Haus Holtermann
Protest perlt an Eigentümer ab

Ahlen -

Von der Ignoranz des Eigentümers lassen sich die Ahlener Stadtbildmacher nicht entmutigen. Sie engagieren sich weiter für Haus Holtermann. Dafür setzten sie am Samstag Bauhelme auf.

Sonntag, 08.09.2019, 15:00 Uhr
Dr. Walter Ide ist im Gespräch mit Rita Röller und Silke Büscher-Wagner (v.l.) empört über den verantwortungslosen Umgang mit Haus Holtermann. Für ihn ein Pro-Argument für Enteignung.
Dr. Walter Ide ist im Gespräch mit Rita Röller und Silke Büscher-Wagner (v.l.) empört über den verantwortungslosen Umgang mit Haus Holtermann. Für ihn ein Pro-Argument für Enteignung. Foto: Schniederjürgen

„Eigentum verpflichtet.“ Das steht schon im Grundgesetz und das ist auch die Basis der Erinnerungsmaßnahmen des Ahlener Vereins der Stadtbildmacher. Denn noch immer ist ihr Fokus auf das leider gar nicht mehr schmückende Schmuckstück des Marktplatzes, das Haus Holtermann, gerichtet. „Wir wollen den Eigentümer an seine Pflicht erinnern. Oder – wenn er nicht mitmachen will – ihn zum Verkauf des Objekts motivieren“, umreißt Vorsitzende Silke Büscher-Wagner das Ziel.

Leider hat sich der Eigentümer des einst stolzen und reich dekorierten Handelshauses bisher nicht gerührt. „Unsere Postkartenaktion ist gänzlich an ihm abgetropft“, ist die Vorsitzende enttäuscht. Vielleicht enttäuscht, aber keinesfalls entmutigt. Unverdrossen setzt der Verein seine Arbeit um das Haus fort und sammelt weiter Postkarten, um vielleicht doch ein Umschwenken des Inhabers zu bewirken.

„Als Liberaler bin ich grundsätzlich gegen Enteignungen“, stellt Dr. Walter Ide klar. Doch hier sieht er das Eigentümerverhalten als Bärendienst an der Sache. „Das ist ein ganz schlechtes Zeugnis für das Eigentumsrecht und ein Pro-Argument für Enteignungen“, grollt der Kommunalpolitiker. Denn bei allem Respekt vor dem Eigentum stellt er, wie viele seiner Mitbürger, die Verantwortung für ein solches Objekt heraus.

So sammeln die Stadtbildmacher unverdrossen weiter Postkarten und hoffen auch auf städtische Unterstützung in der „Causa Casa Holtermann“. – „Wir machen weiter, bis wir zu einem für alle tragbaren Ergebnis kommen“, kündigt Silke Büscher-Wagner an. Gerade jetzt im Vorfeld des Tages des offenen Denkmals am Sonntag ist es für den Verein eine hervorragende Gelegenheit, auf das Schicksal des architektonischen Kleinods inmitten der Stadt hinzuweisen. Dabei unterstreichen sie die zunehmende Baufälligkeit mit ihren orangenen Schutzhelmen. „Sie sind das Zeichen gegen die immer stärker bröckelnde Fassade des einmaligen Bauwerks“, hebt Rita Röller vom Vereinsvorstand hervor.

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