speer und Bohrmeister Helmut Schürmann an Ost- und Südwall verwenden. Markierungen helfen bei der Orientierung, um sicher an den Kanalrohren vorbei zu bohren. Foto: Stadt Ahlen

Geheimnisvolle Striche und Ziffern, mit Sprühkreide auf Kanaldeckeln und Straßenpflaster markiert, sieht man derzeit an einigen Stellen im Stadtgebiet. Sie sind das sichtbare Zeichen eines der größten und finanziell aufwendigsten Vorhaben, das die Stadt Ahlen gegenwärtig umsetzt.

Der Aufbau des Ahlener Schulnetzes vollzieht sich zu großen Teilen kaum sichtbar im Untergrund. „Wir brauchen keine großen Bagger und reißen auch nicht die Straßen auf“, sagt Bauleiter Manuel Speer vom Tiefbau Unternehmen Clemens Reuschenbach aus Breitscheid. Das ist in der Tat ungewöhnlich und macht nicht nur Baufachleute neugierig.

Die Rohre, in denen künftig Glasfaserkabel verlaufen werden, um zunächst sechs städtische Schulstandorte mit einem zentralen Serverraum zu verbinden und an das schnelle Internet anzuschließen, werden mit horizontaler Bohr- und Presstechnik durch den Boden gedrückt. Der Computer-Wirrwarr mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Programmen, der zurzeit für ungleiche Voraussetzungen an den Schulen sorgt, und durch erhöhten Pflegeaufwand zudem unnötige Kosten verursacht, hat bald also ein Ende.

„Minimal invasiv, so wie in der Chirurgie“ gehe das, sagt Straßenbaumeister Speer. Alle hundert Meter muss dazu lediglich ein Kopfloch gegraben werden, von dem aus die Bohrstangen durch den Ahlener Boden geschoben und Leerrohre nachgezogen werden. Das Aufreißen langer Gräben ist dadurch völlig überflüssig. „Das schont nicht nur die Straßen, sondern auch unsere finanziellen Mittel“, findet Bürgermeister Dr. Alexander Berger das in jeder Hinsicht ressourcensparende Verfahren ausgezeichnet.

Bis ins Detail hat sich der Verwaltungschef die Technik zeigen lassen, mit deren Hilfe erforderliche Vorarbeiten geleistet werden, um den „digitalen Campus“ ab Herbst starten zu lassen. Bis 2024 soll das ehrgeizige Projekt abgeschlossen sein.

Damit die Bohrrohre unter der Straße auch immer auf richtigem Kurs bleiben, kontrolliert Pascal Fasel mit einem Handmessgerät den Verlauf des flexiblen Bohrgestänges. Der Detektor zeigt dem Spezial-Tiefbauer jede noch so geringe Abweichung von der vorgegebenen Ideallinie an. Drei Meter lang sind die Einzelrohre, die Fasels Kollege Dennis Eßer mit seinem baggerähnlichen Arbeitsgerät zu bis zu 250 Meter langen Stangen zusammensetzt.

Aufbau des digitalen Schulnetzes

1/14
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stast Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Stadt Ahlen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Peter Schniederjürgen
  • Fast unsichtbar geschieht die Verkabelung für das Großprojekt zur Digitalisierung der städtischen Schulen. Foto: Peter Schniederjürgen

Nicht von Hand brauchen die Gestänge miteinander montiert und verlängert werden, sie werden automatisch und in einem Gang von einem Stapel gezogen und sofort miteinander verschraubt. Durch den Hohlkörper schießt Wasser mit Hochdruck den Weg unterirdisch frei. Der Prozess verlangt ständige Aufmerksamkeit. „Es könnte auch mal ein massives Hindernis im Weg sein“, sagt Eßer. Die Sensoren würden das jedoch sofort anzeigen und die Spülbohrung wäre beendet.

Rund 2800 Meter Leerrohre hat das Team der Firma Reuschenbach in städtischem Auftrag bis Anfang dieser Woche verlegt. So lang ist die Kabeltrasse, in die im Laufe der nächsten Wochen Glasfaser eingeblasen wird. Seit Mitte Juli dauerten die Arbeiten, bei denen unter anderem die Werse unterquert worden ist und die laut Mario Speer zunächst „völlig problemlos“ verliefen. Im Verlauf des Südwall stellte sich dem Bohrspülkopf jedoch auf den letzten Metern eine mächtige Kalksteinformation entgegen.

Die erfahrenen Bohr- und Presstechniker hatten aber auch dafür zügig eine Lösung parat. „Es gibt nichts, wo der nicht durchkommt“, beschreibt Manuel Speer nicht ganz ohne Stolz den Bohrer aus Invarstahl, der mit den Ahlener Bodenverhältnissen am Ende spielend zurechtkam.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6846291?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Pedelecfahrer von Auto erfasst und gestorben
Bei einem Verkehrsunfall auf der L 592 ist ein 79-jähriger Pedelecfahrer verstorben.
Nachrichten-Ticker