Mammut-Tierheim
Signale aus den Rathäusern

Ahlen -

Wettsieger Mammut-Tierheim: Innerhalb einer Woche kamen weit mehr als 5000 Euro Spenden zusammen. Aber mit einer einmaligen Spendenaktion ist es nicht getan. . .

Dienstag, 13.08.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 10:48 Uhr
Kleintiere wie Kaninchen laufen mit Mammut-Tierheim so mit. Extra-Geld gibt es für sie nicht.
Kleintiere wie Kaninchen laufen mit Mammut-Tierheim so mit. Extra-Geld gibt es für sie nicht. Foto: Mammut-Tierheim

Ja, sie haben es geschafft. Die Wette ist gewonnen. Das Mammut-Tierheim hat es geschafft, innerhalb einer Woche so viele Spenden aufzutreiben, dass der Deutsche Tierschutzbund (DTB) noch mal 5000 Euro drauflegt (unsere Zeitung berichtete). Aber das heißt nicht, dass der Tierschutzverein als Träger damit aus dem finanziellen Schneider ist, wie Vereinsvorsitzende Christiane Schäfer eindrücklich klar macht.

Bei der Verleihung einer Plakette vor zwei Wochen hatte der DTB-Präsident Thomas Schröder – wohlwissend um die finanziellen Nöte des Tierheims – die Wette vorgeschlagen. Kommen in einer Woche 5000 Euro an Spenden zusammen, legt der Tierschutzbund die gleiche Summe drauf.

Der ganze Kreis spendete

Der ganze Kreis Warendorf spendete – und brachte weit mehr zusammen als gefordert. „Wir haben ganz viele kleine Beträge bekommen“, schildert Christiane Schäfer eine große Solidarität, die sie gespürt hat: „Manche haben nur einen Euro gespendet. Aber das zeigt uns: Da hat sich jemand viel Mühe gemacht. Der kann vielleicht nicht mehr geben, aber möchte trotzdem was tun.“

Und dann seien da jene gewesen, die richtig tief in die Tasche gegriffen hätten: „Eine Familie aus Vorhelm hat uns 2500 Euro gespendet.“ Und Gisbert Hiller aus Drensteinfurt sei sogar mit 10 000 Euro dabei gewesen. Ein besonderes Zeichen für

Christiane Schäfer, sei es doch Gisbert Hiller gewesen, der noch vor sechs Jahren medial weitreichend das Mammut-Tierheim als „Tierheim des Grauens“ angeprangert habe. Mittlerweile habe sich viel getan und die einstigen Kontrahenten „können miteinander“.

Lassen Sie mal ein Kaninchen impfen. . .

Christiane Schäfer

Mit dem gespendeten Geld konnte der Tierschutzverein die größte Rechnung und ein paar kleinere bezahlen, freut sich Christiane Schäfer, um gleich ein großes „Aber“ hinterherzuschieben: „Im nächsten Monat geht‘s ja weiter“, berichtet die Vereinsvorsitzende von den 40 kleinen Mai-Katzen, deren Kastration jetzt anstehe. Außerdem müssen die Tierchen gechippt, geimpft, entwurmt werden. Fast jedes Fundkätzchen sei krank und könne so gar nicht vermittelt werden. „Unsere Quarantäne ist schon wieder rappelvoll.“ Und neben den Tierarztkosten müssten ja auch noch Futter, Löhne, Versicherungen bezahlt werden. „Uns fehlen jedes Jahr etwa 40 000 Euro“, sagt Christiane Schäfer.

Zuschuss zu gering

Sie will deutlich machen, wo es hakt: Wadersloh zum Beispiel zahle pro Einwohner 80 Cent an das für Wadersloh zuständige Tierheim Lippstadt. Im Ruhrgebiet sei ein Euro pro Einwohner üblich. „Wir bekommen 30 Cent pro Einwohner von den Kommunen, aus denen wir nur Katzen nehmen, und 50 Cent von Kommunen, aus denen wir Katzen und Hunde nehmen.“ Für die Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen gebe es übrigens nichts. Aber die Kosten seien ja da: „Lassen Sie mal ein Kaninchen impfen. . .“

Die Tierärzte, sagt Christiane Schäfer, seien alle unglaublich entgegenkommend. Die arbeiteten schon alle für die mindest vorgeschriebenen Sätze.

Die Spendenaktion habe allerdings aufgerüttelt, sieht sie Hoffnung: Der Bürgermeister von Beckum Karl-Uwe Strothmann habe nicht nur privat gespendet, sondern auch angekündigt, den Tierheimzuschuss in der Bürgermeisterkonferenz zum Thema zu machen. Auch der Bürgermeister von Drensteinfurt habe das Thema im Blick. Die Stadt Ahlen wolle die ganze Sache koordinieren und habe ebenfalls wohlwollende Signale gesendet.

Zum Thema

Spenden an das Mammut-Tierheim sind immer willkommen: IBAN DE 38 4005 0150 0000 0062 62, Paypal: info@tierheim-ahlen.de

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