1,5 Kilometer Konrad-Adenauer-Ring
Stärker für den Schwerlastverkehr

Ahlen -

Der Konrad-Adenauer-Ring soll ab kommenden Dienstag (27. August) wieder komplett befahrbar sein. Mit neuem Asphalt auf 1,5 Kilometern Länge. Der soll stabiler sein, als sein Vorhänger.

Donnerstag, 22.08.2019, 05:00 Uhr
Vier Zentimeter neue Deckschicht. Sie soll bis zum Abend komplett liegen, hofft Thomas Schneider am Mittwochmorgen.
Vier Zentimeter neue Deckschicht. Sie soll bis zum Abend komplett liegen, hofft Thomas Schneider am Mittwochmorgen. Foto: Ulrich Gösmann

Lärmoptimierter Asphalt war vor zehn Jahren, „ SMA 8S“ ist heute. Wird man den Unterschied hören? „Nö, bei Tempo 50 nicht“, sagt Thomas Schneider trocken. „Vielleicht dann, wenn die E-Autos kommen.“ Bis dahin dürfte allerdings noch viel Diesel betriebener Schwerlastverkehr tonangebend über die 1,5 Kilometer neue Asphaltdecke des Konrad-Adenauer-Rings rollen, die in dieser Woche aufgetragen wird.

Ja, vor zehn Jahren. Alles schrie nach Flüsterasphalt. Schneider, technischer Angestellter beim Landesbetrieb Straßen.NRW, kann sich noch gut an den Hype erinnern, der auch heute immer wieder hoch kommt, wenn in Wohnortnähe Straßen neu gemacht werden. Der Konrad-Adenauer-Ring bekam seinerzeit zwischen den Kontenpunkten Beckumer Straße und Warendorfer Straße jenen lärmoptimierten Asphalt, der nicht lange halten konnte, was er versprach. Aus Flüstern wurde schnell ein Gerumpel über Schlaglöcher. Das Material – zu weich, um den Schwerverkehr in so großer Dichte stabil über die Stadtumgehung zu tragen. Schon der erste Winter zehrte an der Oberfläche und rief die Sanierer zurück, um schadhafte Stellen auszubessern. Das soll mit „SMA 8S“ nicht mehr so schnell passieren. „Das ist ein Splitt-Matrix-Asphalt, ein standfestes Material“, betont Schneider. Der werde immer wieder neu zusammengestellt und optimiert.

Halb fertig: Der Ring am Knotenpunkt Beckumer Straße.

Halb fertig: Der Ring am Knotenpunkt Beckumer Straße. Foto: Ulrich Gösmann

Auf 300 Quadratmetern Fläche rollt die Warendorfer Firma Heinrich-Walte-Bau zusätzlich eine Glasfaser verstärkte Matte aus. „Dort, wo leichte Rissbildungen in der Tragschicht zu sehen sind“, erklärt der Beckumer. Auf dass die Risse nicht nach oben in die neue Schicht übertragen werden. Das sei gängige Praxis und eine kostengünstige Alternative zum Komplettaufriss. 230 000 Eu­ro sind für die Gesamtmaßnahme angesetzt, die bewusst in die Sommerferien gelegt wurde, um aus dem großen Verkehr raus zu sein.

Die Kreuzung verkehrstechnisch zu sanieren, ist immer etwas blöd.

Thomas Schneider

Das, was noch rollt, staut sich dennoch auf beiden Seiten der Knotenpunkte. Insbesondere auf der Beckumer Straße, wo die Baustelle in die Kreuzung reicht, ist Geduld gefordert, um in die Stadt zu kommen. „Die Kreuzung verkehrstechnisch zu sanieren, ist immer etwas blöd“, lässt der Mann von der Bauüberwachung bei Straßen.NRW wissen. „Deshalb nehmen wir jetzt schon einmal die Hälfte mit.“

Feinarbeit an den Fugen.

Feinarbeit an den Fugen. Foto: Ulrich Gösmann

Hälfte – das ist auch das Stichwort für den Baufortschritt. Am Mittwochvormittag ist Halbzeit. Die Asphaltierer rollen mit schwerem Fuhrpark weiter in Richtung Warendorfer Straße. Die, die die Ränder schneiden und Fugen füllen, in Richtung Beckumer Straße. Rinnen wurden dort erneuert, wo sich Pfützen bildeten. Die wichtigsten Fahrbahnmarkierungen sollen noch unter Vollsperrung aufgetragen werden. Ob die Zeit für die Mittellinie reicht, werde sich zeigen, sagt Thomas Schneider. „Dienstag soll der Verkehr wieder rollen“, schickt er vorweg – und schiebt gleich nach: „Das ist der Plan. Das bitte im Konjunktiv.“ Denn: Passieren könne immer etwas. Erfahrungen, die Straßen.NRW gerade erst vor den Toren der Stadt auf der Dolberger Straße machen musste.

Frischer Asphalt auf 1,5 Kilometern Länge.

Frischer Asphalt auf 1,5 Kilometern Länge. Foto: Ulrich Gösmann

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