Schützengemeinschaft Ahlen
Eierlikörstrafen verhängt

Ahlen -

Das Hohe Schützengericht tagte – und nahm sich den einen oder anderen Schützenbruder richtig zur Brust.

Montag, 26.08.2019, 18:09 Uhr
Das Hohe Gericht tagte und ahndete Verstöße gegen das „KGB“: Ralf Gosda, Norbert Gosda und Georg Usselmann.
Das Hohe Gericht tagte und ahndete Verstöße gegen das „KGB“: Ralf Gosda, Norbert Gosda und Georg Usselmann. Foto: Christoph Aulbur

Ein zähes Ringen hatte um 19.09 Uhr ein Ende: Mit dem 390. Schuss bezwang Peter Klösener am Sonntagabend den Adler der Schützengemeinschaft Ahlen. Zuvor hatte er sich ein intensives Wettschießen mit Dominik Fischer geliefert.

Das Schießen war zunächst recht zügig vonstatten gegangen: Heiner Gosda sicherte sich mit dem 20. Schuss den Reichsapfel, das Zepter fiel mit dem 66. Schuss durch die Hand von Carsten Heitfeld schon deutlich später. Die Krone ließ über weitere 100 Schuss auf sich warten. Mit dem 148. Schuss holte sich Olaf Rittmeier das dann reichlich zerschossene Exemplar. Als besonders zäh erwiesen sich die Schwingen: Luke Bornemann konnte mit dem 249. Schuss den linken Flügel sichern, bevor der rechte Flügel mit dem 312. Schuss, abgegeben von Dominik Fischer, fiel. Der Stoß hielt dank gewechselter Munition nur noch bis zum 352. Schuss, Ingo Rütten erwies sich hier als treffsicher.

Der Tag hatte für die Schützen mit einem ausgedehnten Frühstück und Ehrungen im Zelt an der Friedrich-Ebert-Halle begonnen. Nach den Ehrungen gingen die Avantgarde und insbesondere die zweite Kompanie dazu über, Verfehlungen gegen die Uniformordnung, während des Marsches und auf dem Schützenfest zu sanktionieren. Das „Wald- und Wiesengericht“ tagte unter der strengen Leitung von Oberscharfrichter Norbert Gosda . Ralf Gosda fungierte dabei als Chefankläger und Michael Wilhelm tat alles, um als Verteidiger seine Klienten aus ihrer misslichen Lage zu befreien, wobei er nur einen Freispruch erkämpfen und seine Mandanten zumeist nicht vor Geld- oder Eierlikörstrafen bewahren konnte.

Tropentauglich: Peter Stein.

Tropentauglich: Peter Stein. Foto: Christoph Aulbur

Den besonderen Unmut des Anklägers erregte Peter Stein, der am Samstag aufgrund der Hitze seine Uniform tropengerecht modifiziert hatte: Ein Tuch unter dem Hut und eine hochgekrempelte Hose entsprachen jedoch so gar nicht dem „KGB“, dem Kompaniegesetzbuch, weshalb Ralf Gosda bereits den Verfall sämtlicher Sitten befürchtete: „Die Uniformordnung ist einzuhalten, sonst können wir uns ja gleich auflösen.“ Das Gericht folgte der Anklage weitestgehend, Norbert Gosda verhängte eine Geldstrafe, einen Eierlikör und Sozialstunden in Form des weiteren Dienstes als Gerichtsdiener für die nächsten zehn Jahre gegen Stein. Neben zahlreichen kleineren Verhandlungen, die das Gericht gegen Zahlung einer Geldstrafe zur Finanzierung einer neuen Kompaniefahne einstellte, musste Norbert Gosda noch einen Massenprozess führen: Weil beim Aufmarsch am Samstag auf dem Marktplatz die zweite Rotte der zweiten Kompanie lieber im Schatten des Alten Rathauses stehenblieb, anstatt dem Rest der Kompanie in die Sonne zu folgen, klaffte eine Lücke in der Front.

Schützenfest der Schützengemeinschaft Ahlen

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Ralf Gosda klagte deswegen auf Fahnenflucht und Befehlsverweigerung. Die schiere Zahl der Angeklagten machte es unmöglich, dass alle Beschuldigten sitzen konnten, was der Mitangeklagte und heimliche Anführer der Rebellion Hans-Jürgen Gosda sogleich als Verstoß gegen die Menschenrechte wertete. Allerlei Ausreden wie „Die Lücke in der Front war als Feuerwehrzufahrt gedacht“, „Da war ein Parkplatz und für solche gelten Abstandsregeln“ oder „Ich kann gar nicht dabei gewesen sein, ich war noch gar nicht da“ ließ der Oberscharfrichter jedoch nicht gelten. Es wurden wieder zahlreiche Geldstrafen und Zwangsliköre verhängt, was für die Stimmung während des weiteren Sonntages und der Finanzierung der neuen Fahne nur förderlich war.

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