Prozessauftakt verschoben
Mops-Dame muss noch warten

Ahlen / Münster -

Mops-Dame Edda wird sich noch länger gedulden müssen, ehe ihr Fall vor dem Landgericht Münster verhandelt wird. Wie Pressesprecher Dr. Steffen Valhaus bestätigte, hat die beklagte Stadt Ahlen um Verschiebung des zunächst für den 25. September angesetzten Verhandlungstermins gebeten.

Samstag, 07.09.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2019, 13:04 Uhr
Warten auf den Prozess.
Warten auf den Prozess. Foto: dpa

Neuer Termin ist der 13. November, ebenfalls 13 Uhr. Bei der Verhandlung gehe es zum einen um die Entschädigungsforderung von Mops-Halterin Michaela Jordan , der durch den Erwerb des kranken Hundes von der Stadt Ahlen mehrere Tausend Euro an Tierarztkosten entstanden sind.

Mops "Edda" in ihrem neuen Heim

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  • Erst wird die Mops-Dame "Edda" von der Stadtverwaltung zum Schuldeneintreiben gepfändet. Dann wird das Tier über den privaten Ebay-Account eines Stadtmitarbeiters verkauft. Das westfälische Ahlen ist in diesem Fall gleich von mehreren Seiten in die Kritik geraten. Kämmerer Dirk Schlebes verteidigte das Vorgehen der Stadt jedoch als rechtmäßig. Laut Zwangsvollstreckungsgesetz könne wertvoller Besitz wie der Familien-Mops gepfändet werden, sagte der parteilose Kommunalpolitiker am Donnerstag, 28. Februar, der Deutschen Presse-Agentur.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Nach der Pfändung und dem Verkauf der Hündin via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. "Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen", sagte Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund am Freitag, 1.März, auf dpa-Anfrage. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze «dem Ganzen regelrecht die Krone auf», kritisierte die Sprecherin. Mit Tieren über Internetplattformen zu handeln, sei absolut abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

    Foto: Mikko Schümmelfeder
  • Die Mops Hündin "Edda", jetzt umbenannt in "Wilma" sitzt mit Ihrer neuen Besitzerin Michaela Jordan vor einem Laptop. Die Käuferin der Hündin verklagt die westfälische Stadt Ahlen. "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

    Foto: Guido Kirchner
  • Sie will den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen. Der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und "mit Stammbaum" angepriesen worden.

    Foto: Guido Kirchner
  • "Das war alles gelogen", sagt sie. Die Hündin sei nicht untersucht, nicht geimpft, voller ansteckender Würmer gewesen und hätte ohne Operationen wohl ihr Augenlicht auf einer Seite verloren, sagte die neue Besitzerin.

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  • "Wilma" sitzt neben ihren neuen Freunden den beiden Möpsen "Malte" und "Ole".

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Und zum anderen um die Frage der Amtshaftung, wie der Anwalt der Klägerin, Wolfgang Kalla, erklärt. Es bestehe eine hohes öffentliches Interesse an der Klärung der Frage, ob der seit 1990 geltende Betrag von 500 D-Mark, ab dem Haustiere erst pfändbar sind, heute noch Bestand haben könne, wenn die in diesem Fall durchgeführte Pfändung denn überhaupt rechtmäßig gewesen sei.

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